Im Juli entscheidet sich die Tomatenernte das dürfen Sie nicht unterschätzen
Im Juli werden Tomaten meist schnell kräftiger, setzen Blüten an und bei früheren Pflanzen zeigen sich die ersten Früchte. Genau jetzt entscheidet sich, wie reich und hochwertig die spätere Ernte ausfällt. Die Pflanze verlagert nach und nach Energie von der Blattbildung in die Entwicklung und Reife der Früchte und braucht deshalb stabile Bedingungen. Am wichtigsten ist eine regelmäßige, korrekt ausgeführte Bewässerung, aber auch Düngen, laufendes Ausgeizen und eine gute Stütze haben großen Einfluss. An heißen Tagen lohnt es sich außerdem, an Schutz vor extremer Hitze zu denken, die Tomaten unnötig stressen kann.
Bewässerung im Blick behalten und gleichmäßig halten
Tomaten zählen zu den durstigen Kulturen. Üblicherweise brauchen sie etwa mehrere Zentimeter Wasser pro Woche, doch bei Hitzewellen steigt der Bedarf deutlich, besonders wenn die Pflanze blüht und gleichzeitig kleine Früchte versorgt. In dieser Phase ist schwankende Feuchtigkeit die häufigste Ursache für Probleme. Wenn Substrat oder Boden komplett austrocknen, kann die Pflanze Blüten abwerfen. Umgekehrt führt der Wechsel aus Trockenheit und schwallartigem kräftigem Gießen oft zu platzenden Früchten und kann die Blütenendfäule begünstigen, weil die Pflanze Wasser- und Calciumhaushalt nicht stabil regulieren kann.
Am praktischsten ist es, die Feuchtigkeit direkt im Wurzelbereich zu kontrollieren, nicht nur an der Oberfläche. Es reicht, mit dem Finger etwa ein bis zwei Zentimeter unter der Oberfläche zu prüfen, oder alternativ einen Feuchtigkeitsmesser zu verwenden. Ist es in dieser Tiefe trocken, ist es Zeit zu gießen. Bei Hitze kann tägliches Gießen nötig sein, bei Kübelpflanzen gern auch häufiger, weil Töpfe und Pflanzsäcke schneller austrocknen als das Beet.
Richten Sie das Wasser an die Wurzeln. Gießen über das Laub erhöht das Risiko für Pilzkrankheiten, die sich bei Wärme und feuchter Blattoberfläche leichter ausbreiten. Besser ist langsam und durchdringend zu wässern, damit die Wurzeln tiefer bleiben und die Pflanze widerstandsfähiger wird. Die genaue Wassermenge lässt sich nicht in einer Zahl festlegen, weil sie von Wetter, Bodenart, Pflanzengröße und auch davon abhängt, ob Sie im Freiland, im Gewächshaus oder im Gefäß kultivieren. Ein verlässlicher Maßstab sind der Bodenzustand und die Regelmäßigkeit, denn genau die macht bei Tomaten den größten Unterschied.

