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Ritterstern, der jahrelang blühen kann, den aber viele nach der Blüte unnötig wegwerfen

September 18, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Jarmila M.
Ritterstern, der jahrelang blühen kann, den aber viele nach der Blüte unnötig wegwerfen
Amaryllis / Foto: Depositphotos
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Hippeastrum zählt zu den beliebten Zwiebelpflanzen, die viele vor allem mit der Weihnachtszeit verbinden. Häufig wird es fälschlicherweise als Amaryllis bezeichnet – im Alltag ist dieser Name jedoch sehr gebräuchlich. Es handelt sich um eine auffällige Zimmerpflanze mit großen Blüten, die bei richtiger Pflege nicht nur einmal blüht, sondern auch in den Folgejahren immer wieder Freude macht.

Die Pflanze wird im Topf im Haus kultiviert, da sie nicht frosthart ist. Sie blüht meist von Winter bis Frühjahr und erreicht je nach Sorte etwa 25 bis 90 Zentimeter. Ideal ist ein heller Standort mit diffusem Licht; die Kultur gilt als mittelmäßig einfach und ist daher auch für weniger erfahrene Pflanzenfreunde geeignet.

Wie man die Zwiebel richtig einpflanzt

Die beste Pflanzzeit liegt zwischen Oktober und Januar. Ist die Zwiebel gesund und von guter Qualität, erscheinen die Blüten meist etwa sechs bis acht Wochen nach dem Einpflanzen. Hippeastrum braucht nur einen Topf, der etwas größer ist als die Zwiebel selbst. Wichtig ist, dass ungefähr zwei Drittel der Zwiebel über der Substratoberfläche bleiben, denn zu tiefes Pflanzen bekommt ihr nicht.

Geeignet ist ein luftiges, gut durchlässiges, torffreies Substrat, zum Beispiel eine Mischung für Zimmerpflanzen oder ein etwas lehmigeres Substrat für die Topfkultur. Nach dem Einpflanzen stellt man den Topf am besten sehr hell bei etwa 21 °C. Anfangs wird sparsam gegossen. Sobald neue Blätter erscheinen, kann regelmäßiger gegossen werden. Das Substrat sollte nicht völlig austrocknen, gleichzeitig darf aber auch kein Wasser lange im Untersetzer stehen.

Da sich der Blütenschaft von Natur aus zum Licht hin neigt, lohnt es sich, den Topf regelmäßig zu drehen. Sorten mit besonders großen Blüten benötigen mitunter eine Stütze, damit der Schaft nicht umknickt. Sobald die Pflanze aufblüht, ist es besser, sie an einen etwas kühleren Platz mit etwa 15 bis 18 °C zu stellen. So bleiben die Blüten länger frisch.

Die Pflege nach der Blüte entscheidet über die nächste Blüte

Nach der Blüte reicht es nicht, die Pflanze einfach beiseitezustellen. Gerade die folgenden Monate bestimmen maßgeblich, ob die Zwiebel erneut Knospen ansetzt. Verblühte Blütenschäfte werden bis zur Basis abgeschnitten, die Blätter müssen jedoch stehen bleiben. Über sie sammelt die Zwiebel Energiereserven für die nächste Saison. Während der Wachstumsphase sollte vorsichtig, aber gleichmäßig gegossen und einmal wöchentlich ein ausgewogener Flüssigdünger gegeben werden.

Im Sommer kann die Pflanze im Topf draußen oder im Gewächshaus stehen. Sie muss jedoch vor praller Mittagssonne geschützt werden und darf nicht austrocknen. Ende September empfiehlt es sich, sie an einen hellen, aber kühleren Platz mit etwa 13 °C zu stellen. Über acht bis zehn Wochen wird das Gießen reduziert und das Düngen eingestellt, damit die Pflanze in eine ruhigere Phase übergeht.

Nach dieser Zeit werden alte Blätter etwa 10 Zentimeter über dem Zwiebelhals eingekürzt und die obere Substratschicht erneuert. Anschließend kann man wieder mit dem üblichen Programm fortfahren – wie beim Pflanzen einer neuen Zwiebel.

Amaryllis / Depositphotos
Amaryllis / Depositphotos

Zweite Möglichkeit für die Ruhephase

Es gibt auch einen einfacheren Weg. Ende September wird das Gießen vollständig eingestellt und die Pflanze darf nach und nach abtrocknen. Der oberirdische Teil kann einziehen. Verblühte Schäfte und vergilbte Blätter werden entfernt, und der Topf wird für ein bis zwei Monate an einen kühlen Ort gestellt, etwa in die Garage oder ins Gewächshaus. Licht ist in dieser Phase nicht entscheidend. Danach kommt die Pflanze wieder in Wärme und Helligkeit, und man beginnt erneut zu gießen und zu düngen.

