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Die Ente, die 150 Eier legt und zugleich den Garten vor Schnecken schützt

July 17, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Die Ente, die 150 Eier legt und zugleich den Garten vor Schnecken schützt
Indischer Laufente / Foto: Depositphotos
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Die Indische Laufente ist eine Ente, die schon auf den ersten Blick mit ihrer aufrechten, pinguinartigen Haltung auffällt. Im Garten ist sie jedoch nicht nur Zierde. Sie zählt zu den legefreudigen Rassen und kann bei guter Pflege von Frühjahr bis Herbst rund 150 Eier legen. Viele Halter schaffen sie sich aber vor allem als natürliche Hilfe gegen Nacktschnecken an, denn Laufenten können deren Bestand deutlich reduzieren – bis auf ein Minimum. Gleichzeitig wirken sie ruhig und zutraulich, sodass viele Menschen keine Scheu haben, sie in der Nähe von Kindern zu halten. In manchen Haushalten helfen sie zudem bei der Pflege der Auslauffläche, weil sie beim Weiden hartnäckige Unkräuter einschließlich Giersch schwächen können, und sie können auch eine Quelle für eher mageres Fleisch sein.

Aussehen, Größe und Farbvarianten

Der Erpel wiegt meist etwa 2 Kilogramm, die Enten sind etwas zierlicher. Bei reinrassigen Tieren gibt es mehrere Farbschläge – von Weiß und Schwarz über Braun- oder Blautöne bis hin zu verschiedenen Varianten der Wildfarbe. Die Gefiederfarbe hängt oft auch mit der Färbung von Schnabel und Läufen zusammen. In der Praxis begegnet man jedoch sehr häufig Tieren mit gemischter Zeichnung, bedingt durch Kreuzungen unterschiedlicher Farbschläge. Bei guter Pflege können sie etwa 12 bis 15 Jahre alt werden – das ist also eine langfristige Verpflichtung.

Auslauf und Bewegung im Garten

Indische Laufenten brauchen Platz. Ideal ist es, ihnen den ganzen Garten zugänglich zu machen und das Grundstück mit einem Zaun zu sichern. Ein kleiner, geschlossener Hof, in dem sich schnell Matsch bildet, ist für sie ungeeignet. Morgens brechen sie meist begeistert zur Revierkontrolle auf, durchsuchen Mulchschichten, tasten den Boden mit dem Schnabel ab und hinterlassen dabei kleine Vertiefungen. Sie suchen nicht nur Schnecken, sondern auch andere Wirbellose wie Larven, Würmer, Fliegen, Käfer oder Regenwürmer. Bei Gelegenheit können sie sogar abheben und Insekten im Flug fangen.

Was sie mit Zier- und Nutzpflanzen machen

Durch ihr geringeres Gewicht zerstören sie Zierbeete meist nicht so wie schwereres Geflügel. Gemüse wird in der Regel nicht gezielt gesucht, dennoch kann es passieren, dass zarte Jungpflanzen bei der Schneckenkontrolle zertreten werden – besonders, wenn Sie eine größere Gruppe halten. Manche Pflanzen lassen sie völlig links liegen, andere können sie aber richtig „für sich entdecken“ und dann schnell abweiden. Praktisch ist es, attraktive Beete mit einer einfachen Barriere zu schützen, etwa einem niedrigen Flecht- oder Astzaun. Wenn Sie Bereiche abgrenzen müssen, in die sie nicht gehen sollen, reicht oft schon ein niedriger Zaun von etwa 40 Zentimetern, den sie respektieren.

Indische Laufente / Foto: Depositphotos
Indische Laufente / Foto: Depositphotos

Fütterung muss hochwertig sein und stets zur Verfügung stehen

Die Basis ist ein hochwertiges Futter, das ihnen laufend zur Verfügung stehen sollte. Bewährt haben sich Alleinfutter-Pellets für Enten, ergänzt durch Getreide – typischerweise Weizen. Wichtig ist auch die Versorgung mit Calcium, daher sind Muschelgrit beziehungsweise Kalkgrit und in der Legezeit auch zerstoßene Eierschalen sinnvoll. Neben dem Futterplatz lohnt sich zudem ein Behälter mit Flusssand, der im Muskelmagen hilft, die Nahrung zu zerkleinern. Gelegentlich kann man den Speiseplan mit eingeweichtem Brot, gekochtem Reis oder Nudeln bereichern – stets ungewürzt. Reste stark gewürzter Speisen sind ungeeignet, und Enten haben daran meist ohnehin kein Interesse.