Regelmäßig düngen für Blüten und Früchte
Sobald Tomaten zu blühen beginnen, lohnt es sich, auf eine Düngung mit Fokus auf Fruchtbildung umzustellen. Der Dünger sollte einen höheren Anteil an Phosphor und Kalium haben, die Blüte, Fruchtansatz und Ausfärbung fördern. Stickstoff ist zwar wichtig, aber ein Zuviel führt zu üppigem Blattwachstum auf Kosten der Ernte – ein typischer Fehler im Juli.
Flüssigdünger sind praktisch, weil sie schnell an die Wurzeln gelangen und sich der Nährstoffrhythmus leicht anpassen lässt. Die Häufigkeit kann man den Bedingungen anpassen. Pflanzen in Töpfen, Pflanzsäcken und generell in begrenztem Substratvolumen sollten häufiger gedüngt werden, typischerweise einmal pro Woche, weil beim Gießen Nährstoffe laufend ausgewaschen werden. Im Beet kann man ebenfalls wöchentlich düngen, oft reicht aber auch ein Rhythmus von einmal alle zwei Wochen, weil der Boden Nährstoffe stabiler hält als Substrat im Gefäß.
Wichtig ist die Konsequenz. Bekommen Tomaten Nährstoffe unregelmäßig, zeigt sich das am Wachstum und an der Fruchtqualität. Gerade der Juli ist die Zeit, in der sich regelmäßige Pflege am besten auszahlt – mit voll besetzten Rispen und schmackhaften Tomaten ohne unnötige Defekte.
Ausgeizen und den Bestand auslichten
Bei Wärme und Sonne können Tomaten überraschend schnell wachsen. Bei Stabtomaten, also indeterminanten Sorten, bilden sich in den Blattachseln Seitentriebe, die man als Geiztriebe bezeichnet. Lässt man sie wachsen, steckt die Pflanze Energie in zusätzliche Triebe und Blätter, statt sie in Blüten und Früchte zu lenken. Im Juli lohnt es sich daher, die Pflanzen mindestens einmal pro Woche zu kontrollieren und kleine Geiztriebe rechtzeitig auszubrechen.
Am besten entfernt man sie, solange sie klein sind, denn dann geht es leicht mit den Fingern und die Pflanze wird weniger belastet. Sobald der Trieb kräftiger ist, sind saubere, scharfe Scheren besser, damit die Wunde nicht unnötig einreißt. Überständige Triebe bedeuten außerdem einen zu dichten Bestand, der schlechter abtrocknet und belüftet. Und gerade schlechte Luftbewegung fördert Krankheiten, weil die Blätter nach dem Gießen oder nach Morgentau länger feucht bleiben.
Zur Julipflege gehört auch, die untersten Blätter sowie alle vergilbten oder beschädigten Blätter zu entfernen. Die unteren Blätter sind dem Boden am nächsten; beim Gießen können so bodenbürtige Erreger leichter auf die Pflanze gelangen. Gleichzeitig entlasten Sie die Pflanze und verbessern die Belüftung bodennah – eine einfache Maßnahme mit großer Wirkung.

Pflanzen stützen und bei Extremhitze auch schattieren
Sobald Tomaten Früchte ansetzen, werden sie schnell schwerer und die Triebe verlängern sich. Ohne Stütze biegen sich die Stängel, liegen auf dem Boden und können im schlimmsten Fall brechen – das bedeutet Ernteverlust. Ideal ist es, die Stütze schon beim Pflanzen vorzubereiten, aber falls Sie das verschoben haben, ist im Juli höchste Zeit, das nachzuholen. Verwenden können Sie Stäbe, Bambusstäbe oder Konstruktionen und die Triebe mit weichem Bindematerial anbinden, das nicht in den Stängel einschneidet. Eine Alternative sind Tomatenkäfige, die die Pflanze umschließen und aufrecht halten.
Während Hitzewellen lohnt es sich, die Temperaturen im Auge zu behalten, besonders im Gewächshaus. Tomaten mögen Wärme, doch bei extremen Werten geraten sie in Stress und können Blüten abwerfen. Steigt die Temperatur in kritische Bereiche, hilft eine vorübergehende Schattierung. Ein Schattiernetz mit leichter Beschattung reduziert Sonnenbrand und Überhitzung von Blättern und Früchten, ohne den Pflanzen das nötige Licht zu nehmen. Im Gewächshaus ist außerdem gutes Lüften wichtig, um Überhitzung zu verhindern, denn dauerhaft zu hohe Temperaturen mindern die Vitalität der Pflanzen.

Die Juliroutine ist der beste Weg zu einer reichen Ernte
Wenn Sie im Juli auf gleichmäßige Bewässerung, regelmäßiges Düngen, konsequentes Ausgeizen und gutes Anbinden achten, bekommen Sie gesündere Pflanzen und deutlich bessere Chancen auf gleichmäßig reifende, nicht platzende Früchte. Tomaten reagieren in dieser Zeit sehr schnell auf Pflege, und kleine, rechtzeitig gesetzte Maßnahmen ersparen später oft große Probleme. Bei Hitze entscheidet vor allem Konsequenz, denn genau sie hält die Pflanzen auch an den Tagen in Form, an denen die Sonne am stärksten brennt.
Quelle: Homes and Gardens, Envii , Pestrazahrada.cz
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