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Die häufigsten Kartoffelkrankheiten im Garten und wie Sie die Ernte schützen

July 25, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Die häufigsten Kartoffelkrankheiten im Garten und wie Sie die Ernte schützen
Kartoffelanbau / Foto: Depositphotos
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Kartoffeln gehören in deutschen Gärten zu den am häufigsten angebauten Kulturen, weil sie meist keine komplizierte Pflege brauchen und selbst weniger erfahrenen Gärtnern eine ordentliche Ernte liefern können. Trotzdem treten bei ihnen oft Krankheiten und Schädlinge auf, die den Ertrag deutlich reduzieren, die Lagerfähigkeit verschlechtern oder die Knollen optisch und geschmacklich entwerten. Den größten Unterschied macht eine schnelle Reaktion. Werden die ersten Anzeichen unterschätzt, breitet sich das Problem leicht auf weitere Pflanzen aus und gelangt mitunter sogar ins Lager. Grundlage für den Erfolg sind daher das rechtzeitige Erkennen von Problemen, die richtige Vorbeugung und sinnvolle Maßnahmen während der Saison.

Kraut- und Knollenfäule als größte Bedrohung der Saison

Die Kraut- und Knollenfäule tritt vor allem bei wärmerer, feuchter Witterung auf und zählt zu den gefährlichsten Kartoffelkrankheiten. Auf den Blättern bilden sich meist unregelmäßige braune Flecken, und auf der Blattunterseite ist häufig ein hellerer Belag zu sehen. Wenn die Infektion in Gang kommt, stirbt das Kraut nach und nach ab und die Krankheit kann auch auf die Knollen übergehen, die dann faulen.

Es hilft, zertifiziertes Pflanzgut zu verwenden und Sorten mit besserer Widerstandsfähigkeit auszuwählen, zum Beispiel Adéla oder Karelia. Wichtig ist auch die Fruchtfolge: Kartoffeln sollten frühestens nach 3 bis 4 Jahren wieder an denselben Platz kommen. In Risikophasen werden fungizide Spritzungen eingesetzt; zu den häufig genannten zählen Ridomil Gold, Champion 50 WG oder Acrobat MZ. Stark befallene Pflanzenteile sollten entfernt und außerhalb des Komposts entsorgt werden, damit sich die Infektion nicht weiter verbreitet.

Gemeiner Schorf entwertet Knollen vor allem optisch

Gemeiner Schorf / Foto: Depositphotos
Gemeiner Schorf / Foto: Depositphotos

Gemeiner Schorf zeigt sich vor allem an den Knollen. Auf der Oberfläche entstehen raue, korkige Flecken, manchmal auch Risse, während das Innere der Knolle oft in Ordnung ist. Für Gärtner ist das vor allem wegen der Optik und der schwierigeren Küchenverarbeitung ärgerlich, auch wenn es nicht immer eine vollständige Vernichtung der Ernte bedeutet.

Eine gute Strategie ist, weniger empfindliche Sorten zu wählen, zum Beispiel Rosara oder Red Anna. Schorf begünstigen Böden mit höherem pH-Wert, deshalb empfiehlt es sich, die Bodenreaktion ungefähr bei 5,2 bis 5,5 zu halten. Verschärfen kann das Problem auch frischer Stallmist, den man besser durch gut verrottete organische Düngung ersetzt. Hilfreich sind Fruchtwechsel sowie das Pflanzen in Boden, der nicht ausgetrocknet und nicht zu sandig ist.

Schwarzwerden der Knollen und Nassfäule bei der Lagerung

Schwarzwerden der Knollen / Foto: Depositphotos
Schwarzwerden der Knollen / Foto: Depositphotos

Das Schwarzwerden der Knollen hängt mit bakteriellen Fäulniserregern zusammen und zeigt sich oft erst nach der Ernte. Die Knollen werden weich, dunkeln nach, und typisch ist ein stark unangenehmer Geruch. Ursache ist meist eine Kombination aus Infektion und ungünstiger Handhabung, zum Beispiel Druckstellen und Verletzungen, die sich während der Lagerung schnell verschlimmern.

