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Aprikosen vor Frost schützen Der Sommerschnitt verschiebt die Blüte und kann die Ernte retten

June 17, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Aprikosen vor Frost schützen Der Sommerschnitt verschiebt die Blüte und kann die Ernte retten
Aprikosen / Foto: Depositphotos
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Aprikosen gehören zu den Gehölzen, die nach der Pflanzung sehr schnell wachsen. Die Krone verdichtet leicht, die inneren Partien werden schlechter belichtet und ältere Äste neigen dazu, nach und nach zu verkahlen. Das Ergebnis sind oft weniger fruchttragende Kurztriebe, ein schwächerer Blütenansatz und mitunter auch unregelmäßige Erträge. Gleichzeitig sind Aprikosen empfindlich gegenüber Wetterkapriolen, vor allem gegenüber späten Frühjahrsfrösten, die in nur einer Nacht den Großteil der Blüten verbrennen können.

Genau deshalb wird in der Praxis ein Vorgehen eingesetzt, das als Šitt-Schnitt bekannt ist. Es ist keine wundersame Frostversicherung, aber eine clevere Methode, einen Teil der Blüte zeitlich leicht zu verschieben und gleichzeitig die Bildung von hochwertigem Fruchtholz zu fördern.

Der wichtigste Vorteil des Šitt-Schnitts ist eine längere Blütezeit

Der Kern der Methode besteht darin, dass der Baum nach dem Einkürzen ausgewählter junger Triebe sekundäre Jahrestriebe bildet. An ihnen werden dann Blütenknospen angelegt, die in der Regel etwa fünf bis sechs Tage später aufblühen als die Knospen an den ursprünglichen Trieben. Dieser Unterschied kann in Jahren mit einem Kälterückfall im Frühjahr entscheidend sein, denn schon ein paar zusätzliche Tage reichen manchmal aus, damit die empfindlichste Phase der Blüte nicht genau in die Frostperiode fällt.

Frostschutz ist keine Garantie für jedes Jahr, das Wetter ist immer anders. Als Versuch ist es aber sinnvoll und kann vor allem bei späteren Sorten helfen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass nur junges Holz geschnitten wird, sodass keine großen Wunden in älteren Baumteilen entstehen. Das ist bei Aprikosen nicht nur wegen der Wundheilung wichtig, sondern auch für die gesamte Vitalität.

Wann der Šitt-Schnitt erfolgen sollte, damit er wirkt

Am häufigsten wird der Zeitraum kurz vor der zweiten Wachstumsschub empfohlen, also Ende Mai bis Anfang Juni. In wärmeren Lagen oder in Jahren mit frühem Vegetationsbeginn kann man auch schon nach der Monatsmitte im Mai starten. Bei jungen, stark wachsenden Bäumen wird der Eingriff manchmal sogar in die erste Junihälfte verlegt.

Wichtiger als der Kalender ist jedoch der Zustand der Triebe. Geeignet sind Jahrestriebe von etwa 20 bis 30 Zentimetern Länge, die noch grün sind, an der Basis aber bereits beginnen auszureifen und zu verholzen. Genau in dieser Phase reagiert der Baum auf das Einkürzen meist mit der Bildung kräftiger Folge- bzw. Zweittriebe.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor, ohne unnötige Fehler

Wählen Sie am Baum kräftigere einjährige Triebe aus, idealerweise dort, wo Sie die Krone auflichten und gleichzeitig neuen Fruchttrieb fördern möchten. Kürzen Sie diese Jahrestriebe ungefähr um die Hälfte, gegebenenfalls sogar um zwei Drittel ihrer Länge. Dadurch wird das Austreiben neuer, sekundärer Triebe angeregt, die oft in einem günstigeren Winkel wachsen und sich besser in die Krone einfügen.

Gerade an diesen sekundären Trieben wird anschließend eine große Zahl an Blütenknospen angelegt. In der nächsten Saison, gegebenenfalls schon im Sommer, wählen Sie dann die passendsten neuen Triebe aus und entfernen die übrigen, damit der Baum nicht unnötig verdichtet und die Energie in hochwertiges Fruchtholz fließt.

Sommerschnitt ist für Aprikosen schonender als Eingriffe im Spätwinter

Bei Aprikosen wird häufig auf das Risiko von Gummifluss hingewiesen, der nach ungünstig terminierten Schnitten auftreten kann, besonders wenn zu früh und bei kühlem Wetter am Winterende geschnitten wird. Der Šitt-Schnitt erfolgt während des aktiven Wachstums, wenn der Baum in der Regel besser regeneriert. Auch deshalb gilt dieser sommerliche Ansatz bei Aprikosen als sicherere und praktischere Variante.

Nicht nur bei Aprikosen funktioniert die Methode

Obwohl der Šitt-Schnitt am häufigsten mit Aprikosen in Verbindung gebracht wird, lässt er sich auch bei anderen Steinobstarten anwenden. Gute Ergebnisse kann er bei Pfirsichen und Nektarinen bringen, aber auch bei Pflaumen einschließlich Renekloden, bei Sauerkirschen und Süßkirschen. Dennoch gilt immer: Die Reaktion des Baums hängt von Sorte, Gesundheitszustand, Nährstoffversorgung und Wetterverlauf ab. Deshalb ist es sinnvoll, die Methode zunächst nur an einem Teil der Krone zu testen und das Ergebnis in den folgenden Jahren zu vergleichen.

Quelle: RHS, Priority Trees, Zahrádkár, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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