Gardenino

Der Kampf gegen den Maulwurf verführt zu schnellen Lösungen, die Sie aber mit dem Gesetz in Konflikt bringen können

September 20, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Der Kampf gegen den Maulwurf verführt zu schnellen Lösungen, die Sie aber mit dem Gesetz in Konflikt bringen können
Maulwurf / Foto: Depositphotos
AD

Der Maulwurf verrät sich im Garten vor allem durch Maulwurfshügel, also Häufchen fein gesiebter Erde, die oft mitten im Rasen auftauchen. Unter der Oberfläche sind häufig flache Gänge zu erkennen, die beim Drauftreten leicht einbrechen. Die meisten frischen Spuren gibt es im Frühjahr und im Herbst, wenn der Boden feuchter und das Tier darin leichter unterwegs ist.

Im Unterschied zur Wühlmaus hinterlässt der Maulwurf in der Regel keine offenen Eingänge zum Bau. Sein Tunnelsystem ist geschlossen, und die Erde wird gerade in Form der Hügel nach oben gedrückt. Aktiv ist er vor allem morgens und abends, graben kann er jedoch unregelmäßig auch tagsüber.

Maulwurf oder Wühlmaus der Unterschied ist entscheidend

Die Verwechslung dieser beiden Tiere ist sehr häufig, dennoch ist es wichtig zu wissen, wer im Garten tatsächlich am Werk ist. Der Maulwurf hat ein dunkles, samtiges Fell, einen langgestreckten Körper, nahezu unsichtbare Ohren und kräftige Vorderpfoten, die zum Graben angepasst sind. Die Wühlmaus ist ein kleines Nagetier mit bräunlichem Fell, sichtbaren Augen und kürzeren Ohren.

Entscheidend ist auch die Art der Schäden. Der Maulwurf frisst keine Pflanzen. Er ernährt sich von Regenwürmern, Larven und anderer kleiner tierischer Nahrung. Wenn also im Beet Wurzeln, Knollen oder ganze Jungpflanzen verschwinden, ist eher die Wühlmaus der Übeltäter. Nehmen dagegen Erdhaufen zu, ohne dass deutliche Fraßspuren an Pflanzen zu sehen sind, handelt es sich meist um einen Maulwurf.

Warum man Maulwürfe im Herbst am häufigsten sieht

Der Herbst ist die Zeit, in der die Aktivität des Maulwurfs meist zunimmt. Das Tier erweitert vor dem Winter sein unterirdisches Gangnetz und legt Vorräte an. Genau dann erscheinen im Rasen die meisten neuen Hügel. Das kann den Eindruck erwecken, dass sich im Garten mehrere Tiere vermehrt haben, oft steckt jedoch nur ein einzelner, territorial lebender Bewohner dahinter, der sein Revier ausdehnt.

Was gegen den Maulwurf erlaubt ist und was nicht

Maulwurfshügel / Foto: Depositphotos
Maulwurfshügel / Foto: Depositphotos

Der Europäische Maulwurf gehört zu den besonders geschützten Arten. Es ist daher nicht erlaubt, ihn zu töten, zu vergiften oder Fallen einzusetzen, die zum Töten bestimmt sind. Zulässig ist lediglich, ihn zu vertreiben, ihm den Aufenthalt unattraktiv zu machen oder ihn in einer Lebendfalle zu fangen und auf das eigene Grundstück umzusetzen beziehungsweise an einen anderen Ort nur mit Zustimmung des Grundstückseigentümers zu bringen.

Am wirksamsten sind meist Methoden, die den Maulwurf dazu bringen, woanders hinzugehen, nicht der Versuch, ihn zu beseitigen.

Welche Vertreiber am besten funktionieren

Gute Ergebnisse liefern häufig Vibrationsvertreiber, die in den Boden gesteckt werden. Sie senden Erschütterungen in die Erde, die dem Maulwurf den Aufenthalt verleiden. Ein Gerät allein reicht aber meist nicht aus, weil das Tier einfach in einen ruhigeren Bereich des Grundstücks ausweicht. Besser ist es, mehrere Geräte am Rand des Gartens oder rund um die zu schützende Fläche zu platzieren.

