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Erste Flecken an Tomaten können Krautfäule anzeigen und die ganze Ernte gefährden

July 21, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Erste Flecken an Tomaten können Krautfäule anzeigen und die ganze Ernte gefährden
Kraut- und Knollenfäule an Tomaten / Foto: Depositphotos
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Die Kraut- und Knollenfäule gehört zu den schwerwiegendsten Krankheiten an Kartoffeln und Tomaten. Verursacht wird sie durch den Erreger Phytophthora infestans, der sich bei geeignetem Wetter sprunghaft ausbreitet und innerhalb kurzer Zeit einen großen Teil der Ernte unbrauchbar machen kann. Das bedeutet aber nicht, dass bei den ersten Anzeichen alles verloren ist. Wenn Sie rechtzeitig reagieren und die Bedingungen einschränken, die der Krankheit in die Hände spielen, lassen sich die Schäden deutlich reduzieren.

Wie sich die Krankheit an Kartoffeln zeigt und warum sie so gefährlich ist

Der Befall betrifft nicht nur Blätter und Stängel, sondern auch die Knollen – und genau das ist am riskantesten. Infizierte Knollen bauen schnell ab und enden häufig als Nassfäule, entweder schon im Boden oder später im Lager. Problematisch ist außerdem, dass sich die Infektion über das Pflanzgut verbreiten kann. Der Erreger überdauert in befallenen, im Boden verbliebenen Knollen ebenso wie in eingelagerten Kartoffeln. Nach dem Legen wandert er dann leicht in den oberirdischen Pflanzenteil.

Am Kraut erscheinen zunächst gelbgrüne Flecken, häufig an Blatträndern und -spitzen, typischerweise von unten an der Pflanze beginnend. Die Flecken dunkeln nach und werden bis schwarz; bei feuchter Witterung ist auf der Blattunterseite oft ein grauweißer Belag zu sehen. Bei starkem Befall stirbt das Kraut ab. An den Knollen können flache, graubraune Einsenkungen auftreten, und nach dem Aufschneiden zeigt sich unter der Schale am Rand eine rostbraune Verfärbung des Fleisches.

Woher die Infektion kommt und welches Wetter sie begünstigt

Die häufigste Eintrittspforte ist infiziertes Pflanzgut, auch wenn es auf den ersten Blick keine eindeutigen Symptome zeigt. Eine weitere Quelle sind Pflanzenreste im Boden. Die rasche Entwicklung wird durch hohe Luftfeuchtigkeit, häufige Niederschläge und milde Temperaturen etwa zwischen 12 und 23 °C gefördert. Die Sporen werden durch Wind und Wasser, oft in feinen Tröpfchen, verbreitet – daher kann sich die Krankheit auch über größere Entfernungen ausbreiten. Das Risiko ist aber auch an wärmeren Tagen über 26 °C nicht ausgeschlossen, wenn Trockenheit und Feuchtigkeit sich abwechseln.

An Kartoffeln können erste Symptome bereits im Mai oder in der ersten Sommerhälfte auftreten, besonders bei frühen Sorten. Tomaten werden oft anschließend befallen – vor allem, wenn sie in der Nähe von Kartoffelbeeten stehen.

Vier praktische Schritte, um Krautfäule an Tomaten zu begrenzen

Sehr hilfreich ist der richtige Standort. Tomaten brauchen volle Sonne und Luftbewegung, damit sie nach Morgentau, Nebel oder kühlen Nächten rasch abtrocknen. Meiden Sie Plätze, die morgens lange im Schatten von Bäumen oder Gebäuden liegen.

Wichtig ist auch die Fruchtfolge. Pflanzen Sie Tomaten nicht wiederholt an dieselbe Stelle und setzen Sie sie nicht dort, wo in der letzten Saison Kartoffeln standen. Im Boden können vergessene Knollen verbleiben, die zur Infektionsquelle werden.

