Eigene Äpfel halten bis Weihnachten mit ein paar einfachen Regeln
Wenn Obst nach der Ernte richtig behandelt und unter passenden Bedingungen gelagert wird, kann es über viele Wochen, manchmal sogar mehrere Monate, in gutem Zustand bleiben. So muss nicht alles sofort verbraucht werden, und ein Teil der Ernte lässt sich für später aufheben. Mit guter Planung stehen beispielsweise eigene Äpfel sogar noch zur Weihnachtszeit zur Verfügung.
Welche Obstsorten sich zum Lagern eignen
Nicht jedes Obst eignet sich gleichermaßen für eine längere Lagerung. Am häufigsten werden Äpfel, Birnen, Quitten und Mispeln eingelagert. Eine große Rolle spielt die Sorte, denn spät reifende Sorten halten in der Regel länger als frühe. Das bedeutet: Gerade späte Sorten sind für die Winterlagerung meist die beste Wahl.
Bei Äpfeln eignen sich für die längere Lagerung sowohl einige Tafel- als auch Kochsorten. Ähnlich ist es bei Birnen: Manche Sorten reifen langsamer nach und behalten bei richtiger Einlagerung länger ihre Qualität. Quitten und Mispeln lassen sich ebenfalls lagern, halten jedoch meist nicht so lange wie gut lagerfähige Apfelsorten.
Wann man Obst am besten einlagert
Die Lagerzeit reicht meist vom Spätherbst bis zum Ende des Winters. Wie lange sich Obst hält, hängt von Art und Sorte ab. Äpfel aus der mittleren Saison halten üblicherweise etwa vier bis acht Wochen. Späte Apfelsorten sind oft nicht direkt nach der Ernte genussreif und müssen einige Wochen nachlagern. Danach können sie sich sogar mehrere Monate halten.
Birnen werden kürzer gelagert, meist von zwei Wochen bis etwa drei Monate – je nach Bedingungen und Reifegrad bei der Ernte. Quitten sollten idealerweise innerhalb von ungefähr einem Monat verarbeitet oder verbraucht werden. Bei allen Arten gilt: Entscheidend sind sowohl der Zustand der Früchte bei der Ernte als auch die Qualität des Lagerraums.

Wie der ideale Lagerplatz für Obst aussehen sollte
Zum Einlagern eignet sich zum Beispiel ein Keller, ein Schuppen oder eine Garage, sofern sich dort die passenden Bedingungen herstellen lassen. Am wichtigsten sind kühle und gleichmäßige Temperaturen, meist zwischen 4 und 7 °C. Der Raum muss frostfrei sein, denn Frost schädigt die Früchte. Äpfel vertragen keine Temperaturen unter 2,8 °C, Birnen halten auch um 0 °C aus.
Wichtig sind außerdem gute Luftzirkulation, Dunkelheit, eine leicht erhöhte Luftfeuchte und Schutz vor Nagern. Ist das Lager zu trocken oder zu warm, schrumpft das Obst und verliert an Festigkeit. In schlecht belüfteten Räumen steigt dagegen das Risiko von Fäulnis und Schimmel.
So lagert man Obst richtig ein
Zuerst нужно man passende Behälter. Gut geeignet sind Kisten, flache Holzkisten, Regale mit Zwischenräumen oder andere Aufbewahrungen, die Luft von den Seiten und von oben durchlassen. Gerade die Luftbewegung hilft, Krankheiten zu begrenzen und Feuchtigkeit auf der Fruchtschale zu vermeiden.
Zum Lagern werden nur gesunde, unbeschädigte und nicht gedrückte Früchte ausgewählt, idealerweise mittelgroß und mit Stiel. Obst, das kurz vor der Vollreife geerntet wurde, eignet sich meist am besten zum Einlagern. Beschädigte Stücke sollten bevorzugt verbraucht werden, da sie im Lager schnell verderben.
Die Früchte legt man am besten in einer Lage aus, sodass sie sich nicht berühren. Jede Druckstelle oder Belastung kann später Fäulnis auslösen. Bei Äpfeln ist manchmal auch ein vorsichtiges Schichten möglich, allerdings nur bei ausreichend Belüftung. Mit dem Obst sollte man schon bei der Ernte und beim Transport ins Lager sehr behutsam umgehen.
