Herbstastern verwandeln den Garten in ein Paradies für Bestäuber
Wenn die meisten Sommerblumen bereits verblüht sind und die Beete langsam ihre kräftigen Farben verlieren, ist die Zeit der Herbstastern gekommen. Gerade im September und Oktober zeigen sie, was in ihnen steckt, und fluten den Garten mit unzähligen violetten, rosafarbenen, blauen oder weißen Blüten. Sie sind daher eine hervorragende Wahl überall dort, wo der Garten zum Ende des Sommers nicht leer und traurig wirken soll. Außerdem werden sie schnell von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen entdeckt, denn in dieser Jahreszeit ist das Angebot an blühenden Pflanzen längst nicht mehr so reich wie im Sommer. Gut ausgewählte Astern können das Beet so bis zu den ersten deutlicheren Frösten schmücken und gleichzeitig Bestäubern Nahrung bieten.
Eine umfangreiche Pflanzengruppe mit wichtiger Rolle in der Natur
Unter dem Begriff Herbstastern findet sich eine ganze Reihe von Arten und Sorten. Viele von denen, die wir in Gärten häufig kultivieren, stammen aus Nordamerika und werden von Botanikern heute vor allem der Gattung Symphyotrichum zugeordnet. Von manchen europäischen und asiatischen Astern unterscheiden sie sich nicht nur im Erscheinungsbild, sondern auch in der Blütezeit. Bei vielen beginnen sich die Blütenknospen mit den kürzer werdenden Tagen zu bilden, sodass sie erst am Ende des Sommers oder im Herbst voll aufblühen. Einige Sorten halten ihre Blüte bis zu den ersten kräftigeren Frösten durch.
Gerade die späte Blüte ist einer der Gründe, warum Astern im Herbst so wertvoll sind. Im September und Oktober nimmt die Zahl der Pflanzen, die ausreichend Nektar und Pollen bieten, im Garten nämlich nach und nach ab. Blühende Asterhorste ziehen daher oft Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge an, und an einem sonnigen Herbsttag kann dort überraschend viel Betrieb sein. Für Insekten sind sie eine willkommene Nahrungsquelle in einer Zeit, in der die Möglichkeiten deutlich eingeschränkter sind. Auch deshalb haben Herbstastern ihren festen Platz nicht nur im Zierbeet, sondern ebenso in Gärten, die bestäuberfreundlich gestaltet sein sollen.
Warum Herbstastern für Tiere so wichtig sind
Herbstastern gelten als sogenannte Schlüsselpflanzen, weil sie eine ganze Reihe von Tieren in unterschiedlichen Phasen des Jahres unterstützen. Im Frühjahr und während des jungen Austriebs werden ihre Triebe mitunter von Kaninchen oder Rehen verbissen, was praktisch wie ein natürliches Pinzieren wirkt. Im Sommer dienen sie dann als Futterpflanzen für die Raupen mancher Schmetterlinge. Im Herbst liefern sie reichlich Nektar und Pollen für Insekten, die an warmen Tagen noch aktiv sind.
Ihre Bedeutung endet auch nach der Blüte nicht. Im Winter und im Frühjahr werden die Samen zur Nahrung für wildlebende Vögel. Wer also Astern pflanzt, hilft nicht nur Bestäubern in einem Teil des Jahres, sondern schafft über die Jahreszeiten hinweg wertvollen Lebensraum für mehrere Tiergruppen.
Wo Astern am besten gedeihen
Herbstastern mögen viel Licht, je nach Art kommen sie aber auch mit einem Standort zurecht, der einen Teil des Tages leicht beschattet ist. Im Garten passen ihnen in der Regel sonnige bis leicht halbschattige Beete mit einem Boden, der nicht dauerhaft vernässt. Besonders schön wirken sie in naturnahen Pflanzungen, wo sie sich frei mit Ziergräsern und anderen spätblühenden Stauden verweben dürfen. Statt eines streng geordneten Beets entsteht so eine Pflanzung, die an eine blühende Wiese erinnert und bis weit in den Herbst hinein spannend bleibt.
In der Natur finden einige Herbstastern-Arten jedoch immer seltener geeignete Standorte. Problematisch können die Verbuschung offener Flächen, die Ausbreitung nicht heimischer Pflanzen oder Veränderungen in der Landnutzung sein. Im Garten ist es daher sinnvoll, sich vor allem auf ihren praktischen Nutzen zu konzentrieren. Astern verlängern die Blütezeit der Beete und bieten zugleich Insekten in einer Jahresphase Nahrung, in der viele andere Stauden bereits verblüht sind. Wenn Sie sie zusammen mit Gräsern, Fetthennen oder anderen Herbstblühern pflanzen, können Sie ein Beet gestalten, das bis zum Ende der Gartensaison attraktiv bleibt.

Welche Pflanzen sich für den Garten eignen
Herbstastern lassen sich entweder aus Samen oder aus fertigen Jungpflanzen kultivieren. In Gärtnereien sind oft auch benannte Sorten erhältlich, die durch Auslese aus den Ausgangsarten entstanden sind und anschließend vegetativ vermehrt werden, damit sie ihre Eigenschaften zuverlässig behalten. Es handelt sich dabei nicht zwingend um Hybriden, sondern eher um sorgfältig ausgewählte Formen für die gärtnerische Verwendung.