Wasser zum Baden und zum Herunterspülen jedes Bissens

Laufenten brauchen Wasser, aber keinen Teich. Ein kleiner Behälter genügt, zum Beispiel eine alte Badewanne oder ein Kinder-Planschbecken, aus dem sie sicher wieder herauskommen müssen. Baden gehört zu ihrer Hygiene und Gefiederpflege; im Wasser paaren sie sich auch gern und man sieht ihnen an, dass sie es genießen. Entscheidend ist außerdem Wasser direkt am Futter, denn Enten spülen fast jeden Bissen herunter – das gilt erst recht beim Verzehr schmieriger Schnecken.

Der Entenstall als sichere Nachtunterkunft

Indische Laufenten sind Gruppentiere, daher sollten mindestens zwei Tiere einziehen, damit sie nicht allein sind. Für die Nacht brauchen sie einen sicheren Entenstall, meist aus Holz, mit trockener Einstreu aus Hobelspänen, Sägemehl, Stroh oder Heu. Als grober Richtwert gilt etwa ein Quadratmeter für zwei Laufenten; bei der Aufzucht von Jungtieren wird mehr Platz benötigt. Der Stall muss regelmäßig gereinigt und trocken gehalten werden. Tagsüber kommen sie auch mit starkem Regen zurecht, aber die Nachtunterkunft muss vor Wind, Frost und vor allem vor Beutegreifern geschützt sein.

Im Winter ist es wichtig, dass im Auslauf kein dauerhafter Matsch steht. Dieser kann an den Läufen festfrieren und Lahmheit verursachen, in schlimmeren Fällen auch dauerhafte Probleme. Laufenten frei im Garten oder in einem ungesicherten Unterstand übernachten zu lassen, ist riskant, weil früher oder später ein Marder, Fuchs oder ein anderer Räuber auftauchen kann. Ein sicherer Verschluss über Nacht ist daher eine sinnvolle Vorsorge – ähnlich wie bei Hühnern.

Brüten und Elternverhalten

Oft heißt es, Indische Laufenten hätten keinen besonders starken Bruttrieb und deshalb setze die größere Zucht auf Kunstbrut. In der Praxis gibt es jedoch auch Enten, die ihre Eier selbst ausbrüten und sich vorbildlich um die Küken kümmern. Die Brutdauer liegt bei etwa 28 Tagen. Mitunter ist auch das Verhalten des Erpels bemerkenswert, der in der Brutzeit in der Nähe bleibt, als würde er wachen. Wenn sich die Gruppe vorübergehend weniger durch den Garten bewegt, kann es außerdem passieren, dass Schnecken aus der Umgebung wieder stärker zuwandern, weil die regelmäßige „Patrouille“ eine Zeit lang nachlässt.

Indische Laufente / Enten / Depositphotos
Indische Laufente / Enten / Depositphotos

Herkunft der Rasse und warum sie so aussieht

Die Indische Laufente ist eine domestizierte Form der Stockente, und ihre Wurzeln reichen nach Südostasien und Ostasien. Es handelt sich um eine alte Rasse, die teilweise auch durch natürliche Kreuzungen ohne gezielten menschlichen Einfluss entstand. Nach Europa kamen Enten mit auffallend aufrechter Haltung vermutlich schon im 16. Jahrhundert, als Seefahrer sie auf Schiffen als praktische Quelle für Eier und Fleisch mitführten. Das heutige typische Erscheinungsbild – der flaschenförmige Körper, nahezu senkrecht getragen, die weiter nach hinten versetzten Läufe und der Kopf mit längerer, flacher Stirn – wurde anschließend durch Zuchtarbeit in England und Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert weiter geprägt. Genau dieser Körperbau ermöglicht ihnen eine überraschend schnelle Fortbewegung an Land, dank der sie im Garten so leistungsfähige Futtersucher sind.

Quelle: Runner Duck, Fresh Eggs Daily, Pestrá zahrada, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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