Gefährlicher Doppelgänger des Schwarzen Holunders wächst auch bei uns und wird leicht verwechselt
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) gehört zu den bekanntesten Pflanzen, die viele für Sirup, Limonaden oder andere Hauszubereitungen sammeln. Zur Blütezeit und später zur Fruchtreife finden Sie ihn an Wegrändern, bei Gebüschen und auf Rainen. Genau dann passiert jedoch ein häufiger Fehler: Im Bestand kann auch eine sehr ähnliche Pflanze stehen, die zum Sammeln ungeeignet ist. Es handelt sich um den Zwergholunder (Sambucus ebulus), einen gefährlichen Doppelgänger, dessen Früchte als giftig gelten.
Auf den ersten Blick wirken beide Arten fast gleich, weil sie ähnlich aufgebaute Blätter und kleine weiße Blüten in Blütenständen haben. Schaut man nur flüchtig hin, ist die Verwechslung erstaunlich leicht. Umso wichtiger ist es, einige sichere Merkmale zu kennen, mit denen Sie Schwarzen Holunder vom Zwergholunder unterscheiden, bevor etwas im Sammelkorb landet.
Der entscheidende Unterschied liegt in Wuchsform und Stängel
Schwarzer Holunder ist ein verholzender Strauch, der mehrere Meter hoch werden kann. Er besitzt feste, verzweigte Triebe und wirkt im Bestand wie ein typischer Strauch. Der Zwergholunder dagegen ist eine ausdauernde Staude. Er bleibt niedriger, wird meist etwa bis zwei Meter hoch, und hat statt verholzter Äste grüne, krautige Stängel. Diese sterben im Herbst ab, und die Pflanze treibt im Frühjahr wieder aus dem unterirdischen Teil aus, nicht aus einem verholzten Stamm.
Gerade dieses Merkmal ist bei der Bestimmung sehr praktisch: Wenn eine Pflanze an Holunder erinnert, aber keinen verholzenden Strauch bildet und Sie eher hohe, krautige Stängel sehen, ist Vorsicht geboten. Beide Arten haben nämlich unpaarig gefiederte Blätter und auffällige weiße Blütenstände, sodass Blätter und Blüten allein nicht immer ausreichen.
Das zuverlässigste Merkmal zeigen die Früchte und ihre Richtung

Ein sehr gutes Unterscheidungsmerkmal ist die Stellung der Fruchtstände nach dem Reifen. Schwarzer Holunder bildet dunkle, fast schwarze Beeren in Dolden, die sich typischerweise biegen und nach unten überhängen. Beim Zwergholunder dagegen sind die Früchte auffällig aufrecht; der Fruchtstand zeigt nach oben und steht deutlich aufrechter.
Dieses Detail ist beim Sammeln oft entscheidend, weil es auch aus kurzer Entfernung gut zu erkennen ist. Sehen Sie also schwarze Früchte, die nicht hängen, sondern nach oben stehen, lassen Sie die Pflanze besser stehen und prüfen Sie weitere Merkmale. In Kombination mit krautigen Stängeln handelt es sich dann häufig um Zwergholunder.
Der Duft kann helfen, sollte aber nicht allein entscheiden
Einige Sammler orientieren sich auch am Geruch. Die Blüten des Schwarzen Holunders haben den typischen, allgemein bekannten Duft, den viele mit Holundersirup verbinden. Beim Zwergholunder kann der Geruch deutlich weniger angenehm bis unangenehm sein, besonders wenn Sie Blätter zwischen den Fingern zerreiben.
Auf den Duft sollte man sich jedoch nicht als einziges Bestimmungsmerkmal verlassen. Geruchswahrnehmung ist individuell und kann sich zudem je nach Wetter oder Entwicklungsstadium verändern. Deutlich sicherer ist es, den Gesamthabitus zu beurteilen, den Stängeltyp und vor allem die Richtung der Fruchtstände.
Warum man Zwergholunder nicht sammeln und nicht probieren sollte

Beim Zwergholunder ist die Giftigkeit das Problem. Untersuchungen bestätigen das Vorkommen cyanogener Glykoside und weiterer biologisch aktiver Stoffe. Rohe Früchte können Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Genau deshalb ist es keine gute Idee, unbekannte Beeren nur „zum Probieren“ zu kosten, auch wenn sie den Früchten gängiger Sammelarten ähneln.
Für die Küche ist es am sichersten, Zwergholunder grundsätzlich nicht zu verzehren und beim Sammeln konsequent auf eine eindeutige Abgrenzung zum Schwarzen Holunder zu achten. Wenn Sie unsicher sind, ist das richtige Vorgehen: nicht sammeln und die Pflanze lieber über mehrere Quellen oder mit einer erfahrenen Person verifizieren.
Auch Schwarzer Holunder braucht die richtige Behandlung
Auch beim Schwarzen Holunder gilt: Nicht alles ist geeignet, direkt vom Strauch gegessen zu werden. Rohe Früchte und einige weitere Pflanzenteile enthalten cyanogene Glykoside; deshalb werden reife Beeren erst nach entsprechender Erhitzung genutzt, die den Gehalt dieser Stoffe deutlich reduziert.
Die beliebtesten Rohstoffe vom Schwarzen Holunder bleiben die Blüten, aus denen Sirup, Getränke oder zum Beispiel ausgebackene Blütendolden zubereitet werden. Die Grundregel beim Sammeln bleibt jedoch dieselbe: Erst die Pflanze sicher bestimmen, erst dann sammeln und verarbeiten.
Schnellcheck im Gelände: Schwarzer Holunder ist ein verholzender Strauch mit herabhängenden Fruchtdolden, während Zwergholunder eine ausdauernde Staude mit aufrechten Früchten und krautigem Stängel ist, der im Herbst abstirbt.
Quelle: Zahrádkár, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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