Umtopfen und langfristige Kultur

Hippeastrum muss nicht jedes Jahr umgetopft werden. In der Regel reicht es alle zwei bis drei Jahre, idealerweise zwischen Januar und März nach der Blüte. Beim Umtopfen sollte man den Gesundheitszustand der Zwiebel kontrollieren, beschädigte Stellen entfernen und frisches, durchlässiges Substrat ergänzen. Gerade die regelmäßige Erneuerung der Erde hilft, die Pflanze dauerhaft in guter Verfassung zu halten.

Vermehrungsmöglichkeiten

Diese Pflanze lässt sich auf zwei Hauptarten vermehren: durch Aussaat von Samen oder durch Abtrennen von Tochterzwiebeln. Beide Varianten haben ihre Besonderheiten und unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell man sich über Blüten freuen kann.

Aussaat

Aus Samen gezogene Pflanzen brauchen viel Zeit. Bis zur Ausreife und zur ersten Blüte können bis zu sechs Jahre vergehen. Zudem unterscheiden sie sich im Erscheinungsbild oft von der Mutterpflanze. Am besten sät man möglichst frisches Saatgut im Frühjahr in ein leichtes, gut drainierendes Aussaatsubstrat. Die Temperatur sollte bei etwa 21 °C liegen.

Etwa fünf bis sechs Wochen nach dem Keimen empfiehlt es sich, mit einem üblichen Zimmerpflanzendünger zu düngen und damit bis September fortzufahren. Junge Pflanzen werden einzeln in kleinere Töpfe gesetzt und nach und nach in etwas größere umgepflanzt, sobald die Wurzeln den Topf ausfüllen. Im Unterschied zu erwachsenen Zwiebeln sollte bei ihnen keine Ruhephase erzwungen werden – sie sollen kontinuierlich bei milder Wärme weiterwachsen.

Tochterzwiebeln

Praktischer ist meist die Vermehrung über Ableger. Diese trennt man beim Umtopfen ab, also zwischen Januar und März. Am besten eignen sich Tochterzwiebeln, die bereits eigene Wurzeln haben. Nach dem Abtrennen werden sie einzeln in durchlässiges Substrat gesetzt und bei etwa 21 °C kultiviert. So gewonnene Pflanzen entsprechen in der Regel der Mutterpflanze und blühen nach ungefähr drei bis vier Jahren.

Amaryllis-Zwiebel / Foto: Depositphotos
Amaryllis-Zwiebel / Foto: Depositphotos

Beliebte Sorten für die Kultur zu Hause

Das Angebot an Rittersternen ist groß, und vor dem Winter sind viele farbige Varianten erhältlich. Interessant ist zum Beispiel Hippeastrum papilio mit ungewöhnlichen weißen Blüten, ergänzt durch dunkelrote Adern und grünliche Töne. Sehr eindrucksvoll ist die Sorte Belinda mit tief karminroten Blüten. Bestseller fällt durch ein kräftiges Rosa auf, während Red Lion zu den Klassikern mit stabilen roten Blüten zählt. Bekannt sind auch Star of Holland mit rot-weißer Zeichnung sowie Lady Jane, die halbgefüllte lachsrosa Blüten bildet.

Warum die Pflanze manchmal nicht blüht

Die häufigste Ursache für Misserfolge ist eine falsche Pflege in der vorherigen Phase. Die Zwiebel blüht möglicherweise nicht, wenn sie zu früh in die Ruhephase geschickt wurde, wenn sie zu schattig stand oder wenn sie im Sommer unter Wassermangel gelitten hat. Eine schwache Blüte kann auch darauf zurückzuführen sein, dass die Blätter nach der Blüte nicht genug Zeit hatten, Reservestoffe einzulagern.

Probleme können auch Krankheiten und Schädlinge verursachen. Manchmal sind Pilzinfektionen oder zwiebelbefallende Schädlinge verantwortlich. Steht die Pflanze im Sommer draußen, sollte man außerdem Schnecken im Blick behalten, die die Blätter beschädigen können. Bei richtiger Vorgehensweise ist Hippeastrum jedoch eine zuverlässige und äußerst effektvolle Pflanze, die jedes Jahr zum Blickfang im winterlichen Wohnraum werden kann.

Quelle: Rhs, Gardeners World, Pestrazahrada.cz

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Jarmila M.
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