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Im Herbst gepflanzte Reben treiben früher aus, der häufigste Fehler passiert noch vor dem Setzen

October 17, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Im Herbst gepflanzte Reben treiben früher aus, der häufigste Fehler passiert noch vor dem Setzen
Weinrebe / Foto: Depositphotos

Das Pflanzen von Weinreben im November kann sehr vorteilhaft sein, wenn es richtig und rechtzeitig durchgeführt wird. Auch wenn es über der Erde bereits kühl ist und erste Frühfröste keine Seltenheit sind, hält der Boden noch eine Zeit lang die gespeicherte Wärme. Genau davon profitieren junge Rebpflanzen. Der oberirdische Teil geht in die Winterruhe, doch die Wurzeln unter der Oberfläche können weiterarbeiten, einwurzeln und Feuchtigkeit aufnehmen.

Dadurch hat die Pflanze im Frühjahr einen Vorsprung. Sie muss nicht erst wieder Kontakt zum umgebenden Boden herstellen, sondern kann sofort die in Wurzeln und Holz gespeicherten Reserven für einen schnelleren Austrieb nutzen. Im Vergleich zur Frühjahrspflanzung kann sie so sogar mehrere Wochen früher austreiben. Im Frühjahr ist die Jungrebe hingegen stärker auf regelmäßiges Gießen angewiesen und baut sich erst über längere Zeit ein stabiles Wurzelwerk auf.

Am wichtigsten ist ein ausreichend tiefes Pflanzloch

Über den Erfolg einer Pflanzung im November entscheidet vor allem die Tiefe des Pflanzlochs. Es sollte bis etwa 80 Zentimeter tief sein. Dieser Wert lässt sich gut einhalten und beeinflusst gleichzeitig mehrere entscheidende Punkte. Eine tiefere Lage der Wurzeln erhöht den Frostschutz, verbessert die Standfestigkeit der Jungrebe und ermöglicht zudem passende Bedingungen für Drainage und Nährstoffvorrat.

Auf den Boden kann eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt kommen, damit sich an den Wurzeln kein Wasser staut. Darüber folgt lockere Erde, angereichert mit Kompost oder gut verrottetem Mist. Die Wurzeln dürfen jedoch nicht direkt auf dem Dünger liegen, dazwischen muss immer eine Schicht reiner Erde sein. Zu flaches Pflanzen zählt zu den häufigsten Fehlern, weil die Wurzeln in der oberen Bodenschicht leichter durch Trockenheit und Kahlfröste geschädigt werden.

Ein Problem entsteht auch dann, wenn der Gärtner das Loch aushebt und es am selben Tag wieder verfüllt. Frisch aufgeworfene Erde setzt sich mit der Zeit und kann die Jungrebe tiefer ziehen, als beabsichtigt. Ideal ist es, das Pflanzloch im Voraus vorzubereiten. Wenn das nicht möglich ist, sollte schichtweise aufgefüllt, zwischendurch angegossen und leicht angetreten werden.

So setzen Sie die Jungrebe richtig

Beim Pflanzen müssen zwei Stellen beachtet werden. Die Wurzelbasis soll ausreichend tief sitzen, die Veredelungsstelle muss jedoch über der Bodenoberfläche bleiben. Bei veredelten Reben sollte die Veredlungsstelle etwa fünf bis sieben Zentimeter über dem Gelände herausragen. Wäre sie dauerhaft bedeckt, könnte die Edelsorte selbst Wurzeln bilden und der Nutzen der Unterlage ginge verloren.

Vor der Pflanzung ist es gut, die Jungrebe etwa einen Tag in Wasser zu stellen. Die Wurzeln werden eingekürzt, beschädigte Teile entfernt und der Haupttrieb auf zwei bis drei Augen zurückgeschnitten. In das vorbereitete Pflanzloch werden die Wurzeln dann über einen kleinen Hügel aus reiner Erde nach unten ausgebreitet, damit sie nicht nach oben abknicken. Nach dem Auffüllen ist Angießen notwendig und gegebenenfalls das Nachfüllen von Erde, damit die Veredlungsstelle in der richtigen Höhe bleibt.

Der Pflanztermin hängt vom Standort ab

Weinrebe / Depositphotos
Weinrebe / Depositphotos

Nicht in allen Regionen gilt derselbe Ablauf. In wärmeren Lagen kann man noch in der ersten Novemberhälfte pflanzen. In tiefer gelegenen Regionen ist es sicherer, Ende Oktober oder in den ersten Novembertagen zu setzen. In kühleren Senken und höheren Lagen ist eine Herbstpflanzung nur bei länger anhaltend mildem Wetter sinnvoll, sonst ist es verlässlicher, bis zum Frühjahr zu warten.

Es gilt jedoch immer die Grundregel: nur in nicht gefrorenen Boden pflanzen und noch vor dem Einsetzen dauerhafter Fröste. Wichtig ist auch die Standortwahl. Reben mögen leichte Hänge mit Ausrichtung nach Süden, Südosten, Südwesten oder Westen. Ungeeignet sind dagegen Stellen, an denen sich Kaltluft sammelt, etwa am tiefsten Punkt des Gartens oder in geschlossenen Mulden. In kühleren Gegenden ist auch die Nähe zu einer südlichen Hauswand oft von Vorteil.

Schutz für den ersten Winter ist unverzichtbar

Nach dem Laubfall sollte man die junge Rebe mit Erde etwa bis zu einer Höhe von 25 Zentimetern anhäufeln. Das ist der grundlegende Schutz der Wurzelzone. Auf die angehäufelte Erde kann man trockenes Laub, Stroh oder Reisig geben. Die Abdeckung soll vor starkem Frost und übermäßiger Nässe schützen, muss aber zugleich luftdurchlässig bleiben. Folie kann höchstens als obere Abdeckung gegen Regen dienen, niemals als dichtes Einwickeln.

Die Rebe braucht im Winter eher Trockenheit und Luft als eine nicht atmungsaktive Verpackung, die Fäulnis und Schimmel begünstigt.

Im Frühjahr muss der Schutz je nach Witterung schrittweise entfernt werden. Wenn der Gärtner unsicher ist, ob die Jungrebe überlebt hat, kann er die Rinde am Trieb leicht ankratzen. Grünes, feuchtes Gewebe ist ein Lebenszeichen. Dann bleibt nur noch abzuwarten, bis die ersten Augen erwachen und sich der Herbstvorsprung der Rebe zeigt.

Quelle: Gardenia, Viveros, Pestrá zahrada, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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