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Ziehen Sie diese Pflanze und haben Sie Zierde, Gewürz und Naturheilmittel

July 22, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Ziehen Sie diese Pflanze und haben Sie Zierde, Gewürz und Naturheilmittel
Umgangssprachlich Kapuzinerkresse, fachlich Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), auch bekannt als Große Kapuzinerkresse / Foto: Depositphotos
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Umgangssprachlich Kresse, fachlich Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), auch als Große Kapuzinerkresse bekannt, ist eine Pflanze, die viele vor allem als auffälligen Schmuck für Beete und Blumenkästen sehen. Tatsächlich kann sie aber deutlich mehr. Sie ist essbar, geschmacklich spannend und wird traditionell auch als unterstützende Heilpflanze genutzt, besonders bei Beschwerden im Zusammenhang mit Atemwegen und Harnwegen. Deshalb wird sie oft als 3-in-1-Pflanze beschrieben. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika und verbreitete sich etwa im 17. Jahrhundert in Europa; seitdem sind zudem zahlreiche neue Sorten mit unterschiedlichem Wuchs und verschiedenen Blütenfarben entstanden.

Standort und Pflege: was Kapuzinerkresse wirklich braucht

Am besten gedeiht sie an einem sonnigen, windgeschützten Platz. Sie wächst schnell und ist bei grundlegender Pflege auch für Einsteiger sehr zuverlässig. Gleichzeitig gilt: Zu reichliches Düngen ist nicht sinnvoll, denn dann bildet sie viele Blätter auf Kosten der Blüten.

Was Kapuzinerkresse jedoch verlangt, ist regelmäßiges Gießen. Denken Sie an sie an heißen Tagen und besonders bei der Kultur im Topf, wo das Substrat schneller austrocknet. Für Balkonkästen und Töpfe eignen sich vor allem niedrige, kompakte Sorten.

Aussaat und Voranzucht: wann starten und worauf achten

Kapuzinerkresse kann man im April im Gewächshaus, Frühbeet oder zu Hause am Fenster vorziehen. Wenn Sie nicht vorziehen möchten, säen Sie sie Anfang Mai direkt ins Beet. Wichtig ist, nicht zu früh zu sein, denn Kapuzinerkresse verträgt selbst leichten Bodenfrost schlecht.

Praktisch ist die Aussaat in Torf- oder Kunststofftöpfen, weil sich die Jungpflanzen dann mit weniger Stress verpflanzen lassen. Klären Sie vorher auch, wie viel Platz Sie ihr geben können. Es gibt Sorten mit Trieben von mehreren Metern Länge, aber auch niedrige Buschtypen, die meist um die 25 cm hoch werden.

Anbau im Topf und im Beet

Balkonkasten am Fenster oder Topf auf der Terrasse

Für Gefäße wählen Sie niedrigere Sorten, die einen kompakten, runden Wuchs bilden und nicht unkontrolliert wuchern. Häufig empfohlen werden zum Beispiel ‘Baby Rose’, ‘Bijou Double’ oder ‘Tom Pouce’, die in Gelb-, Orange-, Lachs- oder Karminrot-Tönen blühen.

Auch wenn Kapuzinerkresse Sonne liebt, kann ihr im Topf extreme pralle Hitze schaden. Ist die Terrasse aufgeheizt und das Gefäß überhitzt, hilft eine leichte Schattierung oder ein Platz, an dem sie eher Vormittagssonne bekommt.

Freiland und größere Beete

Im Beet können Sie sie zwischen Kräuter, Gemüse und Zierpflanzen setzen. Wenn Sie wenig Platz haben, wählen Sie weniger wüchsige Typen. Für größere Flächen eignen sich auch kletternde und überhängende Formen, etwa die bunte Mischung ‘Grande’ oder die Sorte ‘Out of Africa’ mit attraktiv panaschierten Blättern.

Kapuzinerkresse als Zierelement an Kanten und an Rankhilfen

Niedrige Sorten lassen sich zur Beet-Einfassung nutzen oder als farbiger Akzent in Balkonkästen. Langtriebige Typen kann man überhängend oder kletternd kultivieren, allerdings muss man damit rechnen, dass sie sich nicht von selbst festhalten. Für einen schönen Effekt geben Sie ihnen daher eine Stütze und binden die Triebe nach und nach an.

Kapuzinerkresse / Foto: Depositphotos
Kapuzinerkresse / Foto: Depositphotos

Ernte von Blüten, Blättern und Samen

Blüten und Blätter werden im Laufe des Sommers geerntet. Blüten können Sie als noch geschlossene Knospen oder nur halb geöffnet pflücken, gern auch mit Stiel. Bei vollständig geöffneten Blüten achten Sie darauf, ob sich Insekten darin verstecken, und spülen Sie sie vor der Verwendung gründlich mit kaltem Wasser ab.

Blätter ernten Sie am besten morgens, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Sie halten sich kurz im Kühlschrank, am aromatischsten sind sie jedoch frisch gepflückt. Nach der Blüte können Sie auch Früchte und Samen ernten. Wenn Sie eigenes Saatgut gewinnen möchten, lassen Sie einen Teil der Blüten an der Pflanze. Die Reife erkennen Sie an der cremefarbenen Färbung; voll ausgereifte Samen fallen oft von selbst ab. Trocknen Sie sie dann nach und lagern Sie sie bis zum Frühjahr in einer Papiertüte an einem dunklen Ort.

Kapuzinerkresse als natürliche Unterstützung bei Erkältung

Neben der kulinarischen Verwendung wird Kapuzinerkresse auch wegen ihrer Effekte geschätzt, die als natürlich antibiotisch und antiseptisch beschrieben werden. Traditionell nutzt man sie bei Erkältungen und als unterstützendes Mittel bei Entzündungen der Atemwege und der Harnwege. Es wird auch eine Wirkung gegen einige Viren erwähnt, weshalb man von einer Pflanze mit breitem Einsatzspektrum spricht.

Verwendet werden vor allem frische Blätter und Blüten. Die Samen lassen sich trocknen, zerstoßen und mit heißem Wasser als Aufguss überbrühen. Beliebt sind auch Tinkturen aus Knospen. Der oberirdische Teil enthält unter anderem Vitamin C und weitere natürliche Stoffe wie Flavonoide und Carotinoide sowie Mineralstoffe wie Phosphor und Eisen.

In der Küche punktet sie in Salaten und als selbst gemachte Kapern

Kapuzinerkresse verleitet zwar dazu, sie für süße Desserts zu verwenden, ihr Geschmack ist jedoch kräftig, leicht pikant und erinnert an Radieschen. Deshalb passt sie eher zu herzhaften Speisen, zu Gemüse und auch zu Fleisch. Junge Blätter und die farbigen Blüten ergänzen frische Salate hervorragend, und die Blüten eignen sich auch als essbare Dekoration für belegte Brote und Häppchen.

Junge Triebe mit Blättern kann man fein hacken und in Aufstriche geben oder in ein Omelett mischen. Aus größeren Blättern lassen sich ungewöhnliche Röllchen zubereiten. Kapuzinerkresse kann man in Öl oder Essig einlegen und sie später in der Küche als Vorrat nutzen. Ungeöffnete Knospen werden häufig ähnlich wie Kapern eingelegt, also in einen salzigen, gewürzten Sud mit Essig.

Quelle: Gardener’s World, RHS, Záhrada, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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