Blumenkohl im Garten anbauen, damit sich feste Köpfe bilden
Blumenkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist botanisch als Brassica oleracea bekannt. Im Garten wird er meist als einjähriges Gemüse angebaut, obwohl es sich eigentlich um eine zweijährige Pflanze handelt, die erst im zweiten Jahr blüht. Unter unseren Bedingungen überwintert er im Beet jedoch in der Regel nicht. Der essbare Teil ist vor allem der Kopf, also stark verkürzte Blütentriebe, die weiß, grün, violett oder auch orange sein können. Verwerten lassen sich auch die Blätter. Die Pflanzen werden etwa 40 cm hoch und tragen grünes Laub.
Standort und Temperaturbedingungen
Entscheidend für den Erfolg ist ein sonniger Standort. Im Schatten entwickeln sich die Köpfe oft schlecht oder bleiben ganz aus. Blumenkohl liebt milde Temperaturen, wobei ihm länger anhaltende Schwankungen schaden. Kurzzeitig verträgt er leichten Frost bis etwa -5 °C, die Köpfe selbst sind jedoch empfindlicher und können schon um -2 °C Schaden nehmen.
Fällt die Temperatur unter 10 °C, kann Blumenkohl mit sehr kleinen Köpfen reagieren oder vorzeitig in Blüte schießen. Umgekehrt neigt er bei Hitze über 25 °C dazu, viel Blattmasse zu bilden, während die Köpfe klein bleiben. Deshalb lohnt es sich, die Pflanzung so zu planen, dass die Hauptphase der Kopfbildung nicht in die heißesten Wochen fällt.
Welche Erde ist für Blumenkohl am besten
Blumenkohl benötigt einen nährstoffreichen, humosen Boden, der Feuchtigkeit gut hält, aber nicht vernässt. Ideal ist Erde, die mit einer großzügigen Portion Kompost verbessert wurde. Er bevorzugt eine Bodenreaktion von leicht sauer bis leicht alkalisch, etwa pH 6,4 bis 7,5. Auf mageren oder schnell austrocknenden Böden bildet er häufig nur kleine Köpfe, und die Erntequalität leidet.
Aussaat und Anzucht von Jungpflanzen
Blumenkohl wird am häufigsten über vorgezogene Jungpflanzen kultiviert. In der kühleren Jahreszeit sät man in Töpfe, in der wärmeren Zeit kann man auch ein Frühbeet oder ein Anzuchtbeet im Freien nutzen. Die Aussaattermine unterscheiden sich je nachdem, ob Sie für das Gewächshaus, unter Vlies oder direkt ins Freiland anbauen. Für sehr frühe Kulturen beginnt man bereits im Januar, die üblichen Frühjahrsaussaaten laufen von Februar bis Mai, und für Sommer- oder Herbsternte wird nochmals Ende Mai und in der ersten Junihälfte gesät.
Pflanzung und Anbauorte
Er gedeiht im Gemüsegarten, auf Hochbeeten, im Gewächshaus und auch im Folientunnel. Geeignet ist ebenso die Kultur unter Vlies, das das Mikroklima stabilisiert und teilweise vor einigen Schädlingen schützt. Generell gilt: Frühe und mittelfrühe Sorten werden am schnellsten geerntet, ihre Köpfe sind jedoch meist kleiner als bei mittelspäten und späten Typen.
Gießen und gleichmäßige Feuchtigkeit halten
Die Wasserversorgung sollte regelmäßig und eher moderat sein, vor allem aber gleichmäßig. Obwohl Blumenkohl ein recht gut entwickeltes Wurzelsystem hat, reagiert er empfindlich auf Wassermangel; typische Folge sind kleine, lockere Köpfe. Der Boden sollte stets leicht feucht bleiben, aber nicht schlammig. Schwankende Feuchtigkeit zeigt sich häufig auch in der Kopfqualität.
Düngung und wichtige Nährstoffe
Blumenkohl zählt zu den Gemüsen mit höherem Nährstoffbedarf, daher ist eine gute Beetvorbereitung vor dem Pflanzen entscheidend. Am besten wächst er im ersten Jahr nach einer Düngung mit Stallmist. Möglich ist frischer Mist, der im Herbst eingearbeitet wird, oder auch pelletierter Mist, der sich ebenfalls im Frühjahr ausbringen lässt. Während der Kultur ist es sinnvoll, etwa alle 7 bis 14 Tage nachzudüngen, besonders in Phasen starken Wachstums.
Im Hobbygarten bewährt sich auch eine langsam wirkende natürliche Nährstoffquelle, zum Beispiel Wurmhumus. Für die Bildung hochwertiger Köpfe sind zudem Spurenelemente wichtig, insbesondere Bor und Molybdän. Ein Mangel kann sich durch schwache Kopfbildung und allgemeines Kümmern der Pflanzen zeigen.
Krankheiten, Schädlinge und die häufigsten Probleme
Blumenkohl ist nur mäßig robust und kann von mehreren Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Zu den Krankheiten zählen etwa Alternaria (Schwarzfleckenkrankheit) an Kohlgewächsen, Kohlhernie oder Umfallkrankheit bei Keimlingen. Häufig sind jedoch nicht nur Erreger die Ursache, sondern auch Umweltstress. Wassermangel, zu niedrige oder zu hohe Temperaturen führen oft zu kümmerlichen, klein bleibenden Köpfen.
Unter den Schädlingen können Raupen, Blattläuse, Erdflöhe, Kohlfliegen und weitere für Kreuzblütler typische Arten Schäden verursachen. In Beeten kommt manchmal auch Verbiss durch Wild hinzu, etwa durch Hasen. Umso wichtiger sind Vorbeugung, eine gute Fruchtfolge und Blumenkohl nicht in kurzen Abständen wiederholt am selben Standort anzubauen.
Verwendung in der Küche und ernährungsphysiologischer Nutzen
Blumenkohl eignet sich zum Kochen, Dünsten und Backen und wird häufig für Suppen und Aufläufe verwendet. Durch die Form der Röschen wird er auch als dekoratives Element auf dem Teller geschätzt. Ernährungsphysiologisch ist er wegen seines Gehalts an B-Vitaminen sowie Vitamin C und K beliebt, außerdem wegen Mineralstoffen wie Kalium, Eisen, Magnesium, Phosphor oder Zink. Er enthält auch Schwefel, der für das typische Aroma bei der Zubereitung verantwortlich ist.
Interessante Sorten und farbige Varianten der Köpfe
Bei der Auswahl können Sie zu klassischen weißen Typen ebenso greifen wie zu farbigen Sorten. Beliebt sind zum Beispiel der violette Di Sicilla Violetto, die weißen Igloo oder Pionier, der dekorative gelbgrüne Romanesco Natalino oder der grüne Verde di Macerata. Die Kopffarbe ist nicht nur ein Blickfang, sondern bringt oft auch Abwechslung in die Küche.
Herkunft und Praxiserfahrung früherer Generationen
Es wird angenommen, dass Blumenkohl aus dem Mittelmeerraum stammt. Im tschechischen und polnischen Raum war er bereits im 18. Jahrhundert bekannt, und Anbauer stellten fest, dass er nicht in jedem Jahr gleich gut gelingt. Alte gärtnerische Erkenntnisse betonten die Bedeutung „neuer“ Erde und empfahlen, Blumenkohl frühestens nach etwa drei Jahren wieder an derselben Stelle zu pflanzen. Dieser Rat gilt auch heute, weil er Bodenmüdigkeit und den Krankheitsdruck typischer Kohlkrankheiten reduziert.
Quelle: Niepodlewam, RHS, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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