Maulbeere im Garten Ein Traditionsbaum mit überraschend köstlichen Früchten
Die Maulbeere wurde bei uns über viele Jahre vor allem mit dem Anbau von Blättern in Verbindung gebracht, die als Futter für die Raupen des Maulbeerspinners dienten. Weniger bekannt ist, dass an ihren Zweigen auch sehr schmackhafte Früchte reifen. Obwohl die Gattung Morus heute manchen Hobbygärtnern kaum noch geläufig ist, handelt es sich keineswegs um eine Neuheit. Maulbeeren wurden in unserem Gebiet bereits im Mittelalter kultiviert, und in wärmeren Regionen entstanden sogar Anlagen, in die man zur regelmäßigen Ernte ging.
Ein Vorteil der Maulbeeren ist außerdem, dass die Früchte nicht auf einmal reif werden. Je nach Art und Sorte erscheinen sie meist von Juli bis Ende August, und der Baum trägt nach und nach. So kann man sich über längere Zeit frisches Obst gönnen, oft sogar über mehrere Wochen.
Wo Maulbeeren am besten gedeihen
Am liebsten mögen sie warme Lagen, typischerweise Weinbaugebiete, sowie einen Boden, der Wasser gut durchlässt. Das bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht auch anderswo anbauen ließen. Maulbeeren vertragen in der Regel Frost bis etwa minus dreißig Grad, sodass sie bei geeignetem Standort auch in kühleren Gegenden wachsen können.
In höheren Lagen ist es sinnvoll, einen möglichst sonnigen Platz und einen leichteren, eher sandigen Boden zu wählen. Schweren, dauerhaft nassen Böden sind sie dagegen nicht gewachsen, dort leiden die Wurzeln und der Baum entwickelt sich schlechter.
Baumgröße und die passende Form für den kleineren Garten
Maulbeeren zählen zu den vitalen Gehölzen und werden oft über zehn Meter hoch. Wenn der Platz knapp ist, gibt es eine Lösung in Form von veredelten, überhängenden Formen, die dekorativ wirken und weniger Raum einnehmen. Bei der Schwarzem Maulbeere ist die Sorte Pendula beliebt, die meist bei etwa drei Metern bleibt.
Die häufigsten Arten und wie sich ihre Früchte unterscheiden
Schwarze Maulbeere
Die Schwarze Maulbeere stammt aus dem Gebiet des heutigen Iran und ist auch in Südeuropa verbreitet. Ihre Früchte sind dunkelviolett bis fast schwarz, deutlich süß und angenehm säuerlich. Der Baum kann 10 bis 15 Meter erreichen, lässt sich aber auch in kleineren veredelten Formen kultivieren. Die Früchte eignen sich zum Trocknen, für Konfitüren und Sirupe und färben bei Berührung stark, sodass sie auch als natürlicher Farbstoff dienen. Unter bestimmten Bedingungen kann die Reife bereits etwa ab Mitte Juni beginnen.
Weiße Maulbeere
Diese Art wächst oft noch kräftiger als die Schwarze Maulbeere. Die Früchte sind hell, manchmal mit einem zarten rosigen Schimmer, und reifen typischerweise von Juli bis August. Frische Weiße Maulbeeren können geschmacklich milder bis eher unauffällig wirken, dafür sind getrocknete Früchte in den letzten Jahren sehr gefragt. Sie werden oft als natürlich süßer Snack oder als Zutat für Frühstücksmischungen verwendet.
Rote Maulbeere
Die Rote Maulbeere ist bei Anbauern weniger verbreitet, dabei handelt es sich um eine anspruchslose Art. Im Vergleich zu ihren Verwandten bleibt sie kleiner, etwa 4 bis 7 Meter, und kann an einen kleinen Baum oder einen höheren Strauch erinnern. Die Früchte sind dunkelviolett mit rötlichem Stich und reifen meist im Juli.
