Ginkgo leuchtet im Herbst wie ein Scheinwerfer, fünf weitere Bäume können das auch auf kleinem Grundstück
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) zählt zu den markantesten Herbstgehölzen. Sobald es kühler wird und die Tage kürzer werden, verwandeln sich seine fächerförmigen Blätter in ein reines Goldgelb, das im Garten fast wie ein Leuchtpunkt wirkt. Wenn das Laub dann innerhalb kurzer Zeit abfällt, entsteht unter der Krone ein geschlossener gelber Teppich. Genau diese gleichmäßige, klare Färbung ist der Grund, warum der Ginkgo so geschätzt wird.
Die Herbstfärbung entsteht durch den natürlichen Abbau von Chlorophyll. Wenn das Grün zurückgeht, treten gelbe und orangefarbene Pigmente in den Vordergrund, während kühlere Nächte auch die Bildung rötlicher Töne fördern. Am schönsten ist das Schauspiel meist in Jahren, in denen der Herbst eher trocken ist und bis in den Oktober hinein mild bleibt.
Warum Ginkgo auch in Stadtgärten so beliebt ist
Der Ginkgo kommt mit Trockenheit, Sommerhitze und weniger guter Luft gut zurecht und eignet sich deshalb nicht nur für ländliche Gärten, sondern auch für städtische Standorte. Er bevorzugt Sonne oder leichten Halbschatten sowie einen Boden, der keine Staunässe hält. Ein Nachteil ist die Größe der Grundart, denn mit den Jahren wird sie zu einem stattlichen Baum. Für kleinere Gärten sind daher schmal wachsende Sorten besser geeignet. Praktisch ist es, veredelte männliche Pflanzen zu wählen, denn weibliche Bäume bilden Früchte mit unangenehmem Geruch.
Parrotie und Amberbaum bieten eine abwechslungsreichere Herbstpalette

Während der Ginkgo durch die Reinheit einer einzigen Farbe besticht, fasziniert die Persische Parrotie durch ihren Wandel. In einer Krone können gleichzeitig gelbe, orangefarbene und weinrote Nuancen zu sehen sein. Dazu ist sie kein übermäßig anspruchsvoller Baum. Sie bleibt mittelgroß, ist winterhart und wird selten stark von Krankheiten befallen. Auch außerhalb des Herbstes ist sie interessant, denn ihre Rinde schält sich im Alter zu einer dekorativen Mosaikstruktur, und gegen Winterende erscheinen kleine Blüten mit roten Staubfäden.
Der Amerikanische Amberbaum wirkt mit seinen glänzenden, sternförmigen Blättern besonders elegant. Im Herbst wechseln sich Rot, Purpur, Gelb und Orange ab, und die Farben halten oft länger als bei vielen anderen Bäumen. Man sollte jedoch bedenken, dass die Art an sich recht groß wird. Sie benötigt eher einen gleichmäßig feuchten, aber durchlässigen Boden und verträgt keinen kalkreichen Untergrund. Für kleinere Gärten sind kompaktere Sorten deutlich sinnvoller, weil ein gewöhnlicher Amberbaum mit den Jahren zu viel Platz beanspruchen würde.
Japanischer Ahorn für kleine Gärten, Tulpenbaum für große Grundstücke

Japanische Ahorne sind eine der zuverlässigsten Optionen dort, wo wenig Platz ist. Je nach Sorte färben sich die Blätter im Herbst gelb, bronzefarben, purpurrot bis hin zu leuchtendem Rot. Am besten gedeihen sie an einem geschützten Standort mit lichtem Schatten beziehungsweise gefiltertem Licht, gleichmäßig frischem Boden und ohne scharfen Wind. Gerade in kleinen Gärten, Innenhöfen oder Vorgärten können sie eine außergewöhnlich starke Wirkung entfalten.
Der Tulpenbaum ist dagegen ein Baum für wirklich viel Raum. Schon im Sommer beeindruckt er mit seinen ungewöhnlichen Blüten, und im Herbst färbt sich seine Krone goldgelb. Er braucht volle Sonne, einen tiefgründigen Boden und ausreichend Feuchtigkeit. Trockenstress und verdichtete Erde verträgt er schlechter, deshalb passt er besser auf größere Grundstücke, zu Wochenendhäusern oder an den Rand weitläufiger Gärten.
Perückenstrauch als feuriger Effekt auf kleinem Raum

Nicht jeder hat Platz für einen Solitärbaum. Genau deshalb lohnt es sich, den Perückenstrauch näher anzuschauen. Er wächst als Strauch oder kleiner Baum, kommt auch mit trockeneren und nährstoffärmeren Böden zurecht und färbt sich im Herbst orange bis karminrot. Selbst auf wenigen Quadratmetern schafft er so eine ausgeprägt herbstliche Stimmung, ohne eine große Fläche zu verlangen.
Wie man den richtigen Baum auswählt und wann man ihn pflanzt
Bei der Auswahl ist nicht nur die Blattfarbe entscheidend, sondern vor allem die endgültige Größe des Gehölzes. Für kleine Grundstücke eignen sich eher Japanische Ahorne, kompakter wachsende Parrotien oder schmale Ginkgo-Sorten. Ein mittelgroßer Garten verträgt auch mehrstämmige Parrotien oder einen kleineren Amberbaum. Große Flächen können sich den klassischen Ginkgo, den Tulpenbaum und auch kräftiger wachsende Amberbäume leisten.
Es lohnt sich, botanische Gärten und Arboreten zu besuchen, wo man diese Arten in ausgewachsenem Zustand sehen kann. So lässt sich besser einschätzen, wie sie nach zehn oder zwanzig Jahren im normalen Garten wirken werden. Zum Pflanzen eignen sich Herbst oder Frühjahr. Containerpflanzen kann man zwar auch zu anderen Zeiten setzen, wenn ausreichend gegossen wird, doch kühlere Perioden helfen meist beim besseren Anwachsen. Eine erste schöne Herbstfärbung kann schon früh auftreten, den wirklich starken Effekt zeigt ein Baum jedoch erst mit gut entwickelter Krone.
Quelle: Canopy, The Martha Blog, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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