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Im Juli entscheidet sich die Traubenqualität das dürfen Sie im Weinberg nicht vernachlässigen

July 13, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Im Juli entscheidet sich die Traubenqualität das dürfen Sie im Weinberg nicht vernachlässigen
/ Foto: Depositphotos
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Der Juli gehört im Weinberg zu den geschäftigsten Zeiten. Die Rebstöcke stehen in voller Kraft, die Triebe wachsen rasant und am Holz ist der Traubenansatz bereits gut zu erkennen. Genau jetzt entscheidet sich, wie hochwertig die Ernte ausfällt. Wird die Pflege in diesem Monat vernachlässigt, erschöpft sich die Rebe unnötig, der Bestand verdichtet sich und Krankheiten haben leichteres Spiel. Regelmäßige Kontrollen und einige gezielte Maßnahmen halten die Stöcke luftig, die Trauben gesund und die Reife gleichmäßig.

Falscher Mehltau und Echter Mehltau bei Hitze und Feuchtigkeit

Typisches Juliwetter ist warm, mitunter schwül und nach Schauern oft sehr feucht. Solche Bedingungen begünstigen Pilzkrankheiten, vor allem Falschen Mehltau und Echten Mehltau. Sobald an Blättern oder Trauben erste Symptome auftreten, muss ohne Verzögerung reagiert werden, damit sich die Infektion nicht in der ganzen Anlage ausbreitet. Vorbeugend hilft ein luftigerer Laubwandaufbau und richtiges Gießen. Ist ein Befall bereits sichtbar, greift man am besten zu verfügbaren, speziell für Reben zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und hält sich exakt an die Gebrauchsanweisung, inklusive Terminierung und notwendiger Wiederholungen.

Grüne Arbeiten, die die Reben entlasten

Im Sommer verbraucht die Rebe viel Energie für das Wachstum und die Versorgung der Trauben. Grüne Arbeiten sind deshalb keine reine Kosmetik, sondern ein Weg, die Kraft der Pflanze in die Früchte zu lenken und gleichzeitig das Krankheitsrisiko zu senken. Entscheidend ist, die Blattmasse laufend zu regulieren, damit der Stock nicht überwuchert, schlecht belichtet ist und nach Regen anfälliger für Probleme wird.

Weinrebe / Depositphotos
Weinrebe / Depositphotos

Zu lange Triebe einkürzen

Sobald die Triebe über die Drahtrahmen oder das Spalier hinauswachsen, ist ein Einkürzen sinnvoll, das als Gipfeln beziehungsweise Triebspitzenkürzen bezeichnet wird. Fruchttragende Triebe werden üblicherweise hinter der letzten Traube so gekürzt, dass darüber etwa vier bis fünf Blätter stehen bleiben. So verausgabt sich der Stock nicht unnötig in die Länge und kann sich besser auf das Füllen der Beeren konzentrieren.

Geiztriebe in den Blattachseln ausbrechen

In den Blattachseln treiben häufig Seitentriebe aus, die den Stock schnell verdichten. Lässt man sie unkontrolliert, entziehen sie dem Haupttrieb Nährstoffe, verschlechtern die Luftzirkulation und schaffen ein Milieu, in dem sich Krankheiten deutlich leichter ausbreiten. Das regelmäßige Ausbrechen neuer Geiztriebe zählt daher im Juli zu den wichtigsten Routinearbeiten.

Schrittweises Entblättern im Traubenbereich

Das Entfernen eines Teils der Blätter rund um die Trauben bringt mehrere Vorteile. Die Trauben trocknen nach Regen schneller ab, was den Krankheitsdruck senkt. Bessere Lichtverhältnisse fördern zugleich die Bildung von Zucker und Aromastoffen in den Beeren. Entblättern sollte jedoch schrittweise erfolgen. Die Beeren haben unter Umständen noch nicht genügend Schutz, und eine plötzliche volle Sonneneinstrahlung kann Sonnenbrand verursachen. Daher werden die Blätter nicht auf einmal entfernt, und die Reaktion des Stocks wird stets beobachtet.

