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Geiztriebe bei Tomaten abends ausbrechen Vielleicht schaden Sie mehr als Sie nützen

June 30, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Geiztriebe bei Tomaten abends ausbrechen Vielleicht schaden Sie mehr als Sie nützen
Ausbrechen der Geiztriebe bei Tomaten / Foto: Depositphotos
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Wenn Sie bei Stabtomaten wirklich große und süße Früchte ernten möchten, reicht es nicht, nur zu gießen und zu düngen. Diese Sorten haben von Natur aus den Drang, immer weiter zu wachsen und ständig neue Seitentriebe zu bilden. Ohne Eingriff wird aus der Pflanze schnell eine undurchdringliche grüne Masse, die zwar kräftig wirkt, ihre Energie aber vor allem in Blätter und Stängel steckt. Das Ergebnis ist dann viel Grün und zum Saisonende eher kleinere Früchte, die langsamer ausreifen.

Warum Geiztriebe entfernt werden und was passiert wenn Sie sie stehen lassen

Geiztriebe sind Seitentriebe, die in der Blattachsel wachsen, also dort, wo das Blatt am Haupttrieb ansetzt. Bei indeterminanten Tomaten ist jeder dieser Triebe im Grunde der Start einer neuen, vollwertigen Pflanze. Lassen Sie mehrere stehen, verteilt die Pflanze ihre Kraft in viele Richtungen und kann oft nicht so viele Blüten und Früchte hochwertig versorgen, wie sie selbst ansetzt.

Das erste Problem ist der Energieverlust. Die Pflanze schickt einen großen Teil der Zucker und des Stickstoffs in die Bildung von Grünmasse, statt Blüte und Fruchtfüllung zu unterstützen. Das zweite Problem ist das Mikroklima. Ein zu dichter Bestand trocknet schlecht ab, Morgentau und Feuchtigkeit nach dem Gießen bleiben länger auf den Blättern stehen – ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten. Durch regelmäßiges Ausgeizen wird der Stock entlastet, bleibt luftiger und trocknet schneller ab.

Durch das Entfernen der Geiztriebe nehmen Sie der Pflanze nicht das Leben, Sie lenken sie nur dahin, Früchte dem endlosen Wachstum vorzuziehen.

Morgens oder abends Das Timing entscheidet über die Wundqualität

Der Morgen als sicherste Wahl

Die beste Zeit zum Ausbrechen der Geiztriebe ist morgens. Nach der Nacht hat die Pflanze meist eine höhere Gewebespannung, die Stängel sind fester und der Trieb löst sich bei sanftem Druck sauber. Die Wunde ist kleiner und gleichmäßiger. Außerdem wirken tagsüber Sonne und Luftbewegung darauf, sodass sie schneller abtrocknet und sich schließt. Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger in die frische Verletzung eindringen.

Warum es abends oft mehr schadet als nützt

Abends sind Tomaten nach einem heißen Tag oft etwas schlaffer und die Gewebe sind elastischer. Geiztriebe brechen dann nicht immer sauber, sondern Sie reißen leicht auch ein Stück Haut oder Fasern vom Haupttrieb mit ab. Es entsteht eine längere, offene Wunde, die in der Nacht, wenn die Luftfeuchtigkeit steigt, viele Stunden feucht bleibt. Und genau lange feuchte Verletzungen sind eines der häufigsten Einfallstore für Infektionen.

Finger sind besser als Schere und haben auch einen Hygienevorteil

Am einfachsten und oft am sichersten ist das Ausgeizen mit den Fingern. Greifen Sie den Geiztrieb zwischen Daumen und Zeigefinger und drücken Sie ihn zur Seite, bis er abknickt. Bei kleinen Trieben geht das schnell, und die Wunde ist meist kleiner als nach dem Schneiden.

Scheren können vor allem wegen der Krankheitsübertragung problematisch sein. Wenn Sie mit einem Werkzeug mehrere Pflanzen nacheinander bearbeiten, funktioniert das wie eine einfache Brücke für Viren und andere Erreger. Müssen Sie doch ältere, verdickte und übersehene Geiztriebe schneiden, ist es sinnvoll, die Schere zwischen den einzelnen Pflanzen mit Alkohol zu desinfizieren.

