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Schlangen im Garten überwintern unter dem Schuppen und im Kompost Angst ist unbegründet und ihr Nutzen unbezahlbar

October 31, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Jarmila M.
Schlangen im Garten überwintern unter dem Schuppen und im Kompost Angst ist unbegründet und ihr Nutzen unbezahlbar
Ringelnatter / Foto: Depositphotos

Wenn es im Herbst kühler wird, beginnt sich das Verhalten vieler Tiere zu ändern. Vögel ziehen in wärmere Regionen, Säugetiere bekommen ein dichteres Fell und manche Lebewesen legen Vorräte an. Bei Schlangen läuft das jedoch anders. Obwohl sie im Sommer in Gärten, auf Wiesen oder an steinigen Wegen recht häufig zu sehen sein können, wirken sie mit dem Wintereinbruch, als wären sie verschwunden. Tatsächlich gehen sie nicht weit weg. Sie suchen nur einen sicheren Ort, an dem sie die Kälteperiode überstehen.

Schlangen gehören zu den Reptilien und sind wechselwarm. Das bedeutet, dass sie – anders als Menschen und andere Säugetiere – keine eigene Körperwärme erzeugen. Ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab. Genau deshalb sieht man sie an warmen Tagen beim Sonnenbaden auf Steinen, Holz oder am Wegrand. Die Sonne liefert ihnen die Energie, die sie für Bewegung und Verdauung brauchen. Kommt jedoch Frost, reicht diese Art des Aufwärmens nicht mehr aus.

Was Schlangen tun, wenn es kälter wird

Mit sinkenden Temperaturen verlangsamen sich bei Schlangen Stoffwechsel, Herzschlag und Atmung. Sie werden inaktiv und reduzieren nach und nach die Nahrungsaufnahme. In der kalten Jahreszeit könnte ihr Körper die Beute nämlich nicht mehr richtig verwerten. Statt Winterjagd konzentrieren sie sich daher auf eines: ein Versteck zu finden, in dem die Temperatur möglichst konstant bleibt.

Diese Winterruhe wird oft mit Winterschlaf verglichen, bei Schlangen ist es jedoch treffender, von einem Zustand ähnlich der Brumation zu sprechen. Das ist kein tiefer, ununterbrochener Schlaf. Die Schlange ist stark verlangsamt, spart Energie und bleibt die meiste Zeit verborgen. An ungewöhnlich milden Wintertagen kann sie aber kurz an die Oberfläche kommen, um sich aufzuwärmen oder zu trinken – und zieht sich danach wieder ins Versteck zurück.

Hibernakulum ein sicheres Winterquartier für Schlangen

Der Ort, an dem Schlangen den Winter überstehen, wird als Hibernakulum bezeichnet. Es muss ein Bereich sein, in dem die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt fällt und in dem sie vor Wind, Nässe und Fressfeinden geschützt sind. In wärmeren Gegenden reichen ihnen mitunter ein morscher Stamm, ein Holzstapel oder der Kompost. In kälteren Regionen ziehen sie sich tiefer in den Boden zurück, oft unter die Frostgrenze.

Typische Winterverstecke sind verlassene Nagetierbaue, Felsspalten, Trockenmauern, Bereiche unter Schuppen und Terrassen oder unter alten Brettern und Materialhaufen. Ein Garten kann Schlangen damit mehr Unterschlupfmöglichkeiten bieten, als den meisten Menschen bewusst ist. Das heißt aber nicht, dass sie gefährlich wären oder gezielt Häuser aufsuchen. Meist suchen sie vor allem Ruhe, Trockenheit und stabile Bedingungen.

Warum in einem Versteck oft mehrere Schlangen gleichzeitig liegen

Ein ideales Winterquartier zu finden, ist nicht leicht. Gut geschützte Plätze mit passender Temperatur sind in der Landschaft nicht unbegrenzt vorhanden – deshalb kommt es häufig vor, dass mehrere Schlangen dasselbe Versteck gleichzeitig nutzen. Bei einigen Arten ist das völlig normal. Das gemeinsame Überwintern hilft ihnen, die ungünstige Zeit besser zu überstehen, und im Frühjahr erleichtert es zudem die Partnersuche.

Genau deshalb kann man im Frühjahr mitunter auf ein größeres Knäuel aus Schlangen treffen. Das kann Menschen erschrecken, tatsächlich handelt es sich aber um natürliches Verhalten im Zusammenhang mit der Fortpflanzung. Nach dem Winter werden die Tiere wieder aktiv, sonnen sich und nutzen die Nähe zu anderen Individuen.

