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Trockenheitsverträgliche exotische Obstbäume für deutsche Gärten

August 20, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Trockenheitsverträgliche exotische Obstbäume für deutsche Gärten
Granatapfelbaum / Foto: Depositphotos
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Obstbäume wie Granatapfel, Olive oder Feige verbinden die meisten vor allem mit Urlaub am Meer. Doch das Wetter verändert sich, und in vielen Regionen erinnert der Sommer inzwischen an Bedingungen, an die diese Gehölze angepasst sind. Genau deshalb tauchen sie immer häufiger auch in unseren Gärten auf, wo sie nicht nur optisch, sondern auch mit ihren Früchten überraschen können. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine Sorte, die winterliche Temperaturen verkraftet, und ein Standort mit möglichst viel Sonne und Windschutz.

Wenn Wasser knapp wird, haben die Robusteren die Nase vorn

Wiederkehrende Trockenperioden zwingen Gartenbesitzer dazu, zu überlegen, was man pflanzen kann, damit der Garten auch ohne tägliches Gießen funktioniert. Neben klassisch trockenheitsverträglichen Gehölzen wie Hasel, Esskastanie, Mandel, Speierling oder Kornelkirsche lohnen auch Arten Aufmerksamkeit, die früher eher als Exoten galten. Viele von ihnen gehen sehr sparsam mit Wasser um und können bei der richtigen Standortwahl sogar stärkere Fröste überstehen.

Vom Mittelmeer in den Garten nur an passenden Standorten

Das bedeutet nicht, dass Olive oder Granatapfel überall passen. Am wohlsten fühlen sie sich in wärmeren Regionen, an Südhängen und in tieferen Lagen mit langer Vegetationszeit. Für höhere Lagen, Kaltluftsenken und Plätze, an denen Schnee lange liegen bleibt, lohnt es sich in der Regel nicht, solche wärmeliebenden Bäume zu pflanzen. Selbst in milden Gebieten sollte man Schutz vor Extremwetter mitdenken, besonders bei starken Winterausschlägen.

Olivenbäume mit guten Erfolgsaussichten

Olivenbaum / Foto: Depositphotos
Olivenbaum / Foto: Depositphotos

Olivenbaum Megaron

Die Sorte Megaron ist interessant, weil sie bei guten Bedingungen auch bei uns kultivierbar sein kann und im Freiland etwa drei Meter hoch wird. Sie bildet größere, bräunlich gefärbte Oliven. Drohen wirklich strenge Fröste, ist Schutz sinnvoll, oder man erzieht sie so, dass sie sich leichter abdecken lässt. Weil sie relativ kompakt wächst, eignet sie sich auch als Kübelpflanze.

Olivenbaum Chalkidiki

Chalkidiki zählt zu den Sorten, die Frost bis etwa minus fünfzehn Grad vertragen. Bei niedrigeren Temperaturen sollte man mit Schutz rechnen, besonders bei jungen Pflanzen. Vorteilhaft ist, dass sie sich gut für Kübel eignet, sodass man sie im Winter in ein Kalthaus, einen Wintergarten oder ein Folienhaus stellen kann. Sie wird um die drei Meter hoch und trägt grüne Oliven.

Granatapfelbäume für Mutige und für Vorsichtige

Nikitskij černyj als winterharter Favorit

Wenn Sie einen Granatapfel ausprobieren möchten und maximale Robustheit suchen, wird häufig die Sorte Nikitskij černyj genannt. In guter Verfassung kann sie Fröste bis etwa minus dreißig Grad aushalten. Die Früchte sind auffallend dunkel und wirken manchmal fast schwarz. Der Baum liebt volle Sonne, und ausgereifte Früchte eignen sich für Obstsalate, Getränke oder zum Gewinnen von reinem Saft.

Hermione mit süßeren und größeren Früchten

Die Sorte Hermione ist wegen ihrer größeren, süßen Früchte beliebt. Ihre Winterhärte wird meist mit minus fünfzehn bis minus zwanzig Grad angegeben, wobei Mikroklima und Standortschutz viel ausmachen. Am besten gedeiht sie an einem warmen, geschützten und ganztägig sonnigen Platz. Die Früchte eignen sich zum Frischverzehr ebenso wie für Salate und Obst-Mischungen.

Echter Feigenbaum und einfache Regeln für den Erfolg

Feigenbaum / Depositphotos
Feigenbaum / Depositphotos

English Brown Turkey und ein Boden ohne unnötige Komplikationen

Der Echte Feigenbaum, zum Beispiel die Sorte English Brown Turkey, ist beim Boden meist nicht übertrieben anspruchsvoll. Er schätzt jedoch Erde, die nicht sauer ist, und kommt oft auch mit einem schwereren, lehmigen Untergrund gut zurecht. Beim Pflanzen hilft es, wenn Sie den Boden im Pflanzloch durch die Zugabe von Pflanzsubstrat lockern. Danach reichen eine vernünftige, eher zurückhaltende Wassergabe und vor allem viel Sonne.

Weniger Wasser kann mehr Winterhärte bedeuten

Bei Feigen lohnt es sich, nicht zu viel zu gießen. Steht zu viel Wasser zur Verfügung, wachsen sie oft stark, bilden lange Jahrestriebe und das Holz reift dann nicht rechtzeitig aus. Gerade ausgereiftes Holz ist jedoch entscheidend, um den Winter gut zu überstehen. Ein geschützter Platz an einer Wand, im Windschatten oder in einem warmen Gartenteil hilft nicht nur bei der Ernte, sondern auch beim Überwintern.

Winterschutz für den Feigenbaum Schritt für Schritt

Nach der Ernte im Herbst ist es sinnvoll, den Baum durch Schnitt so zu formen, dass er sich gut schützen lässt. Bei älteren Feigen werden die Äste häufig auf etwa zweieinhalb Meter eingekürzt. Junge, biegsame Triebe kann man zum Boden herunterbinden und gründlich isolieren, zum Beispiel mit Stroh, alternativ auch mit einer dicken Schicht aus Reisig und Laub. Die zusammengebundenen Äste werden anschließend mit einem atmungsaktiven Vlies umwickelt, damit sich innen keine Feuchtigkeit staut und kein Schimmel entsteht. So vorbereitet kann eine Feige auch Fröste um minus fünfundzwanzig Grad überstehen.

Weitere Feigensorten, die Aufmerksamkeit verdienen

Neben English Brown Turkey gelten auch Black Royal, Black Mission und White Royal als relativ robust. Der konkrete Erfolg hängt jedoch immer von den örtlichen Bedingungen, dem Alter der Pflanze und davon ab, ob der Baum im Sommer ausreichend ausreifen kann. Wenn Sie einen warmen Standort haben und in den ersten Jahren bereit sind, die Gehölze zu schützen, können aus einstigen Urlaubsarten stabile Bestandteile Ihres Gartens werden und eine Quelle ungewöhnlicher Ernten.

Quelle: Rayon de Serre, Martha Stewart, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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