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Braune Ringe auf Aprikosen bedeuten nur eins Der Pilz lauert in den Zweigen und zerstört im Frühjahr auch gesunde Früchte

October 31, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Braune Ringe auf Aprikosen bedeuten nur eins Der Pilz lauert in den Zweigen und zerstört im Frühjahr auch gesunde Früchte
Kirsche / Foto: Depositphotos

Sobald an Kirschen oder Aprikosen braune Flecken mit hellen Polsterchen erscheinen, handelt es sich sehr häufig um Monilia-Fruchtfäule. Sie breitet sich auf den Früchten schnell aus, besonders wenn es vor der Ernte mehrere Regentage gibt. Das Obst wird weich, dunkelt nach und fällt entweder zu Boden oder bleibt am Baum hängen und verwandelt sich nach und nach in eine harte, vertrocknete Mumie.

Wichtig ist zu wissen, dass das Problem nicht erst im Sommer beginnt. Der Pilz überwintert genau in diesen vertrockneten Früchten und in befallenen Zweigpartien. Im Frühjahr wird er wieder aktiv und befällt die Blüten. Sichtbare Schäden an den Früchten sind daher nur ein spätes Zeichen dafür, dass die Infektion im Garten schon länger wirkt.

Zwei Erscheinungsformen der Krankheit bei Steinobst

Monilia zeigt sich an Bäumen in zwei Hauptformen. Die erste ist die Fruchtfäule. Auf der Schale entsteht eine braune Stelle, die sich vergrößert, und auf der Oberfläche bilden sich weißliche bis cremefarbene Sporenpolster. So befallene Früchte sind nicht verwertbar und können Quelle weiterer Ansteckungen sein.

Die zweite Form ist die Monilia-Spitzendürre an Blüten und jungen Trieben. Die Blüten welken, werden braun und vertrocknen, oft bleiben sie zusammen mit den Blättern an den Zweigen hängen. Der Schaden setzt sich dann an Fruchtspießen und diesjährigen Trieben fort; es entstehen abgestorbene Partien und manchmal auch Gummifluss. Gerade dieses Bild wird häufig mit Frostschäden verwechselt.

Im Unterschied zu Frost breitet sich die Monilia-Spitzendürre weiter von der Blüte ins Holz aus und hinterlässt Nekrosen an den Zweigen.

Wo der Pilz überlebt und wann er am stärksten angreift

Die wichtigste Infektionsquelle sind mumifizierte Früchte, die in der Krone oder unter dem Baum liegen bleiben. Daneben überlebt der Pilz auch in befallenen Zweigen, Fruchttrieben sowie in verletzten Holzpartien. Im Frühjahr bilden sich Sporen, die Wind und Insekten in die geöffneten Blüten tragen.

Das Risiko steigt sprunghaft bei kühlem, feuchtem Wetter während der Blüte. Bleiben die Blüten lange nass und ist die Luftfeuchte hoch, findet die Infektion ideale Bedingungen. Bei Früchten nutzt der Pilz dann jede Verletzung. Häufige Eintrittspforten sind Risse nach Regen, Schäden durch Hagel oder Verletzungen der Schale durch Insekten und Vögel.

In den letzten Jahren blüht Steinobst zudem oft früher als früher. Das bedeutet, dass der Gesundheitszustand der Bäume bereits ab dem zeitigen Frühjahr beobachtet werden muss, besonders bei Aprikosen und frühen Sorten.

Wie man ohne unnötigen Aufschub eingreift

Monilia an Äpfeln / Foto: Depositphotos
Monilia an Äpfeln / Foto: Depositphotos

Befallene Früchte und vertrocknete Triebe erholen sich nicht von selbst. Grundlage des Schutzes sind daher Schnittmaßnahmen und gründliche Hygiene. Alle vertrockneten Zweigspitzen sollten bis ins gesunde Holz entfernt werden. Genauso wichtig ist es, sämtliche Fruchtmumien vom Baum und vom Boden aufzusammeln und nicht im Garten liegen zu lassen.

Der beste Zeitpunkt zur Kontrolle der Kronen ist nach der Ernte, im Herbst und erneut vor dem Austrieb. Je weniger Infektionsquellen am Baum verbleiben, desto geringer ist der Krankheitsdruck im Frühjahr. Hilfreich ist auch eine luftige Krone, die nach Regen schneller abtrocknet, sowie eine ausgewogene Düngung ohne Übermaß an Stickstoff.

Auch regelmäßiges Wässern in trockenen Perioden spielt eine Rolle. Dann platzen die Früchte nach heftigen Regengüssen seltener auf, und der Pilz hat weniger Möglichkeiten, ins Innere zu gelangen.

Spritzen bringt nur zum richtigen Zeitpunkt etwas

Chemischer Pflanzenschutz wirkt vor allem vorbeugend. Gegen die Monilia-Spitzendürre wird zu Beginn der Blüte behandelt, wenn erst ein kleiner Teil der Blüten geöffnet ist; bei anhaltender Feuchte wird die Behandlung in Vollblüte und beim Abblühen wiederholt. Gegen Fruchtfäule wird vor dem Ausreifen gespritzt, unter Berücksichtigung der Wartezeit des jeweiligen Mittels.

Die Spritzung muss die gesamte Krone einschließlich der inneren Partien und der Triebspitzen benetzen. Bei kleineren Gartenbäumen ist genau hier oft das Problem: riskante Stellen werden nicht ausreichend getroffen. Die aktuelle Zulassung des Mittels ist stets zu prüfen, und es ist strikt nach Etikett anzuwenden.

Die Sorte hilft nur teilweise

Die Empfindlichkeit der Bäume ist nicht gleich. Sauerkirschen und Aprikosen sind gegenüber der Spitzendürre in der Regel anfälliger als manche Süßkirschen. Bei Süßkirschen spielt außerdem die Platzfestigkeit der Schale eine große Rolle, denn beschädigte Früchte werden schneller von Fäulnis erfasst. Doch auch eine robustere Sorte garantiert keine problemlose Ernte, wenn eine lange Regenperiode einsetzt.

Bei Aprikosen sind die Erfahrungen zur Widerstandsfähigkeit oft uneinheitlich. Deshalb sollte man sich nicht allein auf die Sortenwahl verlassen. Entscheidend bleiben Sauberkeit am Baum, regelmäßiger Schnitt und ein richtig getimter Schutz zur Blütezeit.

Fauliges Obst gehört nicht auf den Teller

Aprikosen / Foto: Depositphotos
Aprikosen / Foto: Depositphotos

 

Früchte mit Fäulnis oder Schimmel sollten nicht dadurch „gerettet“ werden, dass man die befallene Stelle wegschneidet. Bei weichem Obst können Pilzfäden und Schadstoffe tiefer eindringen, als an der Oberfläche sichtbar ist. Solches Obst sollte deshalb komplett entsorgt werden.

Soll der Baum in besserer Verfassung in die neue Saison starten, darf über den Winter nicht eine einzige verschrumpelte Mumie hängen bleiben. Gerade Ordnung im Herbst und Winter entscheidet oft darüber, ob sich Monilia im Frühjahr wieder stark ausbreitet.

Quelle: PlantVoice, Davey, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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