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Eigene Pilze aus dem Garten So gelingt der Anbau des Riesen Träuschlings

June 3, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Eigene Pilze aus dem Garten So gelingt der Anbau des Riesen Träuschlings
Riesiger Kragenschnitzling / Foto: MycoHaus
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Der Riesen-Träuschling, auch bekannt als Riesen-Weinroter Träuschling (Stropharia rugosoannulata), kommt in der Natur eher selten vor, lässt sich aber im Garten sogar von Einsteigern anbauen. Er braucht weder eine Zuchtanlage noch komplizierte Technik und kommt ohne aufwendige Substrataufbereitung aus. Es genügen wenig Platz, geeignetes Pflanzenmaterial und hochwertige Brut. Gerade diese Einfachheit ist der Grund, warum dieser Speisepilz bei Hobbygärtnern so beliebt ist.

Er gehört zu den Arten, die frisches, nicht fermentiertes Pflanzenmaterial besiedeln können. Wichtig ist, das Stroh nicht unnötig thermisch zu behandeln, denn hohe Temperaturen können das Myzelwachstum paradoxerweise verlangsamen. Vermutlich werden dabei natürliche Mikroorganismen unterdrückt, die dem Pilz unter normalen Bedingungen helfen, Nährstoffe zu erschließen.

Große Fruchtkörper und Erträge, die überraschen können

Den Zusatz „riesig“ hat sich der Träuschling nicht nur wegen der Ernte verdient, sondern auch wegen der Größe der Fruchtkörper. Der Hut kann unter Idealbedingungen bis etwa 40 cm erreichen, und ein einzelner Pilz kann mehrere hundert Gramm wiegen. In der Praxis gilt jedoch: Die Ergebnisse können schwanken. Manchmal durchwächst das Myzel das Substrat schlecht oder es bilden sich gar keine Fruchtkörper, ohne dass auf den ersten Blick klar ist, warum. Umso wichtiger sind die richtige Materialwahl, ausreichende Feuchtigkeit und ein zuverlässiger Schutz vor Austrocknung.

Welches Substrat geeignet ist und was Sie vermeiden sollten

Am besten funktioniert frisches, gut gelagertes Weizen- oder Roggenstroh. Möglich sind auch frische Laubholz-Hackschnitzel, häufig wird Pappel empfohlen, alternativ auch Schäben. Ungeeignet ist dagegen Material, das bereits zersetzt oder fermentiert ist, weil Konkurrenzmikroorganismen dann im Vorteil sind und sich das Myzel schwerer durchsetzt.

Vor dem Beimpfen sollte das Stroh so gewässert werden, dass es etwa 70 bis 75 % Wasser enthält. Bei kleineren Mengen ist es praktisch, ein bis zwei Ballen mehrere Tage in einem Fass mit sauberem Wasser einzuweichen. Bei Hackschnitzeln reicht meist ein mehrtägiges Bad in kaltem Wasser, damit sich das Material vollsaugt und das Myzel einen stabilen Start hat.

Brut, Lagerung und die Wahl des Stammes

Zum Beimpfen wird Körnerbrut verwendet, die auf Weizen- oder Roggenkorn durchwachsen ist. Lagern Sie sie zu Hause kühl, idealerweise bei 2 bis 4 °C, und bewahren Sie sie nicht zu lange auf, in der Regel höchstens einige Wochen. In der Praxis begegnen Züchter häufig zwei gängigen Stämmen. Der Stamm Vinnetou hat meist einen rotbraunen Hut und wächst langsamer. Der Stamm Gelbschopf ist gelblicher gefärbt und wird wegen schnellerer Durchwachsung und stabilerer Erträge geschätzt.

Kultur im Sack und im Beet anlegen

Beim Anbau in Säcken wird das Substrat mit Körnerbrut ungefähr im Verhältnis 50 zu 1 gemischt und in größere Plastiksäcke gefüllt. Die Oberfläche wird anschließend vor dem Austrocknen geschützt, etwa mit Papierlagen und einer Folienabdeckung. Wichtig sind Schattierung vor direkter Sonne und der Versuch, für das Durchwachsen eine Substrattemperatur von etwa 24 bis 28 °C zu halten; je nach Wetter helfen Lüften oder umgekehrt zusätzliches Abdecken.