Halten Sie den Bestand luftig. Sparen Sie nicht am Pflanzabstand, binden Sie die Pflanzen an und entfernen Sie Seitentriebe regelmäßig, damit die Blätter nach Regen schneller abtrocknen und sich im Inneren des Bestands keine Feuchtigkeit staut.

Gießen Sie so, dass kein Wasser auf den Blättern landet. Am besten ist eine Wassergabe direkt an den Wurzelbereich. Wenn Sie von oben gießen müssen, dann morgens und nur bei zu erwartendem Sonnenschein, damit die Pflanzen möglichst schnell vollständig abtrocknen.

Wie Kraut- und Knollenfäule an Tomaten aussieht

Bei Tomaten kann die Krankheit Blätter, Stängel und Früchte schädigen. Häufig beginnt sie mit graugrünen, wässrigen Flecken, die sich rasch vergrößern. Bei feuchtem Wetter erscheint auf der Blattunterseite ein weißlicher Belag. Die Blätter welken anschließend, trocknen ein oder faulen bei anhaltender Feuchte sogar.

An den Stängeln entstehen scharf abgegrenzte braune Flecken. Früchte werden oft vom Kelchansatz her befallen; dort bilden sich graugrüne bis braune Flecken, und die Oberfläche kann runzlig wirken. Das Fruchtfleisch unter der betroffenen Stelle verhärtet, die Früchte reifen nicht aus, und bei starkem Befall verliert die Pflanze Assimilationsfläche – sie stellt Wachstum und die Bildung einer guten Ernte weitgehend ein.

Von Krautfäule befallene Tomaten / Depositphotos
Von Krautfäule befallene Tomaten / Depositphotos

Vorbeugung ist die wirksamste Abwehr

Grundlage des Schutzes ist, Problemen vorzubeugen, bevor sie richtig ins Rollen kommen. Bei Kartoffeln ist es entscheidend, gesundes, möglichst zertifiziertes Pflanzgut zu verwenden und den Fruchtwechsel einzuhalten. Bei Tomaten ist es sinnvoll, sie nicht dort zu pflanzen, wo im Vorjahr Kartoffeln standen. Ebenfalls hilfreich ist die passende Kulturführung: ausreichende Abstände, ein sonniger und luftiger Platz ohne Dauerschatten sowie eine Wassergabe an den Wurzelbereich.

Bei Kartoffeln lohnt sich außerdem ein höheres Anhäufeln, das die Übertragung der Infektion auf die Knollen erschwert. Sobald erste Symptome auftreten, ist es ratsam, befallene Blätter vorsichtig zu entfernen und so zu entsorgen, dass sie nicht als weitere Sporenquelle im Beet verbleiben.

Chemischer Schutz und Grundsätze der richtigen Anwendung

Spritzungen werden meist in Phasen erhöhten Infektionsdrucks erwogen, häufig von Mitte Juni bis Anfang August. Sinnvoll ist es, sich an Warndiensten und der aktuellen Witterung zu orientieren, denn über den Erfolg entscheidet vor allem das richtige Timing. Bei geringerem Risiko können Kontaktfungizide ausreichen, bei starkem Druck werden systemische Präparate eingesetzt.

Ein Wirkstoff oder Präparat sollte nicht über längere Zeit wiederholt hintereinander eingesetzt werden. Ein Wechsel senkt das Risiko, dass der Erreger Resistenzen entwickelt.

Die Behandlung wird in der Regel nach 7 bis 14 Tagen wiederholt – je nach Witterungsverlauf und Infektionsgeschehen. Bei empfindlichen Sorten beginnt der Schutz früher, oft schon bei Bestandesschluss, bei weniger empfindlichen zum Beispiel zu Beginn der Blüte. Mitunter wird empfohlen, bei Tomaten mit chemischem Pflanzenschutz erst dann zu starten, wenn in der Umgebung an Kartoffeln erste Symptome auftreten, um nicht ohne tatsächliches Risiko unnötig zu spritzen.

Quelle: Gardenia, Zahrádkár, Almanac, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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