Klima und Art machen den Unterschied

Wie lange Schlangen inaktiv bleiben, hängt von Klima, Höhenlage, Wetterverlauf und der jeweiligen Art ab. In kühleren Regionen ziehen sie sich teils schon im Oktober zurück und bleiben bis ins zeitige Frühjahr im Versteck. In milderen Gegenden ist ihr Winterrhythmus flexibler. Wird es wärmer, können sie auch mitten im Winter kurz erscheinen und sich wieder zurückziehen, sobald die Kälte zurückkehrt.

Einige ungiftige Arten passen sich auch an Lebensräume in Menschennähe gut an, während andere abgelegenere Naturstandorte bevorzugen. Grundsätzlich gilt jedoch: Schlangen suchen nicht die Nähe des Menschen, sondern geeignete Verstecke und ein ausreichendes Nahrungsangebot in der aktiven Jahreszeit.

Warum Schlangen im Garten nützlich sind

Auch wenn viele Menschen vor Schlangen Respekt haben: Im Ökosystem erfüllen sie eine sehr wichtige Aufgabe. Sie sind natürliche Räuber und helfen, Bestände von Tieren zu regulieren, die Menschen oft als Schädlinge ansehen. Größere Schlangen jagen Mäuse, Wühlmäuse oder andere kleine Nagetiere. Kleinere Arten können – je nach natürlicher Spezialisierung – Schnecken, Insekten oder Amphibien fressen.

Indem sie das Gleichgewicht in den Populationen ihrer Beutetiere stabil halten, nützen sie Gärten, Feldern und der freien Landschaft. Gleichzeitig sind sie selbst Teil der Nahrungskette und werden zur Beute von Greifvögeln oder anderen Räubern. Eine Schlange ist also kein überflüssiger Eindringling, sondern ein vollwertiger Bestandteil der Natur.

Sobald es im Frühjahr wärmer wird, kehren Schlangen zu ihrer normalen Aktivität zurück und helfen wieder dabei, eine Übervermehrung kleiner Schädlinge in der Umgebung von Gärten und Obstgärten einzudämmen.

Schlange jagt Nagetiere / Foto: Depositphotos
Schlange jagt Nagetiere / Foto: Depositphotos

Kann man Schlangen ein Winterversteck anlegen

Wer das natürliche Gleichgewicht im Garten unterstützen möchte, kann Schlangen einen passenden Unterschlupf anbieten. Wichtig ist ein ruhiger Standort und eine Konstruktion, die Trockenheit, Hohlräume und Temperaturstabilität bietet. Geeignet sind Steine, Rindenstücke, Äste oder Holz, so geschichtet, dass dazwischen Spalten bleiben. Noch besser ist es, wenn ein Teil eines solchen Verstecks unter die Tiefe reicht, bis zu der der Boden im Winter durchfriert.

Ein solcher Platz wird jedoch nicht nur von Schlangen genutzt. Häufig profitieren auch Frösche, Eidechsen oder nützliche Insekten davon. Ziel ist nicht, möglichst viele Tiere ans Haus zu locken, sondern der Natur eine Ecke zu bieten, in der sie ohne unnötige Eingriffe funktionieren kann. Wer Sorge vor Schlangen hat, sollte bedenken: Diese Reptilien suchen in der Regel keinen Kontakt zum Menschen und versuchen bei Störung so schnell wie möglich zu verschwinden.

Wann Schlangen wieder zu sehen sind

Auf die Frage, wann Schlangen im Frühjahr wieder hervorkommen, gibt es keine einzig richtige Antwort. Es hängt vom Verlauf des Winters und vom Standort ab. Mancherorts werden sie schon bei den ersten längeren sonnigen Tagen sichtbar, anderswo erst bei einer stabileren Erwärmung. Klar ist aber immer: Wärme ist für sie das Signal, ins aktive Leben zurückzukehren.

Wenn wir Schlangen im Winter also nicht sehen, bedeutet das nicht, dass sie aus der Landschaft verschwunden sind. Sie überstehen lediglich die ungünstige Zeit gut verborgen in Sicherheit. Sobald es wieder wärmer wird, kehren sie an ihre bevorzugten Plätze zurück und übernehmen weiterhin ihre unauffällige, aber äußerst nützliche Rolle in unserer Natur.

Quelle: Martha Stewart, Willys Wilderness , Pestrazahrada.cz

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Jarmila M.
Jarmila M.

Als Krankenschwester von Beruf begeistert sie sich für einen gesunden Lebensstil, die Natur und alles, was sowohl den Menschen als auch der Welt um sie herum zugutekommt. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gern mit Gärtnern, Kochen, Nähen und der Fürsorge für ihre Familie. In ihren Artikeln verbindet sie mit Freude fachliche Kompetenz mit praktischer Erfahrung aus dem Garten und dem Alltag.

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