Gardenino

Die unscheinbare Schönheit im Garten ist längst verboten und es droht ein Bußgeld

September 13, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Die unscheinbare Schönheit im Garten ist längst verboten und es droht ein Bußgeld
Drüsiges Springkraut / Foto: Depositphotos
AD

Die tschechische Landschaft wirkt auf den ersten Blick natürlich und ruhig, doch einige Arten sind nicht heimisch und können sich deutlich schneller ausbreiten als einheimische Pflanzen. Genau deshalb gelten in vielen europäischen Ländern strenge Regeln für Arten, die viele Menschen hierzulande als ganz gewöhnlichen Teil der Natur wahrnehmen. Dabei geht es weder um Giftigkeit noch um eine unmittelbare Gefahr für den Menschen, sondern um Auswirkungen auf Lebensräume, die Landschaftspflege und die Vielfalt der Pflanzengesellschaften.

Drüsiges Springkraut und sein Weg nach Europa

Am häufigsten ist vom Drüsigen Springkraut die Rede, einer auffälligen Pflanze mit Blüten, die viele von Spaziergängen an Gewässern kennen. Ursprünglich stammt sie aus dem Himalaya und gelangte im 19. Jahrhundert nach Europa. Damals schätzte man sie als Zierpflanze und auch als Bienenweide, weshalb sie gepflanzt wurde und nach und nach in die freie Natur entkam. In Tschechien findet man sie heute besonders leicht entlang größerer Flüsse und Bäche, an feuchteren Standorten und in Auen, wo sie ideale Bedingungen hat.

Warum sie als invasiv gilt und was das verursacht

Das Problem beim Springkraut ist nicht, dass es giftig wäre, sondern dass es sich wie ein invasiver, nicht heimischer Neophyt verhält. Es kann Flächen rasch besetzen, sehr dicht wachsen und geschlossene Bestände bilden. Dadurch werden Keimung und Wachstum heimischer Pflanzen eingeschränkt, die in der Konkurrenz dann unterliegen. Das Ergebnis kann eine Verarmung der Artenzusammensetzung an Standorten sein, an denen zuvor eine vielfältigere Mischung einheimischer Arten wuchs.

Drüsiges Springkraut / Foto: Depositphotos
Drüsiges Springkraut / Foto: Depositphotos

Sobald es sich an einem Ort durchsetzt, verändern sich der Charakter des Bewuchses und die Funktionsweise des Standorts. Verantwortliche Stellen müssen dann Zeit und Geld in Maßnahmen investieren, damit wertvolle Flächen nicht zu einem einheitlichen Band aus Springkraut werden. Gerade die Kosten und der Druck auf die Biodiversität gehören zu den Hauptgründen, warum in vielen europäischen Staaten Anbau und Ausbreitung streng begrenzt werden.

Wie sich das Springkraut ausbreitet und warum Gewässerläufe besonders riskant sind

Das Springkraut hat eine äußerst effektive Vermehrungsstrategie. Es bildet zahlreiche Samenkapseln, die bei Berührung schlagartig aufspringen. Die Samen werden dann regelrecht in die Umgebung geschleudert, teils mehrere Meter weit. Noch wichtiger ist jedoch die Ausbreitung über Wasser. Fallen Samen in ein Gewässer, können sie weit stromabwärts transportiert werden, und die Pflanze gelangt so auch über Kilometer hinweg an neue Stellen. Deshalb begegnet man ihr so häufig entlang von Flüssen, wo sie sich am schnellsten ausbreitet.

Welche Maßnahmen in Europa angewendet werden

Drüsiges Springkraut / Foto: Depositphotos
Drüsiges Springkraut / Foto: Depositphotos

In Ländern, die sein Vorkommen unter Kontrolle halten wollen, verfolgt man vor allem zwei Ansätze. Der erste ist Prävention, also der Versuch zu verhindern, dass sich die Art dort etabliert, wo sie bislang noch nicht vorkommt. Der zweite ist die gezielte Entfernung in naturschutzfachlich wertvollen Bereichen, in denen ihre Dominanz die größten Schäden verursachen würde.

Entfernung und praktische Empfehlungen für Gärten

In der Praxis wird Springkraut häufig von Hand bekämpft, durch Ausreißen oder Ausgraben. Wichtig ist, frühzeitig einzugreifen und die Samenbildung so weit wie möglich zu verhindern, denn gerade die Samen sorgen für die schnelle weitere Ausbreitung, insbesondere wenn sie ins Wasser gelangen. Entdecken Sie die Pflanze im Garten oder in der Nähe eines Bachs, lohnt es sich, sofort zu handeln und sie nicht ausreifen zu lassen. So schützen Sie nicht nur die umliegende Natur, sondern auch Ihre eigenen Pflanzungen, die sie durch ihren üppigen Wuchs nach und nach verdrängen könnte.

Quelle: MZP, Kvetena ČR, iReceptář, iDnes, Pestrazahrada.cz

Teilen
AD
Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

Diesen Artikel bewerten
4.0 (1)

Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentar hinterlassen
AD