Fünf Sträucher, die ein Herbstschnitt ruiniert, obwohl sie schon verblüht sind
Der Herbst ist im Garten oft die Zeit des großen Aufräumens. Sobald es kühler wird und die Saison sich dem Ende neigt, nehmen viele die Schere zur Hand und möchten Sträuchern und Beeten vor dem Winter noch einen „ordentlichen“ Look verpassen. Genau in diesem Moment passiert jedoch häufig ein Fehler, der sich erst einige Monate später zeigt. Manche Pflanzen legen ihre Blütenknospen nämlich schon im Sommer an und tragen sie im Herbst bereits fertig an den Zweigen für das nächste Jahr.
Kürzen Sie so einen Strauch im Herbst stark ein, schneiden Sie sich die künftige Blüte buchstäblich selbst weg. Statt üppiger Blüte im Frühjahr oder Frühsommer wächst dann vor allem grünes Holz ohne den erwarteten Schmuck. Außerdem verheilen frische Schnittstellen vor dem Winter schlechter, und die Pflanze reagiert empfindlicher auf Frost, Nässe und mögliche Fäulnis.
Warum einigen Gehölzen die Schere im Herbst schadet
Der entscheidende Unterschied liegt darin, an welchem Holz die Pflanze blüht. Viele Ziersträucher setzen ihre Blüten am vorjährigen Trieb an, also am sogenannten alten Holz. Die Knospen werden bereits im Spätsommer oder frühen Herbst angelegt und warten über Winter nur auf passende Bedingungen. Schneiden Sie diese Triebe ab, nehmen Sie sich den Großteil der Blütenanlage.
Ein Herbstschnitt kann zudem den natürlichen Schutz der Pflanze stören. Eine dichtere Krone oder auch trockene Partien helfen oft, ein günstigeres Mikroklima zu schaffen und den Strauch bei Kahlfrost zu schützen. Bei empfindlicheren Arten ist es daher besser, bis zum Frühjahr zu warten oder den Schnitt direkt nach der Blüte vorzunehmen.
Welche Sträucher man im Herbst besser in Ruhe lässt
Flieder

Flieder gehört zu den typischen Frühlingsboten, doch die Blüte wird mit großem zeitlichen Vorlauf vorbereitet. Die Knospen für die nächste Saison erscheinen bereits gegen Ende des Sommers, meist an den Triebspitzen. Kürzen Sie den Strauch im Herbst, treibt er im Frühjahr zwar wieder aus, aber ohne die duftenden Blütenrispen. Der beste Zeitpunkt für Korrekturen ist direkt nach der Blüte: Dann werden die verblühten Blütenstände entfernt und bei Bedarf die Form leicht nachgeschnitten.
Gartenhortensie

Gerade bei dieser Art wird besonders häufig falsch geschnitten. Viele verwechseln nämlich unterschiedliche Hortensientypen. Während manche einen stärkeren Rückschnitt vertragen, blüht die Gartenhortensie am vorjährigen Holz. Ein kräftiger Schnitt im Herbst bedeutet daher fast sicher den Verlust der Blüten im nächsten Jahr. Im Frühjahr werden vor allem die vertrockneten Blütenstände und beschädigte Partien entfernt, und das nur vorsichtig knapp oberhalb einer lebenden Knospe.
Forsythie

Forsythien bringen mit ihrer Flut gelber Blüten sehr früh im Frühjahr Farbe in den Garten. Genau deshalb legen sie ihre Knospen bereits im vorherigen Sommer an. Wer sie im Herbst stark auslichtet oder einkürzt, verzichtet auf einen großen Teil des Frühlings-Effekts. Form- und Auslichtungsschnitte erfolgen daher erst nach der Blüte, wenn klar erkennbar ist, welche Triebe geblüht haben und welche für die nächste Saison stehen bleiben sollten.
Rhododendron und Azalee

Rhododendren und Azaleen zeigen ihre Blütenknospen bereits ab Spätsommer sehr deutlich. An den Triebenden sind sie dicker und auffällig geschwollen, sodass man sie bei unüberlegtem Schnitt leicht entfernt. Bei diesen Sträuchern ist ein Eingriff im Herbst besonders ungünstig, weil sie sich aus altem Holz langsamer und schlechter regenerieren. Wenn der Strauch leicht korrigiert werden muss, geschieht das sparsam im Frühjahr. In den meisten Fällen tut ihnen Ruhe besser als häufiges Schneiden.
Sommerflieder je nach Art

Beim Sommerflieder ist es wichtig, die jeweilige Art zu unterscheiden. Der häufig gepflanzte Buddleja davidii wird erst im Spätwinter beziehungsweise zeitigen Frühjahr und dann recht kräftig zurückgeschnitten. Anders verhält es sich beim Wechselblättrigen Sommerflieder, der am vorjährigen Holz blüht. Ein Schnitt im Herbst würde ihn um die Sommerblüte bringen und auch um seinen typischen, überhängenden Wuchs. Gerade bei ihm lohnt es sich, mit der Schere zu warten und nur zum richtigen Zeitpunkt einzugreifen.
Wann man den Schnitt besser verschiebt
Bei Sträuchern, die am alten Holz blühen, ist es meist sicherer, bis nach der Blüte oder bis ins Frühjahr zu warten, wenn klar ist, was den Winter überstanden hat und was entfernt werden muss.
Bevor Sie im Herbst zur Schere greifen, lohnt es sich zu prüfen, wie sich die jeweilige Pflanze verhält. Ein Universalrezept für alle Arten funktioniert nicht. Was dem einen Strauch guttut, kann einem anderen die Blüte für das gesamte nächste Jahr kosten. Vorsicht ist deshalb besonders bei Ziergehölzen angebracht, von denen Sie eine reiche Blüte erwarten.
Schneiden Sie im Herbst also nicht automatisch alles zurück, was bereits verblüht ist. Bei vielen Sträuchern ist Ruhe über den Winter die beste Pflege, die Sie ihnen geben können.
Quelle: Pure Wow, The Spruce, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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