Süße Möhren aus der Julisaat dieser Trick lohnt sich
Sobald Sie im Sommer Knoblauch und Zwiebeln geerntet haben, wird in den Beeten oft Platz frei, den man bis zum Herbst nicht ungenutzt lassen sollte. Gerade der Juli ist der ideale Zeitpunkt, um ein freies Stück Garten erneut zu nutzen. Viele denken in dieser Zeit gar nicht mehr an eine weitere Aussaat, dabei können Möhren angenehm überraschen.
Möhren aus späterer Aussaat schmecken oft deutlich süßer als die aus der Frühjahrsernte. Sie eignen sich deshalb vor allem für die laufende Verwendung in der Küche, für Salate, zum Knabbern und für Suppen. Man sollte allerdings damit rechnen, dass solche Möhren nicht für eine wirklich lange Lagerung über den ganzen Winter gedacht sind. Am besten nutzt man sie nach und nach frisch.
Was beim Möhrensäen am häufigsten Probleme macht
Möhren haben winzige Samen, die sich schlecht einzeln dosieren lassen. Häufig sät man zu dicht, die Pflänzchen kommen in Büscheln und später bleibt nichts anderes übrig, als einen Teil wieder auszuziehen. Möhren zu vereinzeln ist zwar eine übliche Arbeit, kann aber zeitaufwendig sein und schnell frustrieren, besonders wenn im Sommer zusätzlich Gießen und andere Gartenarbeiten anstehen.
Bei der Julisaat lohnt es sich außerdem, den ganzen Prozess zu beschleunigen. Starten die Samen langsam, verliert man unnötig Zeit, und in der Hitze besteht die Gefahr, dass die Bodenoberfläche rasch austrocknet. Es gibt jedoch eine einfache Methode, mit der die Samen vorab so vorbereitet werden, dass sie nach der Aussaat deutlich schneller loslegen.
Der Trick mit dem Leinensäckchen für schnelleres Auflaufen
Sie brauchen ein kleines, sauberes Leinensäckchen, das Sie für nichts anderes mehr verwenden. Füllen Sie ungefähr eine halbe Handvoll Möhrensamen hinein. Wichtig ist, das Säckchen nicht zu überfüllen: Die Samen müssen darin Platz haben, damit sie gleichmäßig Feuchtigkeit aufnehmen und quellen können.
Graben Sie im Beet oder an einer anderen Stelle im Garten ein Loch von etwa 30 Zentimetern Tiefe. Legen Sie das zugebundene Säckchen mit den Samen hinein und bedecken Sie alles mit guter Erde. In dieser Phase geht es darum, dass die Samen in einem natürlich feuchten Umfeld liegen, in dem sie nach und nach Kraft sammeln und sich auf die Keimung vorbereiten. Genau diese Vorbehandlung soll der Grund sein, warum Möhren anschließend spürbar zügiger starten.
Nach etwa 10 Tagen sind die Samen meist sichtbar aufgequollen, größer und manchmal schon fast vorgekeimt, sodass sie nach der Aussaat schneller reagieren.

Stärke als Helfer für eine genauere Aussaat ohne mühsames Vereinzeln
Nehmen Sie das Säckchen nach etwa zehn Tagen wieder heraus und schütten Sie die Samen in eine Schale. Geben Sie normalen Kartoffelstärkemehl dazu und mischen Sie alles so, dass die Samen nicht mehr an den Fingern kleben. Diese Kleinigkeit hat zwei Vorteile. Erstens lassen sich die Samen besser dosieren und Sie sehen sie beim Säen deutlich. Zweitens sinkt das Risiko, dass Sie sie in zu dichten Häufchen ausbringen, und damit wird auch die spätere Arbeit beim Ausdünnen weniger.
Die Aussaat machen Sie anschließend auf die übliche Weise in den vorbereiteten Boden. Ist die Erde sehr trocken, ist es besser, das Beet vor der Aussaat zu wässern, aber es lohnt sich zu warten, bis das Wasser eingezogen ist und sich die Oberfläche etwas beruhigt hat. Dann legen Sie die Samen in regelmäßigen Abständen ab, damit die späteren Möhren genügend Platz für gerades Wachstum und eine kräftige Wurzel haben.
Gießen nach der Aussaat und wann die ersten Pflänzchen zu erwarten sind
Nach dem Säen gießen Sie den Boden nicht unnötig weiter. Bei häufigem Sprengen kann sich an der Oberfläche eine härtere Kruste bilden, durch die sich die feinen Keimlinge nur schwer durcharbeiten. Wenn die Samen richtig vorbereitet sind und der Boden zuvor ausreichend feucht war, muss man meist nicht sofort erneut wässern.
Mit dieser Methode zeigen sich die ersten Keimlinge oft sehr schnell, etwa 3 bis 5 Tage nach der Aussaat, je nach Temperatur und Bodenverhältnissen. Danach reicht normale Sommerpflege: darauf achten, dass das Beet nicht austrocknet, und die süßen, spät gesäten Möhren nach Bedarf nach und nach ernten. Das Ergebnis ist meist eine schmackhafte Ernte, die in der Küche schnell Verwendung findet und durch ihre Süße auch bei Kindern beliebt ist.
Quelle: RHS, GrowVeg, MasterClass, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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