Erfahrene Gärtner haben bei Ziergräsern zwei Regeln, die sie nie brechen
Ziergräser haben sich in den letzten Jahren zu einem der dankbarsten Elemente der Gartengestaltung entwickelt. Sie passen in moderne wie auch naturnahe Pflanzbilder, geben Beeten Höhe, eine feine Bewegung im Wind und oft über viele Wochen hinweg sogar Farbe. Mit der wachsenden Beliebtheit kommen jedoch auch immer dieselben Fragen: Wann ist die beste Pflanzzeit, wann und wie werden die Pflanzen zurückgeschnitten und wie geht man beim Teilen der Horste vor? Die richtige Pflege ist dabei nicht kompliziert – man muss nur den Gras-Typ und seinen Wachstumsrhythmus respektieren.
Zuerst den Typ bestimmen: Kühljahrsgräser, Warmjahrsgräser und Immergrüne
Die grundlegenden Pflegeregeln richten sich danach, zu welcher Gruppe Ihre Pflanze gehört. Kühljahrsgräser wachsen am stärksten im Frühjahr und erneut im Herbst, wenn die Temperaturen nicht zu hoch sind. Im Sommer behalten sie meist eine ordentliche Farbe, legen bei Hitze aber kaum noch zu.
Warmjahrsgräser starten dagegen später, häufig erst Ende Frühjahr oder zu Beginn des Sommers. Sie wachsen und blühen am kräftigsten bei warmem Wetter und trocknen im Winter meist in braunen Tönen ein. Immergrüne Gräser und grasartige Pflanzen sind eine Sonderkategorie, weil sie ihre Blätter auch in der kühleren Jahreszeit behalten. Oft sind es nicht einmal echte Gräser, sondern ähnlich wirkende Pflanzen, zum Beispiel Seggen.
Wann Ziergräser pflanzen, damit sie gut anwachsen
Die sicherste Zeit zum Pflanzen ist das Frühjahr sowie der frühe Herbst. Eine Frühjahrspflanzung gibt den Pflanzen genug Zeit, vor Sommerhitze und trockeneren Phasen einzuwurzeln. Im Sommer kann man zwar ebenfalls pflanzen, das erfordert aber deutlich sorgfältigeres Gießen und Kontrolle, damit die jungen Wurzeln nicht austrocknen.
Wenn Sie den Frühjahrstermin verpassen, pflanzen Sie am besten zu Herbstbeginn – idealerweise mit einem Vorlauf von etwa sechs bis acht Wochen vor dem ersten Frost. So kann das Gras noch ein Wurzelsystem bilden und den Winter besser überstehen.
Wann Ziergräser schneiden – und warum das wichtig ist
Warmjahrsgräser: Schnitt im Herbst oder spätestens im Frühjahr
Warmjahrsarten werden im Herbst meist braun und trocknen ein. Sobald sie trocken sind, können Sie sie praktisch jederzeit zurückschneiden – je nachdem, was Ihnen besser passt. Wer den Garten schon im Herbst ordentlich haben möchte oder ein Brandrisiko in trockenem Aufwuchs vermeiden will, kann die Horste noch vor dem Winter auf wenige Zentimeter über dem Boden einkürzen.
In Lagen, in denen ein solches Risiko keine Rolle spielt, können trockene Blätter und Blütenstände über den Winter als Zierde stehen bleiben. Raureif oder Schnee auf den trockenen Halmen wirkt oft sehr eindrucksvoll. Wenn Sie den Schnitt verschieben, ist wichtig, ihn spätestens im späten Frühjahr zu erledigen – bevor der Neuaustrieb richtig in Gang kommt. Manche Arten sehen über Winter allerdings wenig attraktiv aus; dann ist es praktischer, sie bereits im Herbst aufzuräumen.
Kühljahrsgräser: sehr früh im Frühjahr schneiden
Kühljahrsgräser behalten Form und Farbe oft weit in die kalte Jahreszeit hinein – daher lohnt es sich, sie über den Winter unangetastet zu lassen. Sobald im Frühjahr der Schnee weg ist und das Beet zugänglich wird, ist der richtige Moment zum Schnitt. Bei diesen Gräsern sollte man nicht bodennah „auf null“ schneiden. Meist ist es besser, etwa ein Drittel der Pflanzenhöhe stehen zu lassen, denn ein zu radikaler Rückschnitt kann die Vitalität des Horstes dauerhaft schwächen.

Wie man Horste schneidet, damit es sicher und praktisch ist
Bei der Arbeit lohnt es sich, an den Schutz der Hände zu denken. Die Blätter mancher Ziergräser haben scharfe Kanten und können die Haut unangenehm schneiden – daher sind feste, idealerweise lederne Handschuhe sinnvoll. Kleinere Horste lassen sich problemlos mit einer Gartenschere bewältigen. Bei Kühljahrsgräsern entfernt man typischerweise etwa zwei Drittel der oberirdischen Masse, damit ein Teil der Pflanze erhalten bleibt.
Bei vielen Gräsern hilft es, die Halme vor dem Schnitt zu einem Bündel zusammenzubinden. So bleibt die Arbeit sauberer und das anschließende Aufräumen deutlich einfacher. Bei niedrigen Arten klappt das nicht immer, bei höheren Horsten ist es jedoch ein sehr wirksamer Trick.
Bei großen, älteren und dichten Horsten reichen Hand-Scheren mitunter nicht aus. Dann kommen kräftigere Werkzeuge zum Einsatz, zum Beispiel eine Heckenschere oder ein Freischneider mit passender Klinge. Das Zusammenbinden des oberen Teils spart erneut Zeit beim Abtransport der Biomasse auf den Kompost.
