Mit einem einfachen Trick überstehen Geranien den Winter ohne einen Tropfen Wasser und sogar ohne Erde
Viele Hobbygärtner stehen im Herbst vor demselben Problem: Wohin mit all den Geranien, damit sie den Winter überstehen, nicht zu viel Platz wegnehmen und man im Frühjahr keine neuen Jungpflanzen kaufen muss? Es gibt jedoch eine überraschend einfache Lösung, die fast keine Pflege erfordert. Sie müssen die Pflanzen über den Winter weder gießen noch putzen oder in Töpfen lagern. Es reichen ein Karton und ein kühler, frostfreier Platz.
Eine Methode, die Platz und Aufwand spart
Diese Art der Überwinterung ist vor allem deshalb beliebt, weil sie außergewöhnlich praktisch ist. Die Geranien werden ohne Erde eingelagert und brauchen dadurch kaum Platz. Sie müssen sich nicht zwischen Töpfen im Keller hindurchzwängen und auch nicht regelmäßig trockene Blätter oder Verblühtes kontrollieren. Auch wenn die Pflanzen nach dem Winter nicht gerade ansehnlich wirken, erholen sie sich nach dem Einpflanzen meist schnell und sind in der Saison oft kräftig und blühfreudig.
Die Kartonmethode Schritt für Schritt
Für den Erfolg ist entscheidend, die Pflanzen vor dem Einlagern richtig vorzubereiten. Stellen Sie zunächst das Gießen ein und lassen Sie die Erde in Balkonkästen oder Töpfen gut austrocknen. Beim Einlagern darf die Erde nicht feucht sein, sonst können sich Schimmel oder Fäulnis bilden.
Anschließend nehmen Sie die Pflanzen vorsichtig aus dem Gefäß. Schütteln Sie nur locker überschüssige Erde von den Wurzeln, versuchen Sie aber nicht, alles perfekt zu säubern. Wichtig ist, dass Sie in dieser Phase nichts unnötig abbrechen. Reißen Sie weder Blätter noch Blüten oder Knospen ab – auch dann nicht, wenn die Pflanze nicht ideal aussieht.
Legen Sie die so vorbereiteten Geranien in einen größeren Karton, mit den Wurzeln nach oben und dem oberirdischen Teil nach unten. Die einzelnen Pflanzen dürfen dicht nebeneinander liegen. Ist der Karton hoch genug, können Sie auch eine weitere Lage darauf setzen. Zum Schluss alles mit Zeitungspapier abdecken, den Karton schließen und in den Keller oder einen anderen Raum bringen, in dem es kühl und trocken ist und die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt fällt.
Was im Frühjahr zu tun ist
Gegen Ende des Winters, etwa Ende Februar, ist es Zeit, die Geranien aus dem Karton zu holen. Auf den ersten Blick können sie sehr mitgenommen wirken – für viele ist das eine unangenehme Überraschung. Es besteht aber kein Grund zur Sorge. Auch jetzt lohnt es sich nicht, die Pflanzen sofort radikal zurückzuschneiden oder alles abzubrechen, was unschön aussieht.
Setzen Sie die Geranien einfach in frisches Substrat, gießen Sie sie an und gönnen Sie ihnen Ruhe zum Aufwachen. Die ersten Lebenszeichen zeigen sich meist nach etwa zwei Wochen, wenn neue Blättchen austreiben. Nach vier bis fünf Wochen können Sie dann entfernen, was tatsächlich trocken und abgestorben ist. Nach ungefähr acht Wochen ist es sinnvoll zu düngen, damit die Pflanzen genügend Kraft für weiteres Wachstum und die Blütenbildung haben.
Warum diese Methode besser sein kann als gekaufte Jungpflanzen

Erfahrungen vieler Gärtner zeigen, dass so überwinterte Geranien im Frühjahr überraschend vital sind. Sobald sie wieder loswachsen, sind sie oft robuster und blühen üppiger als frisch gekaufte Pflanzen aus dem Gartencenter. Ein weiterer Vorteil: Sie erhalten sich Ihre bewährten Sorten, die in der vergangenen Saison bei Ihnen gut gedeiht haben.
Auch wenn Geranien nach dem Herausnehmen aus dem Karton überhaupt nicht schön aussehen, können sie nach einigen Wochen wieder kräftig, dicht und voller Blüten sein.
Worauf Sie achten sollten
Am wichtigsten ist, nur gesunde Pflanzen einzulagern und Feuchtigkeit konsequent zu vermeiden. Der Karton muss an einem Ort stehen, der frostfrei ist, aber zugleich nicht zu warm. Wäre die Umgebung zu feucht, könnten die Geranien im Winter faulen. Ebenso ungeeignet ist eine durchfrierende, eiskalte Lagerstelle.
Wenn Sie also eine einfache und sparsame Möglichkeit suchen, Geranien bis zur nächsten Saison zu erhalten, ist die Kartonmethode einen Versuch wert. Sie brauchen weder viel Platz noch regelmäßige Pflege – und als Belohnung können Sie sich auf schöne Pflanzen freuen, die im Frühjahr wieder zum Leben erwachen und Balkon oder Fenster den ganzen Sommer schmücken.
Quelle: Shiplap and Shells, The Spruce, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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