Die Grundlage ist, mechanische Schäden bei Ernte und Sortieren zu minimieren. Wichtig ist, Kartoffeln trocken, kühl und gut belüftet zu lagern, idealerweise bei etwa 4 bis 6 °C. Befallene Knollen müssen aussortiert werden und sollten keinesfalls als Pflanzgut verwendet werden, weil sich das Problem sonst in die nächste Saison überträgt.

Viruskrankheiten mindern Ertrag und die Vitalität des Krauts

Virosen wie das Y-Virus oder das A-Virus zeigen sich im Bestand durch Kümmerwuchs, gekräuselte Blätter, Vergilbung oder eine mosaikartige Zeichnung. Die Pflanzen sind meist schwächer und bilden weniger Knollen, was sich besonders im Gesamtertrag bemerkbar macht. Viren werden häufig über Überträger verbreitet, typischerweise Blattläuse, und auch durch ungeeignetes Pflanzgut.

Der beste Schutz ist das Pflanzen von gesundem, zertifiziertem Pflanzgut und die laufende Kontrolle des Bestands. Sobald verdächtige Pflanzen auftreten, sollten sie entfernt werden, damit sie nicht als Infektionsquelle für die Umgebung dienen. Um die Übertragung zu begrenzen, werden Spritzungen gegen Blattläuse eingesetzt, zum Beispiel Mospilan oder Karate Zeon, besonders in Zeiten mit hohem Auftreten der Überträger.

Kartoffelzystennematoden und das Problem von Kümmerwuchs

Kartoffelzystennematoden / Foto: Habio
Kartoffelzystennematoden / Foto: Habio

Kartoffelzystennematoden befallen die Wurzeln und stören die Nährstoffaufnahme. Typisch sind Vergilbung, Welke, schwaches Wachstum und eine sehr geringe Knollenbildung trotz ansonsten guter Pflege. Da es sich um ein Bodenproblem handelt, kann es am Standort längere Zeit bestehen bleiben.

Eine bewährte Lösung ist der Fruchtwechsel, wobei Kartoffeln frühestens nach vier Jahren an denselben Platz zurückkehren sollten. Deutlich hilft die Wahl resistenter Sorten, zum Beispiel Dali, Marabel oder Jelly. Bei stärkerem Befall greift man manchmal zu Boden-Biopräparaten, die nach biologischem Prinzip wirken und helfen, den Schädlingsdruck zu reduzieren, etwa Mittel, die zur Unterstützung des biologischen Gleichgewichts im Boden angeboten werden.

Wie Sie die Widerstandskraft der Kartoffeln im Beet langfristig erhöhen

Am meisten lohnt sich die Vorbeugung. Gesundes Pflanzgut, sinnvoller Fruchtwechsel, ausgewogene Düngung und das schnelle Entfernen befallener Pflanzenteile können die meisten Probleme eindämmen, noch bevor sie sich ausbreiten. Eine große Rolle spielt auch die Bodenqualität, denn in ihr beginnt die Vitalität der ganzen Pflanze.

Tipp: Die Kombination aus Kompost, Holzasche und Kräuterauszügen, zum Beispiel aus Ackerschachtelhalm oder Brennnessel, kann die natürliche Widerstandskraft des Bestands fördern und die Pflanzenkondition während der Saison verbessern.

Abschließende Empfehlung für eine gesunde und reiche Ernte

Kartoffeln sind eine zuverlässige und vielseitige Kultur, doch sie können durch Pilzkrankheiten, Bakterien, Viren und Bodenschädlinge bedroht werden. Wer den Bestand beobachtet, die Fruchtfolge einhält und auf die ersten Symptome reagiert, hat eine große Chance, Problemen vorzubeugen oder sie zumindest deutlich abzumildern. Regelmäßige Kontrolle des Krauts, sorgfältige Ernte und die richtige Lagerung sind die letzten Schritte, die darüber entscheiden, ob die Arbeit im Beet sich auch im Winter in einer gesunden Ernte auszahlt.

Quelle: Potatoes SA, British Potato, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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