Zwiebeln ernten, trocknen und lagern, damit sie möglichst lange frisch bleiben
Zwiebeln gehören weltweit zu den am häufigsten verwendeten Grundlagen in der Küche. Umso ärgerlicher ist es, wenn Sie nach dem letzten Stück greifen und es innen weich, schimmelig oder schon unangenehm riechend ist. Wenn Sie Zwiebeln selbst anbauen, haben Sie einen großen Vorteil bei Geschmack und Frische, gleichzeitig müssen aber Ernte, anschließendes Nachtrocknen und die richtige Lagerung stimmen. Genau diese Schritte entscheiden darüber, ob Sie nur ein paar Wochen lang gute Zwiebeln haben oder problemlos den ganzen Winter bis zur nächsten Saison.
Woran man erkennt, dass Zwiebeln erntereif sind
Die Ernte von üblichen, runden Speisezwiebeln folgt unabhängig von der Sorte ähnlichen Regeln. Im Sommer können Sie bei Bedarf einzelne Zwiebeln für den direkten Verbrauch ziehen, für eine lange Lagerung ist bei der Haupternte jedoch der richtige Zeitpunkt entscheidend. Die Pflanze selbst sendet klare Signale, dass sie das Wachstum beendet und sich auf die Ruhephase vorbereitet.
Das Laub knickt um und legt sich
Sobald das Laub nicht mehr aufrecht steht und sich zum Boden neigt, ist das meist das erste deutliche Zeichen, dass die Zwiebel ausreift. In dieser Phase fließt weniger Energie ins Laub, und die Zwiebel ist für eine längere Lagerung deutlich besser geeignet.
Der Hals wird weich
Die Stelle, an der die Blätter in die Zwiebel übergehen, der sogenannte Hals, wird weicher und trocknet nach und nach ein. Das Erweichen und anschließende Abtrocknen des Halses ist wichtig, denn genau dort könnte beim Lagern leicht Feuchtigkeit eindringen und Fäulnis in Gang setzen.
Die Blätter vergilben, werden braun und trocknen ab
Gegen Ende des Sommers oder zu Beginn des Herbstes verändert das Laub sichtbar seine Farbe, wird gelblich bis bräunlich und verliert Saft. Wenn die Pflanze so abtrocknet, sollten Sie die Zwiebeln bald ernten. Zu langes Warten kann die Lagerfähigkeit verschlechtern, besonders wenn feuchtes Wetter einsetzt.
Zwiebeln richtig ernten, damit sie nicht zu faulen beginnen
Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, lohnt sich ein schonendes Vorgehen. Heben Sie zuerst den Boden um die Zwiebeln vorsichtig mit einer Grabegabel oder einem ähnlichen Werkzeug an, damit die Zwiebeln nicht gewaltsam herausgerissen werden. Ziehen Sie sie danach am Laub heraus, aber ohne unnötiges Reißen. Wichtig ist, die Zwiebeln nicht zu verletzen und Hals sowie Laub möglichst unbeschädigt zu lassen, denn Beschädigungen sind beim Lagern oft der Ausgangspunkt für Fäulnis.
Wenn es trocken ist und kein Frost droht, können Sie die Zwiebeln kurz auf dem Beet liegen lassen, typischerweise ein bis zwei Tage. Das ist vor allem fürs oberflächliche Antrocknen sinnvoll. Ist es jedoch nass, bleibt der Tau lange stehen oder drohen Bodenfröste, bringen Sie die Zwiebeln sofort an einen geschützten Ort. Gut geeignet sind zum Beispiel Garage, Unterstand oder eine überdachte Veranda, wo es nicht regnet und die Luft zirkulieren kann.

Was das Trocknen von Zwiebeln bedeutet und warum es so wichtig ist
Das Trocknen beziehungsweise Nachtrocknen vor der Lagerung ist ein Prozess, bei dem die äußeren Schichten nach und nach austrocknen und sich um die Zwiebel zusammenziehen. Es entsteht eine festere, papierartige Hülle, die die Zwiebel sowohl vor dem Austrocknen als auch vor Mikroorganismen schützt. Gleichzeitig schließt sich der Hals vollständig, sodass Feuchtigkeit schwerer eindringen kann. Das Ergebnis ist eine festere und deutlich haltbarere Ernte.
Zwiebeln richtig trocknen, damit sie monatelang halten
Das Nachtrocknen ist technisch einfach, erfordert aber passende Bedingungen und Geduld. Die Grundregel lautet: Zwiebeln müssen trocknen, nicht schwitzen. Deshalb brauchen sie Platz um sich herum und eine gute Luftzirkulation. Legen Sie die Zwiebeln in einer einzigen Schicht aus, sodass sie sich möglichst nicht berühren, und wenden Sie sie alle paar Tage vorsichtig, damit sie gleichmäßig abtrocknen. Als Unterlage eignen sich Papier, Karton, Holz oder auch ein sauberer Boden; wichtig ist nur, dass die Zwiebeln nicht im Feuchten liegen.
