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Im Juli ist es noch nicht zu spät Diese Kulturen bringen noch eine große Ernte

July 7, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Im Juli ist es noch nicht zu spät Diese Kulturen bringen noch eine große Ernte
Co sázet v červenci / Foto: Depositphotos
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Viele Hobbygärtner haben im Juli das Gefühl, die Aussaatsaison sei längst vorbei und jetzt werde nur noch geerntet. Doch genau jetzt öffnet sich die zweite Runde, auf die viele unnötig verzichten. Wenn Sie die richtigen Arten zur richtigen Zeit säen, können Sie sich noch lange über frische Ernte freuen, selbst dann, wenn bei den Nachbarn die Beete schon leer werden.

Warum man den Juli im Garten auf keinen Fall aufgeben sollte

Im Juli hat der Boden eine ideale Temperatur, die Tage sind lang und Saatgut keimt schneller als im Frühjahr. Das ist ein großer Vorteil, den man nur nutzen muss. Während Frühjahrsaussaaten oft mit Kälte und einem zähen Start kämpfen, legt die Sommersaat innerhalb weniger Tage los und die Pflanzen wachsen buchstäblich sichtbar.

Das Geheimnis einer erfolgreichen Späternte steckt in zwei Dingen. Erstens in der Auswahl schnell wachsender Arten, die rechtzeitig reif werden, bevor die ersten Fröste kommen. Zweitens in der Wahl von Kulturen, denen die kühleren Temperaturen am Saisonende sogar guttun und die nach der Abkühlung noch besser schmecken. Wenn Sie beides kombinieren, werden frei gewordene Beete nach Knoblauch, Zwiebeln oder Frühkartoffeln zur nächsten Welle frischen Gemüses.

Ein frei gewordenes Beet im Juli ist nicht das Ende, sondern eine Chance. In nur einem warmen Monat können Sie darauf noch eine vollwertige weitere Ernte ziehen.

Schnelles Gemüse, das in ein paar Wochen erntereif ist

Wenn Sie möglichst schnell Ergebnisse sehen wollen, setzen Sie auf Kulturen mit kurzer Entwicklungszeit. Ein absoluter Klassiker sind Radieschen, die von der Aussaat bis zur Ernte meist nur etwa drei bis vier Wochen brauchen. Im Sommer wachsen sie rasant, gönnen Sie ihnen aber regelmäßiges Gießen, damit sie nicht holzig werden und zu scharf ausfallen.

Sehr gut gelingen jetzt auch Blattsalate, vor allem Pflücksalate und sogenannter Schnittsalat, bei dem Sie laufend einzelne Blätter ernten. Ebenfalls schnell starten Rucola, Spinat und asiatische Blattgemüse wie Pak Choi. Diese Arten danken Ihnen zudem einen leichten Halbschatten in der größten Hitze, sonst neigen sie dazu, vorzeitig in Blüte zu gehen.

Salat und Spinat einen kühleren Platz gönnen

Blattgemüse verträgt pralle Sonne und ausgetrockneten Boden schlecht. Deshalb lohnt es sich im Juli, dort zu säen, wo zur Mittagszeit ein leichter Schatten fällt, etwa neben höheren Pflanzen oder an die Ostseite des Beets. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht und wiederholen Sie die Aussaat ruhig im Abstand von zwei Wochen, damit Sie bis in den Herbst hinein nach und nach frische Blätter ernten.

Wurzelgemüse für Herbst und Wintervorrat

Anfang Juli ist die letzte wirklich passende Zeit für die Aussaat von Lagerkarotten. Die Wurzeln brauchen zwar länger, reifen aber bis zum Saisonende aus und halten im Keller bis ins Frühjahr. Ähnlich können Sie auch noch Rote Bete säen, die bis zum Herbst schöne Knollen bildet, die sich gut einlagern lassen.

Eine echte Sommerkultur sind Rettich und die sogenannte Herbstrübe. Diese Arten brauchen für eine gute Entwicklung kürzer werdende Tage, daher ist das Frühjahr für sie ungünstig und ihre beste Zeit ist genau jetzt. Mit der Juli-Aussaat bekommen Sie würzige Wurzeln, die die Herbst- und Winterküche ideal ergänzen.

