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Warum man bei Stabtomaten Geiztriebe rechtzeitig ohne Werkzeug ausbrechen sollte

June 3, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Warum man bei Stabtomaten Geiztriebe rechtzeitig ohne Werkzeug ausbrechen sollte
Strauchtomaten / Foto: Depositphotos
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Bei Tomaten ist es wichtig, Busch- und Stabtomaten zu unterscheiden. Buschtomaten werden meist ohne höhere Stütze und ohne Eingriffe an den Seitentrieben angebaut. Stabtomaten hingegen müssen an einer Stütze angebunden werden und brauchen außerdem das laufende Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die in den Blattachseln entstehen. Lässt man Geiztriebe unkontrolliert wachsen, verdichtet sich die Pflanze unnötig, sie wird schlechter durchlüftet und verteilt ihre Energie auf zu viele Triebe. Das Ergebnis sind häufig kleinere Früchte und zugleich eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich Pilzkrankheiten im Bestand festsetzen.

Wann Geiztriebe entfernen, damit der Eingriff die Pflanze möglichst wenig belastet

Am besten greift man früh ein, nämlich dann, wenn die Geiztriebe etwa 5 bis 10 Zentimeter lang sind. In dieser Phase lassen sie sich leicht entfernen, und die Wunde an der Pflanze bleibt klein. Überständige Geiztriebe sind dagegen bereits kräftig, und beim Entfernen entsteht eine größere Verletzung, die schlechter verheilt. Gerade die Größe der Wunde entscheidet oft darüber, wie leicht eine Infektion in das Gewebe eindringen kann und wie schnell sich mögliche Probleme am Stängel ausbreiten.

Ausbrechen ist schonender als Abkneifen, Schneiden oder Abscheren

Im Alltag wird dafür häufig der Begriff „Ausknipsen“ verwendet, doch aus Sicht der Pflanzengesundheit ist es am sinnvollsten, Geiztriebe eher auszubrechen. Beim Ausbrechen berühren die Finger die frische Wunde im Gewebe nicht so direkt, wie es beim Abkneifen passieren kann. Dadurch sinkt die Gefahr, Keime in die verletzte Stelle einzutragen. Ausbrechen gilt deshalb als die risikoärmste Methode, wenn es um die Entwicklung von Grauschimmel an verletzten Pflanzenteilen geht.

Warum man Schere und Messer besser meidet

Noch höher ist das Risiko beim Ausschneiden oder Herausschneiden der Geiztriebe. Bei Werkzeugen besteht nämlich die Gefahr, dass eine mögliche Infektion von einer Pflanze auf die nächste übertragen wird, wenn die Klinge nicht sauber ist oder nicht regelmäßig desinfiziert wird. Ein einziger infizierter Schnitt reicht, und das Problem kann nach und nach an mehreren Pflanzen im Gewächshaus ebenso wie im Freilandbeet auftreten. Die mechanische Verletzung schafft außerdem eine Eintrittspforte für Krankheitserreger, die sich in warmer, feuchter Umgebung sehr schnell vermehren.

Grauschimmel als häufige Folge von Pflanzenverletzungen

An der verletzten Stelle kann sich der typische Grauschimmel entwickeln. Er tritt nicht nur nach unsachgemäßem Entfernen der Geiztriebe auf, sondern auch nach anderen Arbeiten, etwa bei der Ernte, wenn ein Stück Gewebe abbricht oder der Stängel beschädigt wird. Erreger dieser Krankheit ist der Pilz Botryotinia fuckeliana, der geschwächte Stellen ausnutzen kann und unter passenden Bedingungen in weitere Pflanzenteile vordringt. Ziel der richtigen Technik ist daher vor allem, Wunden zu minimieren und die Möglichkeiten einer Infektionsübertragung zu begrenzen.

Je kleiner die Verletzung bei der Arbeit an Tomaten ausfällt, desto geringer ist die Chance, dass sich daran Grauschimmel festsetzt.

Was passiert, wenn wir Geiztriebe nicht entfernen

Bleiben die Geiztriebe stehen, verdichtet sich der Bestand schnell. Blätter und Triebe überdecken sich, im Inneren der Pflanze hält sich Feuchtigkeit, und die Luftzirkulation ist schwach. Das schafft ein Umfeld, in dem Pilzkrankheiten leichtes Spiel haben. Gleichzeitig investiert die Pflanze Nährstoffe in viele Seitentriebe, statt sie auf Fruchtansatz und Ausreifen zu konzentrieren. In der Praxis zeigt sich das oft so, dass die Früchte kleiner bleiben, die Reife langsamer voranschreitet und die Ernte unübersichtlicher wird.

Geiztriebe bei Tomaten / Foto: Depositphotos
Geiztriebe bei Tomaten / Foto: Depositphotos

Auf wie viele Triebe man Stabtomaten während der Vegetationszeit zieht

Geiztriebe werden während der gesamten Vegetationszeit laufend entfernt, und üblich ist, Stabtomaten auf einen Haupttrieb zu ziehen. So bleibt die Pflanze luftiger, lässt sich besser an die Stütze anbinden, und die Energie fließt in die Früchte. Eine Führung auf zwei Triebe ist möglich, wenn die Pflanze ein ausreichend kräftiges Wurzelsystem hat und beide Triebe vollwertig mit Wasser und Nährstoffen versorgen kann. Auf zwei Triebe werden auch veredelte Pflanzen häufig gezogen, insbesondere wenn sie auf einer wüchsigen Unterlage stehen und eine höhere Wuchskraft haben.

Quelle: GrowVeg, Gardenia, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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