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Achtung vor einer neuen Zeckenart in Tschechien Sie ist riesig und verfolgt ihre Beute aktiv

June 25, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Achtung vor einer neuen Zeckenart in Tschechien Sie ist riesig und verfolgt ihre Beute aktiv
Hyalomma / Foto: Gernotkunz, iNaturalist
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In der tschechischen Natur taucht in den letzten Jahren auch die Zecke der Gattung Hyalomma auf, die zu uns meist indirekt über Zugvögel gelangt. Diese können jüngere Entwicklungsstadien über weite Strecken mittragen, und nach der Ankunft in Mitteleuropa kann sich der Parasit bei günstigen Bedingungen weiterentwickeln. Deutlich begünstigt wird das durch wärmeres Wetter und längere frostfreie Phasen, die das Überleben in unseren Breiten erleichtern.

Fachleute betonen, dass es sich nicht um eine flächendeckende Invasion handelt. Die Nachweise sind bislang eher vereinzelt, dennoch wird die Lage langfristig beobachtet, weil das Auftreten neuer Parasitenarten sensibel auf Klimaveränderungen und auch auf Veränderungen der Landschaft reagiert.

Größerer Körper und gestreifte Beine verraten sie auf den ersten Blick

Im Unterschied zum gewöhnlichen Gemeinen Holzbock kann ein adultes Hyalomma deutlich kräftiger gebaut sein, in manchen Fällen sogar um ein Vielfaches größer. Gerade die robuste Körperform ist einer der Gründe, warum Menschen sie häufiger und leichter bemerken, etwa auf der Kleidung oder im Fell eines Tieres.

Ein typisches Erkennungsmerkmal sind außerdem auffällig gestreifte Beine, die fast exotisch wirken. In Kombination mit der größeren Größe kann die Zecke beunruhigen, doch das Aussehen allein bedeutet noch nicht automatisch ein höheres Infektionsrisiko.

Sie wartet nicht passiv im Gras und kann dem Wirt nachlaufen

Hyalomma unterscheidet sich auch im Verhalten. Während heimische Arten oft in der Vegetation lauern und auf einen Zufallskontakt setzen, ist diese Art in manchen Situationen in der Lage, einen Wirt aktiv zu suchen. Praktisch heißt das: An geeigneten Stellen wartet sie nicht nur reglos, sondern kann sich am Boden gezielt in Richtung Tier oder Mensch bewegen und dabei auch mehrere Meter zurücklegen.

Ihr liegen vor allem trockene und sonnige Standorte, daher wird sie eher mit offeneren Landschaften als mit feuchtem Waldunterwuchs in Verbindung gebracht. Auch das ist ein Grund, warum ihr Vorkommen zum Beispiel im Zusammenhang mit Weiden und trockeneren Wiesen erwähnt wird.

Häufige Wirte sind weidende Pferde

Im Gelände findet man Hyalomma häufiger an größeren Tieren, typischerweise an solchen, die sich auf offenen Flächen bewegen. Als Wirte werden besonders weidende Pferde genannt, bei denen der Parasit gute Bedingungen zum Anheften hat und zugleich leichter in ein für ihn passendes Umfeld gelangt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie sich nicht auch am Menschen festsetzen könnte. Für normale Naturbesucher ist es daher sinnvoll, daran zu denken, dass eine Kontrolle nach dem Aufenthalt im Freien auch außerhalb klassischer Waldgebiete sinnvoll ist.

Mit Hyalomma assoziierte Krankheiten sind bei uns bislang nur eine theoretische Gefahr

In einigen Regionen Afrikas sowie in Teilen Südeuropas wird Hyalomma mit der Übertragung schwerer Infektionen in Verbindung gebracht, darunter auch das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber. Dennoch stellt sie für die Bevölkerung der Tschechischen Republik derzeit kein wesentliches Gesundheitsrisiko dar.

Der Grund ist einfach: Die bloße Anwesenheit der Zecke bedeutet noch nicht, dass in der Natur automatisch auch das entsprechende Virus vorkommt. Dafür braucht es eine komplexere Übertragungskette zwischen mehreren Wirten und passende ökologische Bedingungen. Genau diese fehlen unter unseren Verhältnissen meist, weshalb das mögliche Risiko als gering eingeschätzt wird. Die Situation wird dennoch von europäischen Institutionen und Fachstellen überwacht.

Das realistischere Problem bleibt der Gemeine Holzbock und seine Erreger

Aus Sicht des Alltags ist in Tschechien weiterhin der Gemeine Holzbock deutlich die größere Gefahr. Er ist weit verbreitet, Menschen kommen mit ihm in Gärten, Parks und an Waldrändern in Kontakt. Gerade diese häufige Art ist für eine große Zahl von Fällen von Lyme-Borreliose verantwortlich und auch für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Die Fallzahlen werden zusätzlich durch mildere Winter und eine lange Saison begünstigt, in der Zecken vom Frühjahr bis in den späten Herbst aktiv sind. Gegen FSME gibt es eine wirksame Impfung, die für einen Teil der Bevölkerung auch dank Kostenübernahme durch die Versicherung leichter zugänglich ist.

Vorbeugung wirkt bei großen wie bei kleinen Zecken gleich

Der Schutz vor Hyalomma unterscheidet sich grundsätzlich nicht vom Schutz vor den üblichen Arten. Hilfreich ist ein Repellent, das vor allem auf Schuhe und die unteren Bereiche der Hosenbeine aufgetragen werden sollte, also dort, wo Zecken am häufigsten an den Körper gelangen.

Praktisch ist auch, glattere und hellere Kleidung zu wählen, auf der sich der Parasit leichter entdeckt, bevor er sich festbeißt. Nach der Rückkehr nach Hause ist eine gründliche Kontrolle der Haut wichtig, insbesondere in den Kniekehlen, in den Achselhöhlen, in der Leistengegend und hinter den Ohren. Gerade Konsequenz bei diesen Schritten entscheidet oft darüber, ob Sie die Zecke rechtzeitig bemerken.

Wachsamkeit ja, Panik nein

Das Vorkommen von Hyalomma in Tschechien erinnert daran, dass sich die Natur verändert und mit der Erwärmung auch Arten auftauchen können, die früher eher in wärmere Regionen gehörten. Trotzdem gibt es keinen Grund für Hysterie. Sinnvoller ist es, ruhig zu bleiben, Empfehlungen von Fachleuten zu verfolgen und sich an bewährte Vorbeugung zu halten, die vor Zecken schützt unabhängig von Größe und Herkunft.

Quelle: Deník, Forum24, iNaturalist, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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