Warum Geiztriebe manchmal an derselben Stelle wieder nachwachsen

Es kann passieren, dass Sie Geiztriebe entfernen und nach ein paar Tagen in derselben Blattachsel neue erscheinen. Das ist keine Sinnestäuschung: Die Pflanze hat dort mehr als nur eine schlafende Knospe. In der Blattachsel sitzt ein Komplex teilungsfähiger Zellen, der einen Ersatz-Wachstumspunkt aktivieren kann, wenn die Pflanze den Eingriff als Gefahr bewertet.

Oft passiert das, wenn der Geiztrieb zu früh ausgeknipst wird, etwa bei nur wenigen Millimetern bis ungefähr 1 bis 2 cm Länge, oder wenn beim Ausbrechen ein kleiner Stummel stehen bleibt. Es hilft, den Geiztrieb auf etwa 5 cm Länge wachsen zu lassen, also ungefähr auf Streichholzgröße. Dann lässt er sich meist samt Wachstumszentrum entfernen, und ein erneutes Austreiben ist seltener.

Das ist Arbeit für die ganze Saison kein einmaliger Eingriff

Stabtomaten wachsen praktisch so lange, bis sie die erste Herbstkälte stoppt. Deshalb ist das Ausgeizen eher ein regelmäßiges Sommerritual als eine einmalige Arbeit. In der Praxis bewährt sich eine Kontrolle alle 4 bis 6 Tage, denn junge Triebe lassen sich dann leicht und ohne große Wunden entfernen.

Im August wird zusätzlich häufig die Spitze des Haupttriebs gekappt. Wenn die Pflanze ungefähr fünf bis sechs Fruchtetagen angesetzt hat, ist es oft sinnvoll, das Wachstum zu beenden. Der Grund ist einfach: Späte Blüten und kleine Fruchtansätze würden in vielen Regionen bis zum Herbst nicht mehr ausreifen, daher ist es besser, die Kraft auf die Früchte zu konzentrieren, die bereits an der Pflanze hängen.

Ausnahme wenn ein Geiztrieb stehen bleibt und man zweitriebig zieht

Die Grundregel bei Stabtomaten ist die Führung auf einen Haupttrieb, aber es gibt auch die fortgeschrittene Variante der zweitriebigen Kultur. Sie eignet sich besonders für Cherry- und Cocktailtomaten, die sehr wüchsig sind und kleinere Früchte tragen. Statt eines dominanten Stängels formen Sie zwei gleichwertige, besser ausbalancierte Triebe, die Sie getrennt aufbinden können.

Das Vorgehen basiert auf der Auswahl des richtigen Geiztriebs. Suchen Sie den ersten Blütenstand; direkt darunter sitzt in der Blattachsel oft ein Trieb, der zu den kräftigsten und ertragreichsten gehört. Den können Sie als zweiten Haupttrieb stehen lassen. Gleichzeitig gelten aber zwei Bedingungen: Die Pflanzen brauchen größere Abstände, damit der Bestand nicht zu dicht wird, und am zweiten Trieb müssen Sie dessen eigene Geiztriebe wiederum konsequent entfernen, sonst ist der Vorteil schnell dahin.

Warum nach dem Ausgeizen grüne Finger bleiben und manchmal Juckreiz entsteht

Wenn Sie einen Geiztrieb abbrechen, verströmt die Tomate einen intensiven Duft, und aus der Verletzung kann gelblicher Saft austreten. Das ist nicht nur harmloser Pflanzensaft. Auf der Oberfläche der Stängel sitzen feine Härchen, und im Gewebe befinden sich Abwehrstoffe, unter anderem das Alkaloid Tomatin. In der Natur dienen sie dazu, Schädlinge und Insekten abzuschrecken, die die Pflanze beschädigen.

Bei empfindlicheren Menschen kann die Kombination aus diesen Stoffen und ätherischen Ölen Juckreiz, Brennen oder Hautrötungen auslösen. Wenn Sie wissen, dass Sie auf Tomaten reagieren, hilft die Arbeit mit Handschuhen und außerdem das Händewaschen direkt nach dem Ausbrechen, damit die grüne Verfärbung und reizenden Bestandteile nicht unnötig lange auf der Haut bleiben.

Quelle: Gardening Know How, Záhrada, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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