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Wespen sind nicht nur die Plage beim Grillen, sie beschädigen auch Ihre Gartenbauten

August 27, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Wespen sind nicht nur der Schrecken beim Grillen, sie zerstören auch Ihre Gartenbauten
Eiche / Foto: Depositphotos
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Ich arbeite seit vielen Jahren mit Holz, und bei Produkten für den Außenbereich sieht man sehr schön, wie sie sich mit der Zeit verändern. Irgendwie rechnen wir alle damit, dass Regen, Frost und UV-Strahlung die Oberfläche nach und nach ermüden. Überraschenderweise bestätigt sich bei mir aber immer wieder, dass die schnellsten und sichtbarsten Schäden an manchen Konstruktionen nicht das Wetter verursacht, sondern Wespen. Sie können in kurzer Zeit auf Brettern und Balken lange Rillen, ausgefressene Stellen und aufgeraute Flächen hinterlassen, die dann Wasser aufsaugen und noch schneller altern.

Wie ich den Schaden bemerkt habe und was daran tückisch ist

Zum ersten Mal ist es mir auf einem Kinderspielplatz aufgefallen, der 2020 entstanden ist. Nach einigen Saisons zeigten sich an ausgewählten Stellen regelmäßige Kerben und ausgeschabte Riefen, als hätte jemand mit grobem Schleifpapier darübergeschrubbt. Beim Beobachten war klar: Wespen fliegen die Konstruktion immer wieder an, setzen sich auf dieselben Bereiche und tragen nach und nach Material ab. Ohne Zeugen oder Fotos würde das mancher kaum glauben, denn die Schäden können auf den ersten Blick wie normale Verwitterung wirken. Tatsächlich handelt es sich um ein gezieltes Abschaben von Holzfasern, das sich zudem oft auf bereits geschwächte Bereiche und Risse konzentriert.

Wespen fressen kein Holz, sie nutzen es als Baustoff

Ein häufiger Irrtum ist die Vorstellung, Wespen würden Holz fressen. Es ist keine Nahrung, sondern Rohstoff. Mit kräftigen Mundwerkzeugen schaben sie feine Fasern von der Oberfläche, vermischen diese mit Speichel und erzeugen eine papierartige Masse. Daraus bauen sie die einzelnen Schichten des Nestes und erweitern es laufend, je nachdem, wie die Kolonie wächst.

Am attraktivsten ist Holz, bei dem sich die Fasern leicht lösen, denn Wespen suchen schnell verfügbares Material.

Welche Oberflächen am häufigsten betroffen sind

In der Praxis konzentrieren sich Wespen am häufigsten auf älteres, verwittertes Holz, weichere Holzarten und Flächen ohne feste, geschlossene Oberflächenschicht. Riskant sind außerdem feuchte Bauteile, Stellen mit gerissenem Anstrich und Kanten, an denen der Schutz schneller abgerieben wird. Die höchste Aktivität liegt im Frühjahr und Sommer, wenn der Materialbedarf am größten ist und das Nest am schnellsten wächst.

Warum sie gerade Außen-Holzprojekte bevorzugen

Der Außenbereich ist für Wespen vor allem deshalb vorteilhaft, weil sie dort Holz finden, das Regen und Sonne bereits angegriffen haben. Ist die Oberfläche rauer, weicher oder über längere Zeit der Witterung ausgesetzt, lassen sich die Fasern deutlich leichter ablösen. Eine große Rolle spielt auch, womit das Holz behandelt wurde. Wenn die Oberfläche nur mit natürlichen Ölen getränkt ist, bleibt sie oft schön natürlich, aber auch nachgiebiger. Für Wespen bedeutet das weniger Widerstand beim Abschaben und einen schnelleren Gewinn an Rohmaterial.

Unterschied zwischen Öl und widerstandsfähigeren Beschichtungen

Hochwertige synthetische oder hybride Lasuren bilden meist eine härtere und kompaktere Schutzschicht. Sie schützt besser vor Feuchtigkeit und erschwert zugleich mechanische Beschädigungen der Oberfläche. Das heißt nicht, dass keine Wespen kommen, aber oft ist ihnen eine solche Oberfläche die Mühe nicht wert, oder sie weichen auf eine leichtere Quelle aus.

Wie man Holz schützt, damit die Schäden möglichst klein bleiben

Den Kontakt von Wespen mit Holz vollständig auszuschließen, ist oft schwierig, besonders im Garten oder bei frei zugänglichen Bauten. Dennoch lassen sich die Schäden mit dem richtigen Schutz und regelmäßiger Pflege deutlich begrenzen. Entscheidend sind eine durchdachte Oberflächenbehandlung, die die Oberfläche festigt und schließt, sowie rechtzeitige Reparaturen an Stellen, an denen der Schutz beschädigt wurde.

Wespennest / Foto: Depositphotos
Wespennest / Foto: Depositphotos

Was sich in der Praxis bei Außenkonstruktionen bewährt

Bewährt hat sich eine Imprägnierung als erster Schritt, gefolgt von zwei bis drei Schichten Lasur – je nach Beanspruchung. Bei Projekten, die Sonne und Regen ausgesetzt sind, lohnen sich dickschichtige Lasuren, robustere Kunstharzanstriche oder harte Lacke mit UV-Schutz. Entscheidend ist die laufende Kontrolle, denn selbst ein sehr hochwertiger Anstrich baut mit der Zeit ab, und kleine Schäden werden schnell zu Stellen, die Wespen als ideal zum „Ernten“ von Fasern einstufen.

Wenn Holz Arbeit und Hobby ist, tut es doppelt weh

Für Tischler, Heimwerker und Hersteller von Gartenkonstruktionen ist es frustrierend zu sehen, wie ein Insekt innerhalb weniger Tage Stunden an Arbeit entwerten kann. Andererseits sollte man sich bewusst machen, dass Wespen nicht das Bedürfnis haben, unsere Projekte zu zerstören. Sie beschaffen sich nur effizient Baumaterial für ihre eigenen Kolonien. Umso sinnvoller ist es, den Holzschutz als genauso wichtigen Teil des Projekts zu betrachten wie präzise Bearbeitung, Materialwahl und eine korrekte Konstruktion.

Quelle: Science Direct, Urob si sám, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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