Wann Ziergräser teilen – und wozu das gut ist
Teilen ist eine einfache Methode, um ohne zusätzliche Kosten neue Pflanzen zu gewinnen. Gleichzeitig hilft es, Horste in guter Verfassung zu halten. Bei manchen Gräsern kommt es nach einigen Jahren vor, dass die Mitte des Horstes schwächer wird oder abstirbt. Das Teilen und Erneuern der Pflanzung führt oft zu einer sichtbaren Verjüngung und besserem Wachstum.
Warmjahrsgräser: teilen vom Frühjahr bis Mitte Sommer
Warmjahrsarten teilt man am besten, wenn sie aktiv wachsen, aber noch nicht in voller Blüte stehen. Umpflanzen in der Ruhephase führt meist zu schlechterem Anwachsen. Geeignet ist daher der Zeitraum vom Frühjahr bis in den Hochsommer, wenn Warmjahrsgräser durchstarten und Kraft aufbauen.
Kühljahrsgräser: Frühjahr oder früher Herbst
Kühljahrsgräser sind im Frühjahr und im Herbst am aktivsten – deshalb sind beide Termine sinnvoll. Als am sichersten gilt das frühe Frühjahr. Wenn Sie im Herbst teilen, sollten Sie darauf achten, dass winterlicher Wechsel aus Frost und Tauwetter frisch eingesetzte Teilstücke nicht aus dem Boden drückt.
Immergrüne und grasartige Arten: nur im Frühjahr teilen
Immergrüne Pflanzen durchlaufen keine ausgeprägte Ruhephase, und Teilen bedeutet für sie Stress. Würden sie später in der Saison geteilt, erholen sie sich schlechter und könnten Probleme haben, den Winter zu überstehen. Deshalb ist ausschließlich das Frühjahr der passende Termin.

Wie man Ziergräser richtig teilt
Bei kleineren Horsten ist das Vorgehen ähnlich wie bei normalen Stauden. Stechen Sie die Pflanze vorsichtig aus und teilen Sie den Horst anschließend in mehrere Stücke. Das geht je nach Festigkeit des Wurzelballens mit den Händen, mit einem Messer, einem scharfen Pflanzspaten oder mit der Gartenschere. Wichtig ist, dass jedes Teilstück gesunde Wurzeln und mindestens einen Anteil vitalen Austriebs besitzt.
Die geteilten Stücke sollten möglichst schnell wieder eingepflanzt werden, damit die Wurzeln nicht unnötig austrocknen. Bei sonnigem Wetter hilft es, freiliegende Wurzeln vorübergehend abzudecken, bis sie wieder in die Erde kommen. Und weil die Blätter scharf sein können, sind Handschuhe kein Luxus, sondern ein praktischer Schutz.
Bei großen Gräsern ist das Prinzip dasselbe, nur ist die Arbeit meist körperlich anstrengender. Dichte Horste sitzen fest, und manchmal braucht man einen Hebel, um sie überhaupt aus dem Boden zu bekommen. Danach werden sie so geteilt, dass jedes Stück einen Anteil an Wurzeln hat. Verschiedene robuste Werkzeuge sind möglich – dennoch ist es besser, so schonend wie möglich vorzugehen. Wenn der Haupt-Horst noch gesund ist und nicht komplett zerlegt werden muss, kann man die Pflanze auch vermehren, indem man kleinere Stücke vom Rand abnimmt. Das ist oft schneller und schont die Mutterpflanze.
Entfernen Sie nach dem Teilen eindeutig abgestorbene Bereiche, setzen Sie die neuen Stücke ein und wässern Sie gründlich. In den ersten Wochen brauchen frisch geteilte Gräser häufiger Wasser, bis sie wieder eingewurzelt sind. Sobald sie angewachsen sind, sinkt der Wasserbedarf in der Regel.
Brauchen Ziergräser Dünger?
Die meisten Ziergräser stammen aus Lebensräumen, in denen eher „sparsam“ gewirtschaftet wird – etwa aus Prärie- oder Waldgesellschaften. Unter natürlichen Bedingungen beziehen sie Nährstoffe vor allem aus verrottenden Resten ihrer eigenen Blätter und der umgebenden Pflanzen. Ein ähnliches Regime lässt sich im Garten nachahmen, indem Sie im Herbst am Fuß des Horstes eine Mulchschicht aus gehäckseltem Laub ausbringen.
Weitere Düngergaben sind meist nicht nötig und oft sogar unerwünscht. Zu viele Nährstoffe führen dazu, dass Gräser lange, weiche Blätter treiben, die dann umkippen und ihre elegante Silhouette verlieren.
Wie steht es um die Trockenheitsverträglichkeit?
Wie gut Trockenheit vertragen wird, hängt von der jeweiligen Art ab – deshalb ist es wichtig zu wissen, welches Gras Sie kultivieren. Manche Präriearten sind an trockenere Bedingungen von Natur aus angepasst und kommen, sobald sie eingewurzelt sind, in der Regel mit minimaler Bewässerung aus.
Andere Ziergräser benötigen dagegen gleichmäßige Feuchtigkeit. Sie mögen weder komplettes Austrocknen noch dauerhaft nasse, staunasse Böden. Ideal ist ein normal frischer Standort. Ein Zeichen für zu trockenen Boden sind bräunende Blattspitzen – besonders auffällig bei Sorten mit dunkelroter oder purpurfarbener Tönung.
Es gibt auch grasartige Pflanzen, die Wasser regelrecht lieben, und manche können sogar in stehenden Gewässern wachsen. In Beeten und Kübeln kommen sie auch mit durchschnittlicher Feuchte zurecht, am besten wirken sie jedoch dort, wo sie regelmäßig und ausreichend Wasser bekommen.
Quelle: Proven Winners, Rhs , Pestrazahrada.cz
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