So bleibt die Johannisbeerernte auch bei Trockenheit sicher
Johannisbeeren zählen zu den Sträuchern, die normalerweise keine komplizierte Pflege brauchen, doch in einer Phase anhaltender Trockenheit ändert sich die Lage schnell. Ausgerechnet im Mai, wenn die Sträucher abblühen und beginnen, Beeren anzusetzen, verbraucht die Pflanze am meisten Energie und reagiert zugleich empfindlich auf Fehler bei Bewässerung und Nährstoffversorgung. Wenn Sie jetzt Wasser unterschätzen oder die ersten Anzeichen von Schädlingen übersehen, kann der Strauch in den Schutzmodus schalten und einen Teil der jungen Früchte abwerfen. Das Ergebnis sind dann keine vollen Trauben, sondern eine magere Ernte mit kleinen und säuerlicheren Beeren.
Flache Wurzeln sind die Schwachstelle der Johannisbeere
Im Gegensatz zu Obstbäumen reicht die Johannisbeere mit den Wurzeln nicht in die Tiefe, wo sie eine stabilere Feuchtereserve finden würde. Der Großteil der Wurzeln sitzt in der oberen Bodenschicht, etwa zwischen 10 und 30 Zentimetern, also dort, wo Sonne und Wind den Boden am schnellsten austrocknen. Ist die Erde trocken und hart, läuft Wasser zudem leicht an der Oberfläche ab und nur ein Teil gelangt überhaupt zu den Wurzeln.
In dieser Wachstumsphase braucht ein ausgewachsener Strauch ungefähr 20 Liter Wasser pro Woche. Gießen Sie gezielt im Wurzelbereich, nicht über die Blätter, denn nasses Laub erhöht das Risiko für Pilzkrankheiten. Wenn der Boden verkrustet ist, hilft es, ihn vor dem Gießen vorsichtig zu lockern, damit das Wasser besser einsickert und nicht davonläuft.
Mulch als einfacher Weg, um Feuchtigkeit zu halten
Wer an trockenen Tagen nicht fast täglich mit Gießkanne oder Schlauch zur Johannisbeere laufen möchte, sollte den Boden um die Sträucher schützen. Eine Mulchschicht von etwa 5 bis 10 Zentimetern hilft. Geeignet ist Rasenschnitt ohne ausgesamte Unkräuter, alternativ gut abgelagerter strohiger Mist. Mulch deckt den Boden ab, bremst die schnelle Verdunstung und hält die Wurzeln in einem kühleren, stabileren Milieu, das Johannisbeeren gut vertragen.
Ein weiterer Vorteil ist die allmähliche Nährstofffreisetzung. Sich zersetzendes Gras bringt etwas Stickstoff in den Boden, was im Mai für das Wachstum neuer Triebe noch nützlich ist. Wichtig ist, den Mulch nicht direkt an das Holz zu schieben, damit der Strauchhals nicht dauerhaft nass bleibt; ein kleiner freier Ring reicht.
Johannisbeerblattlaus: Handeln, bevor sich die Blätter einrollen
Der Mai ist auch die Zeit, in der häufig die Johannisbeerblattlaus auftritt. Typisch sind rote, blasige Aufwölbungen an jungen, oberen Blättern. Sobald sich die Blätter verformen und einrollen, verliert der Strauch einen Teil der Fläche, die er für die Zuckerbildung benötigt. Das zeigt sich schnell in der Fruchtqualität: Die Beeren bleiben kleiner und werden weniger süß.
Bevor Sie zur Chemie greifen, können Sie mildere Maßnahmen versuchen. Bewährt haben sich ein selbst angesetzter Brennnesselauszug oder eine Spritzung mit Kaliseife, ergänzt um etwas Rapsöl. Das Öl erstickt die Schädlinge, die Seifenlösung stört ihre Schutzschicht, während die Brennnessel die Pflanze insgesamt stärken kann. Spritzen Sie eher am Abend und richten Sie den Fokus vor allem auf die Blattunterseiten, wo die Blattläuse am häufigsten sitzen.
Je früher Sie die Blattläuse stoppen, desto geringer ist das Risiko, dass die Johannisbeere das Wachstum drosselt und Größe sowie Geschmack der Beeren leiden.
Nach der Blüte die Dünge-Strategie umstellen
Im Frühjahr fördert man oft das Wachstum der grünen Masse mit Stickstoff, doch nach der Blüte verschieben sich die Bedürfnisse des Strauchs. Im Mai ist fürs Ausbilden und „Füllen“ der Früchte Kalium wichtiger: Es unterstützt sowohl die Beerengröße als auch die Süße. Wenn Sie fertige Dünger verwenden, lohnen sich Mischungen für Beerenobst, bei denen Kalium betont ist.
Wer natürliche Quellen bevorzugt, kann Holzasche aus sauberem, chemisch unbehandeltem Holz einsetzen. Asche ist eine konzentrierte Kaliumquelle und liefert zugleich auch Calcium. In maßvoller Menge kann sie zur besseren Kondition des Strauchs beitragen und indirekt auch bei manchen Pilzproblemen helfen, weil sie die Nährstoffbalance im Boden verbessert.

Schwarze Johannisbeeren sind oft anspruchsvoller bei Wasser und Nährstoffen
Schwarze Johannisbeeren reagieren meist empfindlicher auf Trockenheit als rote oder weiße Johannisbeeren. Wenn Sie sie anbauen, profitieren sie im Mai von konsequenterer Bewässerung und einer sanften Unterstützung durch organische Nährstoffe. Geeignet sind zum Beispiel flüssige Hühnermist-Dünger, aber immer nur schwach verdünnt, damit es nicht zu Wurzelschäden oder Überdüngung kommt. Bei guter Pflege danken schwarze Johannisbeeren es mit vitamin-C-reichen Früchten, und zugleich sinkt das Risiko, dass die Beeren bei Trockenstress abfallen.
Wenn Sie im Mai regelmäßiges Gießen, Mulchen, die rechtzeitige Kontrolle auf Blattläuse und eine kaliumbetonte Ernährung kombinieren, übersteht die Johannisbeere die Trockenphase leichter und hält den Fruchtansatz bis zur Ernte.
Quelle: Urob si sám, Gardener’s World, Gardenly, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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