Warum sich Maulbeeren auch aus gesundheitlichen Gründen lohnen
Die Früchte der Maulbeere erinnern optisch an Brombeeren, werden dennoch weniger genutzt, als sie verdienen. Sie enthalten Wasser, Zucker und Eiweiß, außerdem die Vitamine C und K sowie Vitamine der B-Gruppe, insbesondere B1, B2 und B3. An Mineralstoffen finden sich unter anderem Eisen, Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor.
Maulbeeren werden auch wegen ihres Gehalts an Antioxidantien geschätzt, darunter das Polyphenol Resveratrol. Ein regelmäßiger Verzehr wird im Zusammenhang mit der Unterstützung eines guten Schlafs und einer guten Verdauung erwähnt. Ebenfalls geschätzt werden sie dafür, dass sie helfen können, einen normalen Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten.
Wann und wie man Maulbeeren erntet, ohne unnötige Verluste
Bei der Ernte lohnt es sich, vorauszuplanen. Junge Bäume beginnen in der Regel nach etwa fünf Jahren zu tragen. Bei der Pflanzplanung ist es sinnvoll, nicht nur an die spätere Baumgröße zu denken, sondern auch an die Praktikabilität der Ernte. Maulbeeren reifen nämlich nach und nach, und die Früchte fallen oft von selbst ab, daher sollte man regelmäßig sammeln.
Bei größeren Bäumen bewährt es sich, die Maulbeere in den Rasen zu pflanzen und unter der Krone eine Plane auszubreiten. Die Früchte können von selbst darauf fallen, oder man kann sie vorsichtig abschütteln. Man kann sie auch direkt vom Rasen aufsammeln, allerdings sollte man vorher mähen, damit das Obst nicht verloren geht. Herabgefallene Früchte locken zudem schnell Wespen an, daher ist es besser, so häufig wie möglich zu sammeln und die Ernte nicht liegen zu lassen.
Maulbeeren in der Küche vom Naschen bis zum Einkochen
Schwarze und Rote Maulbeeren sind geschmacklich meist am kräftigsten, süß und brombeerähnlich. Am einfachsten isst man sie frisch, doch auch verarbeitet funktionieren sie hervorragend. Sie eignen sich für Konfitüren, Sirupe und zum Backen, und aus den Früchten lassen sich auch Eis oder Sorbet herstellen.
Getrocknete Maulbeeren sind praktisch als Zugabe zu Joghurt, Müsli oder Brei. Bei der Weißen Maulbeere zeigt sich häufig, dass die Früchte durch das Trocknen, idealerweise in der Sonne, ein volleres Aroma und einen kräftigeren Geschmack bekommen, sodass aus dem milden Obst eine sehr angenehme, natürlich süße Leckerei wird.
Quelle: Záhrada, The Spruce, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Oleander als Hochstämmchen richtig schneiden für dichte, gesunde Pflanzen und reiche Blüte auch in Deutschland
Damit Oleander als Hochstämmchen dicht, gesund und formschön bleibt, braucht er regelmäßigen Schnitt an Krone und Stamm. Der richtige Zeitpunkt und ein sauberes Auslichten sind entscheidend, damit die Blüte nicht leidet und die Pflanze gut überwintert.
Erdbeeren ohne Unkraut anbauen Agrofolie und Sägespäne als cleverer Mulch
Agrofolie hält den Erdbeerboden feucht und unterdrückt Unkraut, Sägespäne obenauf sind vor allem optisch und etwas praktisch. Direkt an den Wurzeln verbessern sie den Boden jedoch nicht, weil die Textilschicht dazwischenliegt.
Erbsen wachsen im Garten schneller und gesünder, wenn Sie sie mit Bakterien unterstützen
Erbsen sind pflegeleicht und liefern schnell eine süße Ernte. Mit den richtigen Knöllchenbakterien verbessern Sie nicht nur das Wachstum, sondern reichern auch den Boden mit Stickstoff an.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.