Ideal ist eine warme, trockene, luftige Umgebung ohne direkte Sonne. Direkte Sonneneinstrahlung ist beim Trocknen nicht nötig und kann die Oberfläche unnötig überhitzen. Entscheidend ist außerdem eine behutsame Handhabung, denn Druckstellen und Stoßschäden zeigen sich im Lager oft erst nach Wochen.
Wann das Trocknen abgeschlossen ist
Während des Trocknens welkt der Hals nach und nach, trocknet aus und die Schalen ziehen sich zu einer festen, papierartigen Hülle zusammen. Sobald der Hals komplett trocken und fest zugezogen ist und das Laub keine Feuchtigkeit mehr enthält, können Sie die Zwiebeln für die Lagerung fertig machen. Die Wurzeln lassen sich unten an der Zwiebel mit einer Schere abschneiden. Das Laub können Sie so einkürzen, dass oberhalb der Zwiebel nur ein kurzes Stück stehen bleibt. Zwiebeln mit noch grünem Hals oder mit beschädigter beziehungsweise angeschlagener Zwiebel sollten Sie besser aussortieren und zügig verbrauchen.

Wo und wie man Zwiebeln lagert, damit sie nicht schimmeln
Am wohlsten fühlen sich Zwiebeln kühl, trocken und dunkel. Geeignet sind Räume wie Keller, kühle Garage oder Gartenhaus, sofern sie zugleich gut belüftet und nicht zu feucht sind. Wichtig ist die Luftbewegung, denn stehende Feuchtigkeit fördert Fäulnis und auch das Austreiben. Praktisch ist es daher, Zwiebeln in Netzen, luftigen Kisten, auf Holzregalen oder in einer Schachtel mit Öffnungen zu lagern, die Zirkulation ermöglicht. Wenn Sie Zwiebeln in einem luftdichten Behälter aufschichten, steigt das Verderbrisiko deutlich.
Wie lange Zwiebeln je nach Typ halten
Die Haltbarkeit unterscheidet sich je nach Sorte deutlich. Grundsätzlich kann man Zwiebeln in milde, eher süßliche Typen und in ausgeprägte Lagerzwiebeln einteilen. Mildere Zwiebeln sind meist saftiger und auch roh hervorragend, eine lange Lagerung bekommen ihnen aber weniger gut. Schärfere Zwiebeln enthalten mehr schwefelhaltige Stoffe, die unter anderem den Abbau und Befall auf natürliche Weise bremsen.
Milde und süße Zwiebeln
Süßere und milde Sorten haben häufig größere Zwiebeln, dickere, saftige Schichten und die Schale lässt sich leicht abziehen. Sie eignen sich für Salate, Sandwiches und auch für Zwiebelringe. Im Lager halten sie jedoch meist nur kürzer, oft einige Wochen bis wenige Monate selbst bei guten Bedingungen. Wenn Sie mehrere Typen anbauen, lohnt es sich, beim Verbrauch mit den milden zu beginnen. Größere Überschüsse lassen sich außerdem zum Einkochen, für Chutney, Salsas oder für langsam karamellisierte Zwiebeln nutzen.
Scharfe Lagerzwiebeln
Schärfere Zwiebeln sind oft kleiner, haben eine festere Schale, dünnere Schichten und reizen beim Schneiden meist stärker die Augen. Genau die Stoffe, die das Tränen auslösen, helfen zugleich, Fäulnis zu begrenzen, weshalb diese Sorten für die Winterlagerung am zuverlässigsten sind. Damit sie möglichst lange halten, müssen sie nach der Ernte gründlich durchtrocknen, typischerweise mehrere Wochen je nach Bedingungen. Wenn Trocknung und Lagerung stimmen, kann eine gute Lagerzwiebel ihre Küchenqualität sehr lange bewahren, durchaus bis etwa ein Jahr.
Praktische Kontrolle während der Lagerung
Auch bei guter Vorgehensweise lohnt es sich, die Vorräte regelmäßig zu kontrollieren. Sobald Sie ein weicheres Exemplar finden, eine Zwiebel mit auffälligem Hals oder mit einem dunklen Fleck, trennen Sie sie ab und verbrauchen Sie sie rasch. Ein einziges verderbendes Stück kann in einem schlecht belüfteten Raum die Bedingungen auch für die übrigen verschlechtern. Richtig getrocknete und gelagerte Zwiebeln haben eine feste Zwiebel, einen trockenen Hals und eine saubere, papierartige Schale, die beim Zusammendrücken raschelt.
Je mehr sie beim Schneiden brennt, desto länger hält sie in der Regel bei der Lagerung.
Quelle: Gardeners, Grow Veg , Pestrazahrada.cz
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