Einzelne Sorten sollten getrennt gelagert werden, weil sie unterschiedlich schnell nachreifen. Liegen sie zusammen, können schneller reifende Früchte die Reifung der anderen beschleunigen. Praktisch ist es, die Kisten zu beschriften, damit klar ist, was zuerst verbraucht werden sollte und was später.
Regelmäßige Kontrolle ist der Schlüssel zum Erfolg
Eingelagertes Obst muss regelmäßig kontrolliert werden. Birnen reifen und überreifen sehr schnell und benötigen daher nahezu tägliche Kontrolle. In wärmerer Umgebung werden sie beim Nachreifen deutlich schneller weich, im kühlen Lager erkennt man die Reife eher an einer feinen Farbveränderung. Sobald sie reif sind, kann man sie für ein bis zwei Tage ins Haus holen, damit sie zum Verzehr weich werden.
Sobald eine Kiste den optimalen Reifegrad erreicht, sollte man sie aus dem Lager nehmen. Die abgegebenen Gase könnten sonst die Reifung des übrigen Obstes beschleunigen. Alle Früchte mit Fäulniszeichen müssen sofort entfernt werden, damit sich die Infektion nicht weiter ausbreitet.

Wie man die Lagerdauer zusätzlich verlängert
Eine längere Haltbarkeit lässt sich auch durch weitere Maßnahmen erreichen. Manchmal hilft es, Äpfel einzeln in Papier einzuwickeln, zum Beispiel in Zeitungspapier oder Seidenpapier. Das kann die Lagerfähigkeit verlängern, erschwert jedoch die regelmäßige Kontrolle, die sonst sehr wichtig ist.
Steht kein geeigneter Keller oder anderer kühler Raum zur Verfügung, kann man kleinere Mengen Äpfel auch im Kühlschrank lagern. In diesem Fall gibt man einige Kilogramm Obst in einen Plastikbeutel, sticht ein paar Löcher hinein und lässt den oberen Teil nur locker umgeschlagen, damit Luft zirkulieren kann. So lässt sich das Obst mehrere Wochen aufbewahren.
Manche Birnen kann man auch lose im Gemüsefach des Kühlschranks lagern, wodurch sich ihre Nachreife verlangsamt. Das ist besonders hilfreich, wenn Früchte in unterschiedlichen Reifestadien nach und nach verbraucht werden sollen.
Die häufigsten Probleme bei der Lagerung
Das häufigste Problem ist Fäulnis. Pilzkrankheiten befallen vor allem beschädigte Früchte und breiten sich besonders dort aus, wo es an ausreichender Belüftung fehlt. Deshalb ist es wichtig, den Lagerraum und die Behälter jedes Jahr gründlich zu reinigen. So sinkt das Risiko für Krankheiten wie Monilia-Fruchtfäule oder Grauschimmel.
Nicht jede optische Veränderung bedeutet jedoch einen Pilzbefall. Am Obst können auch Lagerstörungen auftreten. Dunkle Flecken auf der Schale können mit Gasen zusammenhängen, die das Obst selbst abgibt. Eine weitere Störung sind eingesunkene braune Stellen im Fruchtfleisch, oft mit Calciummangel in Verbindung gebracht.
Bei Äpfeln, die in Kunststoffverpackungen gelagert werden, kann es durch die Anreicherung von Kohlendioxid zu einer Verfärbung des Fruchtfleisches um das Kerngehäuse kommen. Manchmal wirkt das Fruchtfleisch glasig, was mit einer Störung der Saftverteilung in der Frucht zusammenhängt. Bei Birnen und Quitten kann auch eine Innenbräune auftreten; deren Ursache ist nicht immer eindeutig, hängt aber häufig mit den Bedingungen während des Wachstums und bei der Lagerung zusammen.
Die Früchte können außerdem austrocknen und schrumpelig werden. Ursache sind meist zu hohe Temperaturen oder zu geringe Luftfeuchte. Helfen kann es, den Boden im Lager gelegentlich zu befeuchten oder Äpfel in eine geeignete Verpackung zu legen, die den Feuchtigkeitsverlust begrenzt. Selbstverständlich ist auch der Schutz vor Mäusen, Ratten und anderen Schädlingen, die die Ernte schnell beschädigen können.
Sorgfältige Auswahl gesunder Früchte, eine kühle, stabile Umgebung und regelmäßige Kontrolle entscheiden darüber, ob Obst aus dem Garten bis in den Winter hinein seine Qualität behält.
Quelle: Rhs, Gardener’s World , Pestrazahrada.cz
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