Sternrußtau an Rosen breitet sich durch abendliches Gießen über die Blätter aus, der Verursacher steht oft mit der Gießkanne in der Hand
Rosen gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen, doch ihr Anbau wird oft durch eine Reihe von Krankheiten erschwert. Eine der häufigsten ist der Sternrußtau, der innerhalb einer Saison das Erscheinungsbild der Sträucher und ihre allgemeine Vitalität deutlich verschlechtern kann. Wird er nicht rechtzeitig erkannt, schwächen die Pflanzen, blühen weniger und verkraften weiteren Stress, Schädlinge und ungünstiges Wetter schlechter.
Was Sternrußtau verursacht
Auslöser dieser Krankheit ist der Pilz Diplocarpon rosae. Er befällt vor allem die Blätter und schränkt dort die Fotosyntheseleistung ein. Die Folge sind vorzeitiges Vergilben und Blattfall, sodass der Rose Energie für Wachstum und Knospen- beziehungsweise Blütenbildung fehlt. Gefährlich ist auch, dass sich die Krankheit sehr schnell ausbreiten kann und ihre Sporen in befallenem Pflanzenmaterial sowie im umgebenden Boden überdauern. Das bedeutet, dass die Probleme auch in den folgenden Jahren wiederkehren können.
Bedingungen, die dem Pilz gefallen
Das größte Risiko besteht in Phasen mit wärmerem und feuchtem Wetter. Der Pilz profitiert von hoher Luftfeuchtigkeit, Temperaturen etwa zwischen 15 und 27 °C und häufigem Benetzen der Blätter durch Regen, Tau oder falsches Gießen. Die Sporen werden außerdem leicht vom Wind verbreitet.
Die Entwicklung der Krankheit wird häufig auch durch Pflegefehler begünstigt. Problematisch sind zu dichte Pflanzungen, die die Luftzirkulation behindern, ein schattiger Standort, staunasse Böden oder das Gießen direkt über das Laub, besonders am Abend. Das Risiko erhöhen auch liegen gelassenes Falllaub unter den Sträuchern, nicht ausreichend gereinigtes Werkzeug und das Pflanzen von Sorten, die für diese Krankheit anfälliger sind.
Wie man Sternrußtau zuverlässig erkennt

Die ersten Symptome zeigen sich meist an den Blättern in Form kleiner dunkler Flecken. Diese sind rund oder unregelmäßig geformt und oft von einem gelblichen Rand umgeben. Mit fortschreitender Infektion werden es mehr Flecken, sie vergrößern sich und können zu größeren Flächen zusammenfließen. Befallene Blätter vergilben anschließend und fallen deutlich früher ab, als es üblich wäre.
Bei stärkerem Befall können sich Symptome auch an jungen grünen Trieben oder in Ausnahmefällen an Blüten zeigen. Der Strauch wirkt dann ermattet, treibt weniger nach und blüht schwächer. Geschwächte Rosen werden außerdem anfälliger für weitere Krankheiten und auch für Frostschäden.
Unterschied zu anderen Rosenkrankheiten
Sternrußtau unterscheidet sich vor allem durch die dunklen Flecken auf der Blattoberseite und den schnellen Laubfall. Im Unterschied zum Echten Mehltau bildet sich kein weißer, mehlartiger Belag, und im Unterschied zum Rost entstehen keine orangefarbenen oder rostbraunen Pusteln auf der Blattunterseite. Am häufigsten tritt er im Sommer und zu Beginn des Herbstes auf, wenn die Bedingungen für seine Ausbreitung am günstigsten sind.
Vorbeugung ist die Basis des Erfolgs
Die wirksamste Abwehr ist die richtige Vorbeugung. Rosen sollten an einem sonnigen, luftigen Standort wachsen, an dem das Laub nach Regen schnell abtrocknet. Wichtig sind außerdem ausreichende Abstände zwischen den Sträuchern und ein regelmäßiger Schnitt, der die Krone öffnet und die Luftzirkulation verbessert. Der Boden sollte gut durchlässig sein und die Bewässerung an den Wurzelbereich gerichtet werden, nicht auf die Blätter. Ideal ist morgens zu gießen, damit eventuelle Feuchtigkeit im Laufe des Tages abtrocknen kann.
Eine große Rolle spielt auch eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Regelmäßiges Düngen hilft Rosen, vital zu bleiben und Stress besser zu widerstehen. Nützlich kann auch Mulchen sein: Es reduziert das Aufspritzen von Wasser aus dem Boden auf die Blätter und damit auch die Übertragung von Sporen. Selbstverständlich sollte eine sorgfältige Hygiene rund um die Pflanzen sein, insbesondere das laufende Entfernen befallener Blätter und das Aufräumen sämtlichen Fallmaterials im Herbst.
Schonende Schutzmöglichkeiten ohne Chemie
Wer einen ökologischen Ansatz bevorzugt, kann Hausmittel-Spritzungen und stärkende Auszüge ausprobieren. Häufig verwendet werden eine Natronlösung mit etwas Seife, ein Knoblauchauszug, Brennnesseljauche oder verdünnte Milch. Diese Mittel ersetzen keine konsequente Vorbeugung, können aber bei regelmäßiger Anwendung helfen, den Krankheitsdruck zu senken und die Abwehrkraft der Pflanzen zu stärken.
Bei jeder schonenden Spritzung sind Regelmäßigkeit und ein rechtzeitiger Einsatz entscheidend. Am besten wirken sie bei den ersten Anzeichen von Problemen oder vorbeugend in der Risikoperiode.
Auch die richtige Sortenwahl hilft

Langfristig ist das Pflanzen widerstandsfähigerer Rosen eine sehr sinnvolle Lösung. Einige Floribunda-, Polyantha-, Bodendecker- und Kletterrosen kommen mit dem Druck durch Sternrußtau besser zurecht als empfindliche Sorten. Dadurch benötigen sie weniger Eingriffe und behalten selbst in weniger günstigen Jahren länger gesundes Laub.
So bleiben Rosen die ganze Saison gesund
Ein erfolgreicher Rosenschutz basiert auf der regelmäßigen Kontrolle der Sträucher und einer schnellen Reaktion bei den ersten Anzeichen. Sobald befallene Blätter auftauchen, sollten sie umgehend entfernt werden, damit die Krankheit nicht weiter fortschreitet. Wenn der richtige Standort, eine vernünftige Bewässerung, gute Durchlüftung der Sträucher, Sauberkeit im Beet und gegebenenfalls unterstützende Spritzungen zusammenkommen, lässt sich Sternrußtau gut in Schach halten. Die Belohnung sind kräftigere Pflanzen und eine reichere Blüte den ganzen Sommer über.
Quelle: Agromanuál, RHS, Yates, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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