Warum Zucchini manchmal bitter werden und wann man sie besser gar nicht probiert
Sie ziehen schöne Zucchini oder Gurken heran, sie wirken gesund und frisch, doch beim Probieren kommt die Enttäuschung. Manche Früchte haben eine deutlich bittere Note, ähnlich wie sie gelegentlich bei Gurken vorkommt. In so einem Moment sollte man aufmerksam werden, denn es geht nicht nur um einen unangenehmen Geschmack, sondern auch um ein mögliches Gesundheitsrisiko.
Für die Bitterkeit ist ein Abwehrstoff der Pflanze verantwortlich
Das Bitterwerden betrifft nicht nur Zucchini und Gurken, es tritt häufig auch bei Kürbissen oder Kalebassen auf. Ursache ist ein Stoff namens Cucurbitacin, also ein pflanzliches Toxin, das sich in den Früchten anreichern kann, wenn die Pflanze keine idealen Bedingungen hat. Der Sinn dieses Bitterstoffs ist Schutz: Die Pflanze wehrt sich damit gegen Schädlinge und Pflanzenfresser, denen der Geschmack missfällt und die die Frucht abschrecken soll.
Der häufigste Auslöser ist Stress und Wetterextreme
Mehr Cucurbitacine entstehen vor allem dann, wenn die Pflanze unter Stress steht. Typisch ist ein ungünstiger Wasserhaushalt, entweder längere Trockenheit oder umgekehrt Staunässe. Problematisch ist auch unregelmäßiges Gießen, wenn die Pflanze zwischen Trockenphasen und schwallartigem Übergießen wechselt. Deutlich auswirken können sich außerdem Wetterextreme, etwa Hitze, plötzliche Abkühlung oder starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht.
Wo die Bitterkeit am stärksten ist
Die höchste Konzentration bitterer Stoffe sitzt meist in der Schale und an den Enden der Früchte. Das heißt aber nicht, dass es reicht, die Zucchini zu schälen oder die Spitzen abzuschneiden. Wenn sie schon beim ersten Probieren bitter ist, nehmen Sie das als Warnsignal und essen Sie die Frucht lieber nicht.
Bittere Früchte besser nicht verzehren
Da Cucurbitacine zu den giftigen Stoffen gehören, wird vom Verzehr bitterer Zucchini, Gurken und Kürbisse grundsätzlich abgeraten. Sie können unangenehme Magen-Darm-Beschwerden auslösen, und das Risiko lohnt sich nicht. Vor dem Kochen oder Weiterverarbeiten ist es sinnvoll, jede Frucht zu probieren, besonders wenn es sich um die eigene Ernte handelt. Junge Zucchini sollten mild schmecken, manchmal sogar leicht buttrig, ohne stechende Bitterkeit.
Der Mythos mit Salzen und „Ausschwitzen“ funktioniert nicht
Im Internet findet man oft den Tipp, eine bittere Zucchini kräftig zu salzen und ausschwitzen zu lassen, damit die Bitterkeit verschwindet. Das ist jedoch eine irreführende Information. Cucurbitacine sind sehr stabil: Weder Hitze noch Kochen oder Backen machen ihnen etwas aus – und erst recht nicht bloßes Salzen. Wenn Sie auf ein bitteres Stück stoßen, ist es am sichersten, die ganze Frucht ohne Kompromisse zu entsorgen, am besten auf den Kompost.
So beugen Sie Bitterkeit bei der nächsten Ernte vor
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Kulturführung lässt sich das Risiko deutlich senken. Es hilft, modernes Hybrid-Saatgut zu wählen, bei dem durch Züchtung erreicht wurde, dass Bitterstoffe vor allem in den Blättern bleiben und kaum in die Früchte gelangen. Wichtig ist außerdem eine regelmäßige, gleichmäßige Wasserversorgung direkt an den Wurzeln – idealerweise so, dass die Blätter nicht dauernd nass werden und der Boden nicht zwischen Trockenheit und Übernässung schwankt. Und es zahlt sich aus, junge Früchte zu ernten, am besten etwa bis zu einer Länge von 20 bis 25 Zentimetern, denn gerade diese behalten am häufigsten den typisch milden Geschmack.
Quelle: Záhrada, Jídlo, Pestrazahrada.cz
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