Anbinden und in die Drahtrahmen einstecken

Mit zunehmendem Traubengewicht steigt auch das Risiko, dass fruchttragende Triebe ausbrechen. Starker Wind oder Sommergewitter können die Schäden zusätzlich beschleunigen. Regelmäßiges Anbinden und ein gleichmäßiges Einstecken der Triebe in die Drahtrahmen sorgen für Stabilität und eine saubere Laubwand. Zudem gilt: Eine kleinere, besser geordnete Blattfläche bedeutet weniger Verdunstung, sodass die Rebe in der Hitze sparsamer mit Wasser umgehen kann.

Weintrauben
Weintrauben / Depositphotos

Bewässerung bei Trockenheit und warum man an die Wurzeln gießt

In längeren Trockenphasen muss die Rebe gegossen werden, denn die Trauben beginnen zu füllen, und Wasser ist dafür entscheidend. Wichtig ist, die Bewässerung an die Wurzeln zu führen und nicht über das Laub, damit die Feuchtigkeit im Bestand nicht unnötig ansteigt und damit auch nicht das Risiko für Mehltau und andere Pilzkrankheiten. Sehr gut funktioniert eine Tropfbewässerung, die regelmäßig und in vernünftigen Mengen Wasser liefert, sodass der Boden weder austrocknet noch schlagartig vernässt.

Trauben ausdünnen für mehr Qualität

Manche Stöcke setzen so viele Trauben an, dass sie diese später nicht mehr hochwertig versorgen können. Wenn das Ziel eher bessere Qualität als maximale Menge ist, lohnt es sich, einen Teil der Ernte zu reduzieren. Meist werden schwache, beschädigte oder schlecht entwickelte Trauben entfernt. So wird der Stock entlastet, und die verbleibenden Trauben haben bessere Chancen, gleichmäßig und mit besserem Geschmack auszureifen.

Weinrebe als traditioneller Helfer bei müden Beinen

Die Rebe ist nicht nur eine Nutzpflanze für Wein und Tafeltrauben. Schon früher fiel Winzern auf, dass sich ihre Blätter auch für die häusliche Hautpflege nutzen lassen. Weinblätter enthalten Antioxidantien, Gerbstoffe, die Vitamine A und C, Flavonoide und weitere Inhaltsstoffe, die mit der Unterstützung der Gefäßelastizität, der Beruhigung gereizter Haut und der Minderung von Schwellungen in Verbindung gebracht werden. Deshalb wurden die Blätter nicht nur in der Küche, sondern auch in der Volksheilkunde verwendet.

Selbstgemachter Ölauszug aus Weinblättern

Wenn Sie saubere, unbehandelte Blätter zur Verfügung haben, lässt sich daraus ein einfacher Ölauszug herstellen. Ein Einmachglas wird mit gehackten Blättern gefüllt und mit hochwertigem Öl übergossen. Das Glas stellt man anschließend in einen Topf mit heißem Wasser, sodass es ungefähr bis zur Hälfte im Wasser steht, und lässt es etwa eine halbe Stunde langsam erwärmen. Danach wird das Öl vorsichtig abgeseiht, abkühlen gelassen und kann bei müden Beinen verwendet werden, idealerweise abends vor dem Schlafengehen, oder bei gereizter Haut. Traditionell wird auch die Anwendung auf sonnenstrapazierter Haut erwähnt.

Tipp: Der Juli ist ein Monat der regelmäßigen Kontrolle. Kurze, aber häufige Eingriffe am Stock sind meist wirksamer als eine einmalige große Aktion, weil die Rebe schnell wächst und sich die Situation von Tag zu Tag verändert.

Quelle: Heřmánkův herbář, Jean Leon, Wine Maker Mag, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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