Auch Geruchsvertreiber in Form von Granulat oder Flüssigkeiten können eingesetzt werden. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie den empfindlichen Sinneskomfort des Maulwurfs stören und ihn dazu bringen, sich ein geeigneteres Revier zu suchen. Nach Regen muss die Anwendung jedoch wiederholt werden. Einfache klappernde Windrädchen haben dagegen oft nur einen begrenzten Effekt, weil sich der Maulwurf an gleichförmige Reize schnell gewöhnt.

Wie Sie Rasen und Beet ohne unnötige Schäden schützen

Zunächst ist es sinnvoll herauszufinden, wo die aktivsten Gänge verlaufen und an welchen Stellen die Hügel wiederholt auftreten. Danach lohnt es sich, Vertreiber genau dort und entlang der Grenzen der wertvollen Gartenbereiche einzusetzen. Die Hügel sollten Sie laufend auseinanderziehen, damit keine Unebenheiten entstehen und sich darin kein Unkraut ansiedelt.

Wenn Sie vor allem ein Beet oder ein Gewächshaus schützen möchten, ist eine unterirdische Barriere aus feinmaschigem Drahtgitter eine sehr zuverlässige Lösung. Sie sollte etwa 40 bis 50 Zentimeter tief in den Boden eingebracht werden. Der Maulwurf umgeht den geschützten Bereich dann meist, weil er sich knapp unter der Oberfläche bewegt und an der Barriere anstößt.

Entstehen die Schäden vor allem im Rasen, hilft eine Kombination aus Vibrationsstäben am Rand und regelmäßigem Einebnen der Erdhaufen. Häufige Bewegung an der Oberfläche zusammen mit den Vibrationen kann ausreichen, damit das Tier weiterzieht, ohne dass in die Beete eingegriffen werden muss.

Hat der Maulwurf im Garten auch einen Nutzen

Auch wenn er das Erscheinungsbild eines sorgfältig gepflegten Rasens beeinträchtigen kann, ist er nicht nur ein Schädling. Er jagt Insektenlarven und andere kleine Bodenlebewesen. Gleichzeitig lockert er durch seine Grabtätigkeit den Boden und sorgt für Belüftung. Das Problem besteht also nicht darin, dass er Pflanzen direkt frisst, sondern eher darin, dass er die Oberfläche aufwühlt und beim Anlegen von Gängen indirekt Wurzeln beschädigen kann.

Wie Sie vorgehen, wenn überall im Garten Hügel auftauchen

Maulwurfshügel / Foto: Depositphotos
Maulwurfshügel / Foto: Depositphotos

Wenn es viele frische Hügel gibt und sich die Gänge über einen großen Teil des Grundstücks ziehen, ist es meist am sinnvollsten, mehrere Methoden gleichzeitig zu kombinieren. Also Vibrations- und Geruchsvertreiber einzusetzen und zugleich die wertvollsten Bereiche mit einer unterirdischen Barriere zu schützen. Verbessert sich die Situation langfristig nicht, können Sie eine Fachfirma ansprechen, die eine schonende und rechtlich zulässige Vorgehensweise wählt.

Grundlage des Erfolgs ist Geduld. Der Maulwurf verschwindet oft nicht sofort nach der ersten Maßnahme. Bleibt die Umgebung für ihn jedoch dauerhaft unattraktiv und stößt er zugleich auf Hindernisse beim Zugang zu Beeten, sucht er sich in der Regel einen ruhigeren Platz außerhalb der wertvollsten Gartenbereiche.

Quelle: Gardening Know How, Almanac, Zákony pro lidi, MZP, Pestrazahrada.cz

Teilen
AD
Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

Diesen Artikel bewerten
5.0 (1)

Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentar hinterlassen
AD