Während der Fruchtbildung sind Gurken besonders hungrig und ohne Nachdüngen ernten Sie weniger
Gurken gehören zu den Kulturen, die dem Boden große Mengen an Nährstoffen entziehen. Oft heißt es, sobald die ersten Früchte erscheinen, komme die Pflanze von allein zurecht und weiteres Düngen sei nicht nötig. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Gerade in der Phase des intensiven Ansatzes und des Heranwachsens der Gurken ist der Nährstoffbedarf am höchsten – ohne regelmäßiges Nachliefern beginnt die Ernte schnell spürbar nachzulassen.
Hat die Pflanze ausreichend Nährstoffe, bildet sie weiter neue Blüten, bleibt vital und kann über einen längeren Zeitraum tragen. Fehlen Nährstoffe, zeigt sich das relativ früh – nicht nur an der Menge, sondern auch an der Qualität der Ernte.
Woran Sie erkennen, dass den Gurken die Kraft ausgeht
Jede weitere Frucht ist für die Pflanze eine große Energieleistung. Sobald die Reserven im Boden aufgebraucht sind, beginnen Gurken zu schwächeln. In der Praxis sehen Sie das meist an kleineren Zuwächsen neuer Früchte, häufigerem Vergilben der Blätter oder an kleinen Gurken, die nicht mehr auf die übliche Größe heranwachsen. Mitunter leiden auch Knackigkeit und Geschmack, weil die Pflanze Wasser und Mineralstoffe deutlich schlechter verwerten kann.
Regelmäßiges Nachdüngen während der Erntephase hilft, ein gleichmäßiges Wachstumstempo zu halten, und unterstützt die Pflanze dabei, fortlaufend neue Blüten und Gurken anzusetzen – nicht nur in einer kurzen, einmaligen Welle.
Die wichtigsten Elemente für den Fruchtansatz sind Kalium und Phosphor
Während der Fruchtbildung schätzen Gurken vor allem eine höhere Kaliumgabe und dazu eine kleinere, aber weiterhin wichtige Portion Phosphor. Kalium trägt zu festen, saftigen und aromatischen Früchten bei und hilft außerdem, dass Gurken nicht unangenehm bitter werden. Phosphor stärkt hingegen die Wurzeln und die gesamte Vitalität, damit die Pflanze eine lange Saison durchhält, ohne schnell auszubrennen.
Als praktische Wahl bewährt sich Kalium-Monophosphat, weil es genau das liefert, was in dieser Phase gebraucht wird – ohne den Stickstoff unnötig zu erhöhen.
So bereiten Sie eine Gießlösung aus Kalium-Monophosphat zu
Rühren Sie 10 bis 15 g Kalium-Monophosphat in 10 Liter lauwarmes Wasser ein und lösen Sie es vollständig auf. Bringen Sie die Lösung im Wurzelbereich aus. Für eine ausgewachsene Pflanze reichen in der Regel etwa 0,7 bis 1 Liter Gießlösung – je nach Pflanzengröße und Bodenfeuchte.
Vor dem Düngen ist es sinnvoll, das Beet zunächst mit klarem Wasser zu durchdringend zu gießen. Die Wurzeln nehmen die Nährstoffe dann gleichmäßiger auf, und zugleich sinkt das Risiko von Reizungen oder Schäden am Wurzelsystem.
Eine natürliche Alternative, die Kalium und Spurenelemente liefert
Wer lieber naturnah arbeitet, kann zu Holzasche greifen. Sie enthält beachtliche Mengen an Kalium, Calcium und zudem eine Reihe von Spurenelementen, die eine längere und stabilere Fruchtbildung unterstützen können. Asche ist vor allem dann nützlich, wenn Sie schonend düngen und gleichzeitig die Gesamtkondition der Pflanzen verbessern möchten.
Ascheauszug für Gurken
Geben Sie 1 Glas gesiebte Holzasche in 10 Liter Wasser. Lassen Sie die Mischung einige Stunden stehen, rühren Sie anschließend um und verwenden Sie sie als Gießwasser im Wurzelbereich. Für eine Pflanze genügt meist etwa 1 Liter Auszug.
Verwenden Sie ausschließlich Asche aus sauberem, chemisch unbehandeltem Holz. Asche aus Kohle sowie aus lackiertem, gestrichenem oder anderweitig behandeltem Holz ist zum Düngen ungeeignet.

Wann düngen und wie oft wiederholen
Die beste Zeit zum Düngen ist früh morgens oder abends, wenn die Sonne nicht auf die Pflanzen brennt. Wiederholen Sie das Nachdüngen etwa alle 10 bis 14 Tage. In Hitzeperioden sollten Sie regelmäßiges Gießen nicht unterschätzen, denn ohne ausreichende Feuchtigkeit können Gurken die Nährstoffe schlecht nutzen – die Wirkung des Düngers fällt dann deutlich schwächer aus.
Was Sie in der Hauptsaison besser vermeiden
In der Hauptphase der Fruchtbildung sollten Sie es mit stickstoffbetonten Düngern nicht übertreiben. Ein Überschuss an Stickstoff fördert zwar das schnelle Wachstum von Blättern und Trieben, kann aber die Bildung von Blüten und Früchten bremsen. Die Pflanze steckt dann Energie in üppiges Blattwerk statt in weitere Ernte. Für möglichst hohe Erträge ist es meist sinnvoller, auf Kalium und eine gleichmäßige Wasserversorgung zu setzen, statt noch mehr Stickstoff nachzulegen.
Ein paar Minuten Pflege können die Ernte bis in den Herbst verlängern
Mit der richtigen Nachdüngung lässt sich die Fruchtphase deutlich verlängern. Die Pflanzen bleiben kräftig, bilden weitere Blüten, und die Früchte entwickeln sich gleichmäßig. Wenn Sie alle zwei Wochen die passenden Nährstoffe ergänzen und zugleich den Boden gleichmäßig feucht halten, können Sie selbst zu einer Zeit, in der auf anderen Beeten die Saison schon ausklingt, noch Körbe voller knackiger Gurken ernten.
Quelle: Gardenia, Gardenino, To je nápad, GrowVeg, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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