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Der schlimmste Feind der Bienen ist keine zwei Millimeter groß, ein Eingriff stoppt ihn nicht und Zucker reicht nicht

October 24, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Der schlimmste Feind der Bienen ist keine zwei Millimeter groß, ein Eingriff stoppt ihn nicht und Zucker reicht nicht
Bienenzucht / Foto: Depositphotos

Die Varroose gehört heute zu den schwerwiegendsten Problemen der modernen Imkerei. Hinter ihrer Ausbreitung steht die Milbe Varroa destructor, die erwachsene Bienen und Brut befällt, das ganze Volk schwächt und gleichzeitig weitere gefährliche Krankheiten überträgt. In der Praxis bedeutet das: Ohne regelmäßige Kontrolle und Maßnahmen kann es zu deutlichen Bienenverlusten bis hin zum Zusammenbruch des Stocks kommen. Eine vollständige Ausrottung des Parasiten ist meist sehr schwierig, daher ist das Ziel vor allem, seine Menge auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten.

Herkunft der Milbe und warum sie so gefährlich ist

Varroa destructor stammt aus Asien und hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte nahezu weltweit ausgebreitet. Seine Ausbreitung wird dadurch begünstigt, dass er kaum natürliche Feinde hat, die seine Vermehrung wirksam bremsen könnten. Selbst ein bereits behandeltes Volk kann sich erneut anstecken – deshalb ist der Kampf gegen die Varroose langfristig und endet nie mit nur einem einzigen Eingriff.

Der Parasit befällt erwachsene Bienen ebenso wie Entwicklungsstadien der Brut. Geschwächte Bienen sind oft leichter, leben kürzer und kommen schlechter durch den Winter. Ist die Brut betroffen, können Tiere mit Missbildungen schlüpfen, mit verkümmerten Flügeln oder einem kleineren Hinterleib. Der Befall erhöht außerdem deutlich die Anfälligkeit für Virus- und bakterielle Erkrankungen.

So erkennen Sie einen Befall im Bienenvolk

Die Milbe ist mit bloßem Auge erkennbar. Sie findet sich auf erwachsenen Bienen und in Brutzellen. Die Weibchen saugen an den Bienen, kriechen anschließend in Brutzellen, wo sie sich weiter vermehren. Häufig bevorzugen sie Drohnenbrut, besonders in dunkleren, mehrfach bebrüteten Waben.

Ein Befall lässt sich auf mehrere Arten feststellen. Imker beobachten den natürlichen Milbenfall, kontrollieren Drohnenbrut oder achten auf eine Schwächung des Volkes. Warnsignale sind auch deformierte Flügel, geringere Aktivität oder eine schlechtere Überwinterung. Je früher das Problem erkannt wird, desto größer ist die Chance, die Bienen in guter Kondition zu halten.

Rechtliche Pflichten für Bienenhalter

Im tschechischen Rechtsumfeld gelten Bienen als Nutztiere, daher unterliegt ihre Haltung veterinärrechtlichen Vorschriften. Der Halter muss Bedingungen sicherstellen, die den gesundheitlichen und biologischen Bedürfnissen der Bienen entsprechen. Beuten und weitere Einrichtungen sollen die Kontrolle des Gesundheitszustands, die Probenentnahme sowie eine mögliche Reinigung und Desinfektion ermöglichen.

Ein verantwortungsbewusster Imker sollte den Gesundheitszustand seiner Völker laufend beobachten – nicht erst dann, wenn offensichtliche Symptome auftreten.

Wann und wie Varroose behandelt wird

Die Behandlung muss richtig terminiert sein. Am häufigsten werden Maßnahmen im Frühjahr sowie am Übergang von Sommer zu Herbst durchgeführt, wenn sich die Milbenpopulation noch vor dem Winter reduzieren lässt. Eine hohe Wirksamkeit ist oft auch am Ende der Überwinterung erreichbar. Wichtig ist, die Bekämpfung nicht nur auf eine einzige Methode zu stützen, denn Milben können gegen bestimmte Wirkstoffe schrittweise Resistenzen entwickeln.

Zu den eingesetzten Präparaten gehören vor allem Arzneimittel mit Amitraz, Thymol oder Flumethrin. Jeder Wirkstoff hat seine Vorteile und Grenzen. Manche werden als Streifen eingesetzt, andere als Tabletten oder als Verdunstungspräparate. Bei der Anwendung müssen stets die Herstelleranleitung und der geeignete Zeitpunkt beachtet werden, damit weder der Honig beeinträchtigt noch die Bienen geschädigt werden.

Natürliche und ökologische Ansätze

Bienenhaltung / Foto: Depositphotos
Bienenhaltung / Foto: Depositphotos

In ökologisch ausgerichteten Betrieben werden vor allem organische Säuren genutzt, zum Beispiel Ameisensäure, Milchsäure, Zitronensäure oder Oxalsäure. Diese Stoffe werden – je nach Präparat und Jahreszeit – auf unterschiedliche Weise angewendet. Ihr Vorteil ist eine geringere Belastung der Bienenprodukte, sofern sie korrekt eingesetzt werden.

Manche Imker greifen auch zu ergänzenden Methoden wie dem Bestäuben mit Puderzucker oder der Anwendung von Kräuterauszügen und Rauch. Diese Verfahren reichen jedoch in der Regel nicht als Hauptbehandlung aus und ihre Wirksamkeit ist begrenzt. Sie können eher als Unterstützung der gesamten Stockpflege dienen.

Biotechnische Methoden als nützliche Ergänzung

Eine wichtige Rolle spielen auch Maßnahmen ohne Chemie. Häufig wird Drohnenbrut geschnitten, in die die Milben gern einwandern. Der Imker hängt einen Baurahmen ein, lässt ihn verdeckeln und entfernt ihn anschließend samt befallener Brut. So wird ein Teil der Parasitenpopulation mechanisch entnommen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Bildung von Ablegern, wodurch sich nicht nur die Bienen, sondern auch der Varroadruck aufteilt. Teilweise wird auch die Königin zeitweise gekäfigt, um die Brut zu unterbrechen – denn ohne Brut hat die Milbe schlechtere Überlebensbedingungen. Diese Vorgehensweisen erfordern jedoch Erfahrung und Umsicht, damit das Volk selbst nicht geschwächt wird.

Nicht auf sichtbare Schäden warten

Die Varroose darf nicht unterschätzt werden. Auch wenn Bienen auf den ersten Blick gesund wirken, kann der Parasit bereits im Stock vorhanden sein und die Kondition der gesamten Gemeinschaft nach und nach beeinträchtigen. Regelmäßige Kontrolle, eine passend gewählte Behandlung und die Kombination mehrerer Methoden sind der beste Weg, um Völker stark und lebensfähig zu halten.

Eine erfolgreiche Varroabekämpfung beruht nicht auf einem einzigen Wundermittel, sondern auf einer kontinuierlichen und durchdachten Pflege der Bienengesundheit.

Quelle: Woah, Bee Aware, Lyson, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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