Manche überzeugen durch kompakteren Wuchs, andere durch besonders üppige Blüte oder höhere Robustheit. Interessant sind auch aromatische Typen, deren Blätter einen markanten, an Nadelgehölz erinnernden Duft verströmen. Gerade diese sind für verbissfreudiges Wild oft weniger attraktiv. Die Wahl der Art sollte zum verfügbaren Platz passen, denn einige Astern wachsen straff aufrecht und in die Höhe, während andere stärker in die Breite gehen.
Aussaat und Vermehrung ohne unnötige Schwierigkeiten
Herbstastern können Sie auch aus Samen heranziehen, man sollte jedoch einplanen, dass bei manchen Arten eine Kältephase die Keimung unterstützt. Eine einfache Lösung ist die Winteraussaat, bei der die Samen im Freien ganz natürlich niedrige Temperaturen durchlaufen. Die zweite Möglichkeit ist die sogenannte Stratifikation im Kühlschrank. Die Samen werden in leicht feuchten Sand oder ein anderes geeignetes Substrat gelegt, mehrere Wochen kühl gelagert und anschließend im Frühjahr ausgesät. Die Anforderungen an die Stratifikation können sich jedoch je nach Art unterscheiden, daher lohnt es sich, auch die Hinweise auf der Saatgutpackung zu beachten.
Noch einfacher gelangen Sie oft über die Teilung zu neuen Pflanzen. Ältere Horste können Sie im Frühjahr ausgraben, vorsichtig in mehrere Stücke teilen und jedes Teilstück an einen vorbereiteten Platz setzen. So verjüngen Sie zugleich die Pflanze, die nach einigen Jahren in der Mitte lichter werden und weniger reich blühen kann. Manche Astern lassen sich außerdem über junge Stecklinge vermehren, die im Frühjahr geschnitten werden und in geeignetem Substrat recht willig bewurzeln. Der Vorteil der vegetativen Vermehrung liegt darin, dass die neuen Pflanzen die Eigenschaften der Ausgangssorte behalten und bei guten Bedingungen bereits in der ersten Saison kräftig zulegen können.
So erreichen Sie dichten Wuchs und reiche Blüte
Wenn Sie möchten, dass Herbstastern dichter werden, sich besser verzweigen und mehr Blüten ansetzen, können Sie zu Beginn des Sommers die Triebspitzen junger Austriebe einkürzen oder auskneifen. Dadurch verzweigt sich die Pflanze stärker und bildet statt weniger langer Stängel einen kompakteren Horst mit mehr Blütentrieben. Warten Sie mit dem Pinzieren aber nicht zu lange. Ideal ist, spätestens bis etwa Ende Juni damit fertig zu sein, denn ein späterer Eingriff kann die Blütezeit nach hinten verschieben.
Bei hohen, wüchsigen Astern lohnt es sich außerdem, an eine Stütze zu denken. Das betrifft vor allem höhere Sorten der Neuengland-Astern, deren lange Stängel nach starkem Regen oder Wind auseinanderfallen können. Unauffällige Staudenhalter in Ringform oder mehrere Stäbe, die rechtzeitig um den Horst gesetzt werden, bevor die Pflanzen ihre Endhöhe erreicht haben, helfen hier gut. Niedrigere und von Natur aus breiter wachsende Astern müssen Sie dagegen nicht um jeden Preis zusammenbinden. Gerade ihr lockerer Wuchs kann in einem naturnah gestalteten Beet sehr attraktiv wirken.
Herbstastern sind nicht nur Schmuck am Ende der Saison. Es sind Pflanzen, die das Gartenleben in einer Zeit verlängern, in der die meisten anderen Arten bereits zurücktreten.
Schutz junger Pflanzen und Winterpflege
Auch wenn Astern häufig als relativ wildresistent gelten, können ihre jungen Triebe dennoch von Kaninchen oder Rehen geschädigt werden. Frisch gepflanzte Exemplare schützt man daher am besten vorübergehend, zum Beispiel mit einem einfachen Drahtschutz. Sobald sie kräftiger sind, sind sie in der Regel widerstandsfähiger und verkraften kleinere Schäden besser.
In naturnahen Pflanzungen ist ein regelmäßiger Rückschnitt nicht nötig. Im Garten ist es jedoch sinnvoll, die trockenen Stängel über den Winter stehen zu lassen. Sie schützen den Wurzelbereich und bieten zugleich kleinen Tieren sowie bodennah lebenden Vögeln Deckung. Sobald im Frühjahr der neue Austrieb erscheint, können trockene Triebe entfernt und bei stärker verholzenden Typen Teile des alten Bestands eingekürzt werden. Kleinere Arten, die über Winter vollständig einziehen, lassen sich bodennah zurückschneiden.
Warum Astern auch im normalen Garten ihren Platz verdienen
Herbstastern verbinden Schönheit, Nutzen und Anspruchslosigkeit. Sie bringen den Garten in einer Zeit zum Leuchten, in der viele Blumen bereits nachlassen, und bieten zugleich eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten- und Vogelarten. Wer eine Pflanze sucht, die die Biodiversität fördert und dabei nicht schwierig in der Kultur ist, trifft mit Astern eine außergewöhnlich gute Wahl.
Gönnen Sie ihnen einfach einen passenden Standort, gelegentliches Formen und in der Jugend etwas Schutz. Der Lohn ist ein lebendigerer Garten voller Bewegung, auch wenn sich der Herbst bereits dem Ende zuneigt.
Quelle: Grow Veg, The Spruce, Martha Stewart, Pestrazahrada.cz
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