Im Freiland lässt sich die Kultur im Beet, im Frühbeet oder im Folientunnel anlegen. Der Standort sollte vor Wind und scharfer Sonne geschützt sein. Praktisch ist es, das Beet einzufassen und mit einem Dach oder einem schräg aufgelegten Frühbeetfenster in etwa 30 bis 40 cm Höhe über der Oberfläche zu schützen, damit die Pilze Platz zum Hochwachsen haben und gleichzeitig das Gießen und Ernten leicht bleibt.

Riesen-Träuschling / Foto: Depositphotos
Riesen-Träuschling / Foto: Depositphotos

Der richtige Pflanztermin und das Durchwachsen des Myzels

Im Freien wird die Kultur frühestens nach der Mitte Mai angelegt, wenn sich Temperaturen halten lassen, die für das Myzelwachstum geeignet sind. Wenn Sie noch im Pflanzjahr ernten möchten, sollte die Anlage spätestens bis Ende Juli erfolgen. Solche Kulturen fruchten oft vom Sommer bis in den Herbst und setzen manchmal im Frühjahr des Folgejahres fort. Bei einer Anlage im Sommer muss man das Austrocknen im Blick behalten und die Feuchtigkeit regelmäßig sichern.

Für eine frühe Frühjahrs-Ernte kann die Kultur auch im Herbst angelegt werden, meist von Mitte September bis Ende Oktober. Je nach Temperatur wird das Substrat in etwa 4 bis 6 Wochen vom Myzel durchwachsen. Im Unterschied zu manchen anderen Kulturspeisepilzen wird hier die Deckerde kurz nach dem Beimpfen aufgebracht, damit die Feuchte langsam und stabil nachgeliefert wird. Am besten eignet sich krümelige Erde, die Wasser gut hält.

Bedingungen für die Fruchtkörperbildung und das Gießen

Der Riesen-Träuschling hat während der Fruchtkörperbildung keine besonderen Lichtansprüche, entscheidend ist jedoch eine höhere Luftfeuchtigkeit, häufig um 80 bis 85 %. Fruchtkörper bilden sich in einem relativ breiten Temperaturbereich, etwa von 10 bis 25 °C. Temperaturen über 25 °C können die Entwicklung beeinträchtigen, während bei 10 bis 12 °C das Wachstum deutlich langsam verläuft.

Bevor die Pilze erscheinen und auch während der Erntephasen sollte die Oberfläche des Beets ständig feucht gehalten werden. Gegossen wird so, dass vor allem die Deckerde feucht bleibt, überschüssiges Wasser aber nicht unnötig in die untere Substratschicht durchläuft. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist oft wichtiger als eine einmalige kräftige Wassergabe.

Die Ernte kommt in Schüben und die Kultur kann überwintern

Die ersten Pilze erscheinen in der Regel etwa 7 bis 10 Wochen nach dem Anlegen, abhängig von Wetter und Jahreszeit. Bei der Ernte werden die Fruchtkörper vorsichtig herausgedreht. Der Träuschling fruchtet in Schüben: Ein Schub dauert einige Tage, der nächste folgt nach etwa zwei bis drei Wochen. Im Herbst, wenn die Temperaturen unter 10 °C sinken, stoppt die Entwicklung, die Kultur kann bei gutem Zustand jedoch im Frühjahr weitertragen.

Wenn das Beet im Herbst nicht vollständig abgeerntet ist, lohnt es sich, es vor Frost zu schützen. Bewährt hat sich eine etwa 30 cm starke Schicht aus Laub oder trockenem Stroh und eine Abdeckung mit Folie, die man am besten beschwert, damit der Wind sie nicht abträgt. Im Frühjahr kann nach dem Abdecken eine weitere Ernte folgen. Ebenso schützt man Herbstkulturen, die noch nicht zum Fruchten gekommen sind.

Welche Erträge realistisch sind und worauf Sie achten sollten

Die Erträge können deutlich schwanken. Als üblich gelten etwa 3 bis 4 kg pro 1 m2, ein guter Ertrag liegt oft bei 6 bis 10 kg, und unter sehr günstigen Bedingungen kann es auch mehr sein. Wichtig ist, dass das größte Risiko für den Erfolg konkurrierende Organismen im Substrat sind. Häufige Probleme sind grüner Schimmel der Gattung Trichoderma oder das Auftreten von „Unkraut“-Tintlingen. Es hilft, frisches, nicht fermentiertes Material zu verwenden, die richtige Feuchtigkeit zu halten und das Substrat weder überhitzen noch austrocknen zu lassen.

Quelle: Brooklyn Botanic Garden, iZahrádkář, Mushroom Growers, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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