Ziehen Sie sich süße Möhren heran / Foto: Depositphotos
Ziehen Sie sich süße Möhren heran / Foto: Depositphotos

Bohnen und Erbsen als zweite Sommerernte

Wenig bekannt ist, dass sich Buschbohnen noch in der ersten Julihälfte säen lassen. Sie sind schnell, unkompliziert und bringen bis zum Saisonende noch eine ordentliche Ernte an Hülsen. Sie brauchen nur warmen Boden und ausreichend Feuchtigkeit, beides ist zu dieser Zeit meist vorhanden.

Auf frei gewordenen Flächen passt auch eine zweite Erbsenaussaat. Wenn Sie eine frühe Sorte wählen, ernten Sie im Herbst frische, süße Schoten zu einem Zeitpunkt, an dem der Großteil des Gartens bereits seinen Höhepunkt überschritten hat. Erbsen profitieren außerdem davon, dass das Herbstwetter oft kühler und feuchter ist als mitten im Sommer.

Kohl und Kohlrabi lieben die Sommeraussaat

Für viele Kohlarten ist der Juli geradezu ideal. Das gilt besonders für Chinakohl, der bei Frühjahrsaussaat leicht schießt, bei Sommersaat jedoch feste, saftige Köpfe genau für den Herbst bildet. Ähnlich gut gelingen jetzt Kohlrabi, die schnell zarte Knollen ansetzen.

Wenn Sie Gemüse mögen, das die ersten Fröste gut wegsteckt, säen Sie Grünkohl. In kühlem Wetter legt er richtig los, und nach dem ersten leichten Frost werden die Blätter milder und süßer. Ernten können Sie ihn bis tief in den Herbst hinein, oft sogar dann noch, wenn der Rest des Gartens längst abgeräumt ist.

Kohlgewächse wegen Schädlingen im Blick behalten

Die Sommeraussaat von Kohl und verwandten Arten hat einen Nachteil: Der Schädlingsdruck ist höher. Achten Sie besonders auf Raupen des Kohlweißlings und auf Blattläuse, die sich auf jungen Pflanzen schnell vermehren. Regelmäßige Kontrollen der Blattunterseiten und rechtzeitiges Eingreifen helfen, damit Schädlinge Ihnen die Ernte nicht zerstören, bevor sie überhaupt richtig wächst.

Kräuter, die bei Wärme im Handumdrehen starten

Neben Gemüse lohnt es sich im Juli, auch schnelle Kräuter nachzusäen. Dill und Koriander laufen innerhalb weniger Tage auf und liefern frische Blätter genau fürs sommerliche und herbstliche Kochen. Auch eine weitere Generation Petersilie als Blattpetersilie lässt sich jetzt gut anziehen, damit Ihnen frisches Grün bis in den Winter nicht fehlt.

Wenn Sie in Kästen oder Kübeln anbauen, haben Sie einen Vorteil. Kräuter können Sie an einen Platz mit Morgensonne und Nachmittagsschatten stellen, wo sie in der größten Hitze weniger leiden und länger in guter Verfassung bleiben.

Dill anbauen

Woran man bei der Juli-Aussaat denken sollte

Die Sommeraussaat hat eine Herausforderung: Trockenheit. Samen und junge Keimlinge brauchen gleichmäßige Feuchte, sonst keimen sie schlecht oder vertrocknen, bevor sie richtig anwachsen. Deshalb regelmäßig gießen, am besten morgens, dann verdunstet weniger Wasser und die Pflanzen haben den ganzen Tag, um es zu nutzen.

Ein großer Helfer ist außerdem Mulch. Eine Schicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält den Boden kühler und feuchter, bremst Unkraut und mildert Temperaturschwankungen. Gerade das Mulchen entscheidet oft, ob eine Sommersaat die erste Hitzewelle übersteht oder nicht. Und behalten Sie die Termine im Blick: Jede Art hat ihren spätesten Aussaatzeitpunkt, nach dem sie bis Saisonende nicht mehr ausreift.

Was Sie daraus mitnehmen sollten

Der Juli ist längst nicht das Ende der Gartensaison, sondern der Start in ihre zweite Hälfte. Wenn Sie in frei gewordene Beete schnelles Blattgemüse, lagerfähiges Wurzelgemüse, Buschbohnen oder Chinakohl säen, ernten Sie noch lange bis in den Herbst hinein frisch aus dem eigenen Garten. Der Schlüssel liegt in der richtigen Artenwahl, ausreichend Feuchtigkeit und darin, den Boden nicht unnötig brach liegen zu lassen. Ihr Garten zahlt es Ihnen mit vollen Körben zurück, genau dann, wenn es niemand mehr erwartet.

Quelle: Gardening Know HOw, GrowVeg, Almanac, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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