Warum Tomaten im Gewächshaus blühen, aber keine Früchte ansetzen, und wie Sie das beheben
In geschützten Kulturen ist der Anblick üppig blühender Tomaten zwar erfreulich, doch die Enttäuschung folgt, wenn an den Rispen keine kleinen grünen Fruchtansätze erscheinen. Viele Gärtner suchen den Fehler zuerst bei der Wassergabe oder beim Düngen, dabei steckt sehr häufig etwas anderes dahinter. Im Gewächshaus fehlt die natürliche Luftbewegung, und es sind meist weniger Bestäuber unterwegs – dadurch klappt die Bestäubung schlechter als draußen im Beet.
Die Bestäubung entscheidet, ob aus der Blüte eine Frucht wird
Tomaten sind zwar selbstbefruchtend, dennoch muss sich der Pollen in der Blüte lösen und dorthin gelangen, wo er hingehört. Im Freiland helfen dabei Wind, Insekten und kleine Erschütterungen der Pflanzen. Im geschlossenen Raum bewegt sich die Luft jedoch oft kaum – und die Blüten bleiben dann unbefruchtet. Typische Anzeichen sind vertrocknende Blüten, Blütenfall und nur wenige angesetzte Früchte. Manchmal entstehen zwar Früchte, sie bleiben aber klein oder werden unregelmäßig geformt.
Eine gute Kontrolle ist, nachzusehen, ob sich innerhalb weniger Tage nach dem Aufblühen am Blütenansatz ein kleiner grüner Fruchtansatz zeigt. Passiert das wiederholt nicht, lohnt es sich, möglichst früh gegenzusteuern – verlorene Blüten lassen sich im Nachhinein nicht mehr retten.
Ein einfacher Trick, den Sie alle 2 bis 3 Tage machen
Die praktischste Hilfe ist ein sanftes Schütteln der Pflanzen. Kraft ist nicht nötig, entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Es reicht, die Stütze, die Schnur, an der Sie die Tomate führen, oder direkt die Blütentraube leicht zu bewegen, damit Vibrationen entstehen. Sie ahmen natürliche Erschütterungen nach – so löst sich der Pollen leichter und gelangt auf die Narbe.
Viele nutzen auch eine elektrische Zahnbürste, die kurz an die Stütze oder an den Stängel in der Nähe der Blüten gehalten wird. Das feine Vibrieren erinnert an die Arbeit von Hummeln, die Tomaten tatsächlich über Vibrationen bestäuben. Bestäuben Sie etwa alle 2 bis 3 Tage, am besten vormittags – dann „arbeitet“ der Pollen meist besser und die Pflanzen sind noch nicht überhitzt.
Luftfeuchte und Hitze können die Bestäubung im Gewächshaus ausbremsen
Auch das Gewächshausklima spielt eine Rolle. Zu hohe Luftfeuchtigkeit verschlechtert die Rieselfähigkeit des Pollens, sodass er sich schwerer löst. Probleme gibt es ebenso bei großer Hitze, besonders wenn die Temperatur über 30 °C steigt. Unter solchen Bedingungen kann Pollen an Vitalität verlieren, und Blüten fallen leichter ab.
Wichtig ist daher regelmäßiges Lüften. An warmen Tagen hilft es, das Gewächshaus auf beiden Seiten zu öffnen, damit wirklich Luft durchzieht und die Blüten rasch abtrocknen. Ebenso wichtig ist so zu gießen, dass die Blüten nicht nass werden. Lenken Sie das Wasser direkt an die Wurzeln, denn nasse Blüten und dauerhaft feuchte Pflanzen bedeuten ein höheres Krankheitsrisiko und zugleich eine schlechtere Bestäubung.
Im Beet lieber durchdringend gießen statt ständig nur ein bisschen
Tomaten im Boden brauchen regelmäßige Wassergaben vor allem in heißen Perioden. Bei normalem Wetter reicht es meist, zwei- bis dreimal pro Woche zu gießen – dann aber gründlich. Ein ausgewachsener Stock kann pro Gießgang mehrere Liter Wasser aufnehmen. Bei Hitze trocknet der Boden schneller aus, daher müssen die Abstände kürzer werden, damit die Erde gleichmäßig leicht feucht bleibt und nicht verschlammt.
Staunässe ist genauso schädlich wie Trockenstress. Dauerhaft nasser Boden begünstigt Krankheiten, schwächt die Wurzeln und kann zu einer schlechteren Nährstoffaufnahme führen. Das Ergebnis kann üppiges Blattwachstum ohne entsprechende Ernte oder insgesamt „müde“ Pflanzen sein.

Brennnesseljauche hilft, aber während der Blüte vorsichtig dosieren
Brennnesseljauche liefert Tomaten vor allem Stickstoff und fördert das Wachstum, deshalb setzen viele Hobbygärtner sie gern zu Saisonbeginn ein. Um eine Überdüngung zu vermeiden, sollte sie verdünnt etwa im Verhältnis 1 Teil Jauche auf 10 Teile Wasser ausgebracht werden – ungefähr alle zwei Wochen.
Während einer starken Blüte ist es sinnvoll, stickstoffbetonte Düngung zu reduzieren. Ein Stickstoffüberschuss führt oft dazu, dass die Pflanze in Blätter und Triebe investiert statt in den Fruchtansatz. Maßhalten hält die Pflanzen vital – ohne unnötiges Risiko.
Hefeguss stärkt die Wurzeln, die Häufigkeit ist entscheidend
Hefenährlösung wird zur Förderung des Wurzelwerks und für eine bessere Widerstandskraft der Pflanzen eingesetzt. Auch hier gilt: weniger ist mehr. Eine Anwendung alle zwei Wochen reicht meist aus, und wenn Sie mehrere Hausmittel verwenden, ist es sinnvoll, sie abzuwechseln, damit der Boden nicht einseitig belastet wird.
Die Lösung muss abgekühlt und ausreichend verdünnt sein. Zu häufige Anwendungen können das Nährstoffgleichgewicht im Boden durcheinanderbringen – das zeigt sich dann in schwankendem Wachstum und schlechterem Fruchtansatz.
Wann gießen, damit Tomaten weniger krankheitsanfällig sind
Die beste Zeit zum Gießen ist früh am Morgen. So können die Pflanzen das Wasser vor der größten Hitze nutzen, und Feuchtigkeit an der Oberfläche trocknet schneller ab – das senkt das Risiko von Pilzkrankheiten. Abendliches Gießen ist möglich, aber dann müssen Sie besonders sorgfältig sein und weder Blätter noch Blüten benetzen. Nachtfeuchte fördert Pilzbefall und kann bei Tomaten das Risiko schwerer Infektionen erhöhen.
Wenn Tomaten im Gewächshaus reich blühen, aber keine Früchte ansetzen, beginnen Sie bei der Bestäubung. Sanftes Schütteln alle 2 bis 3 Tage, gute Lüftung und Gießen an die Wurzeln machen oft mehr aus als die nächste Portion Dünger.
Quelle: Niepodlewam, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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