Tödlich giftige Pflanzen in Tschechien die schon bei Berührung schaden können
Das größte Risiko durch Giftpflanzen entsteht oft nicht im tropischen Regenwald, sondern ganz banal im Garten, am Zaun oder bei einem Spaziergang entlang von Wegen. In der tschechischen Natur und auch in Parks kommen Arten vor, bei denen schon ein paar Beeren, eine kleine Menge Samen oder unachtsamer Umgang für eine Vergiftung reichen können. Manche Toxine wirken nahezu sofort, andere schädigen den Körper schleichend und die Symptome können sich über Tage entwickeln. Gerade deshalb lohnt es sich, diese Pflanzen zu erkennen und sie ernst zu nehmen – auch dann, wenn sie verlockend aussehen oder als Zierpflanzen ganz selbstverständlich gepflanzt werden.
Bei vielen Arten ist das größte Problem die Ähnlichkeit mit essbaren Früchten oder die Tatsache, dass das Gift beim ersten Kontakt geschmacklich nicht auffällt. Besonders gefährdet sind Kinder, die Beeren aus Neugier probieren, sowie Haus- und Nutztiere. Bei manchen Pflanzen betrifft die Gefahr außerdem nicht nur das Verschlucken, sondern auch den Kontakt mit der Haut oder das Einatmen stark aromatischer Pflanzenteile.
Eibe: süßer Köder, der den Tod verbirgt

Die Eibe gehört zu den beliebten Ziergehölzen, die in Gärten und in städtischem Grün gepflanzt werden. Die Tücke der Eibe liegt darin, dass fast die ganze Pflanze stark giftig ist, der fleischige Samenmantel jedoch süß schmeckt und harmlos wirkt. Genau das kann zum Probieren verleiten – nur ist der Samen im Inneren für den Organismus hochtoxisch.
Eine Vergiftung kann sehr schnell einsetzen. Es treten Übelkeit, Schwindel, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auf. Die Herztätigkeit kann sich zunächst beschleunigen und anschließend deutlich verlangsamen, der Blutdruck fällt, es kommen Schwäche, Bewusstseinsstörungen und im schlimmsten Fall ein Herzstillstand hinzu. Das Risiko betrifft nicht nur Menschen; auch Tiere sind empfindlich, denn schon wenige Zweiglein oder Nadeln können tödlich sein. Typisch für die Eibe ist, dass bei einer höheren Dosis der Tod innerhalb kurzer Zeit eintreten kann – durchaus innerhalb von wenigen Dutzend Minuten.
Rizinus und Ricin: eines der stärksten Gifte

Rizinus wird in Tschechien vor allem wegen seines Aussehens kultiviert, weil er exotisch und dekorativ wirkt. Seine Samen enthalten jedoch Ricin, einen Stoff, der zu den gefährlichsten pflanzlichen Toxinen gezählt wird. Schon eine kleine Menge kann schwere Zustände auslösen – im Vergleich zu vielen gängigen „Klassikern“ unter den Giften ist die Wirkung von Ricin extrem stark.
Bei einem erwachsenen Menschen gilt das Verschlucken von etwa fünfzehn bis zwanzig Samen als hochriskant, bei einem Kind können ungefähr drei genügen. Anfangs kann die Vergiftung wie eine gewöhnliche Erkrankung wirken, etwa mit Müdigkeit, Fieber und Kopfschmerzen. Danach kann es jedoch zu schweren Schäden im Körper kommen, einschließlich innerer Blutungen und dem Versagen wichtiger Organe wie Leber und Nieren. Tückisch ist, dass der Tod nicht sofort eintreten muss, sondern erst nach einigen Tagen – und man leicht glaubt, es handle sich „nur“ um heftige Übelkeit, die von selbst wieder vergeht.
Gefleckter Schierling: Vergiftung, die bei Bewusstsein ablaufen kann

Der Gefleckte Schierling ist eine hohe Staude, die unter günstigen Bedingungen mehrere Meter erreichen kann. Berüchtigt gefährlich ist er, weil sich das Risiko nicht nur auf das Verschlucken beschränkt. In sensiblen Situationen wird auch die Möglichkeit genannt, dass Giftstoffe über die Haut aufgenommen werden oder dass Beschwerden durch intensives Einatmen des Blütenduftes entstehen – besonders bei unachtsamer Handhabung.
Die Pflanze enthält Neurotoxine, die die Signalübertragung im Nervensystem stören. Eine schwere Vergiftung kann sich rasch entwickeln und führt zu einer fortschreitenden Lähmung der Muskulatur. Das Beängstigende an diesem Verlauf ist, dass Betroffene bei Bewusstsein bleiben können, aber die Kontrolle über den Körper verlieren. Sobald die Atemmuskulatur gelähmt wird, droht Erstickung. Beim Schierling wird historisch auch der Einsatz als Hinrichtungsgift genannt – ein Beleg dafür, wie zuverlässig er in höherer Dosis töten kann.
Stechapfel: Halluzinationen, Panik und schnelles Organversagen

Der Stechapfel ist eine auffällige Pflanze mit markanten Blüten, die in manchen Gegenden auch verwildert vorkommt. Er enthält Stoffe, die auf das Nervensystem wirken, typischerweise Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin. Gerade diese Alkaloide können schwere Störungen von Wahrnehmung und Verhalten auslösen – in der Vergangenheit führte das auch zu Missbrauch, um bewusstseinsverändernde Zustände herbeizuführen.
Eine Vergiftung äußert sich durch starke Halluzinationen, Verwirrtheit, Unruhe und Panik, manchmal auch Aggression oder automatische Bewegungen, bei denen Betroffene wie im Schlafwandeln wirken. Häufig sind weitgestellte Pupillen, ausgeprägte Mundtrockenheit, schneller Puls, Hautrötung und Schwitzen. Lebensgefährlich kann bereits das Verschlucken einer einzigen Samenkapsel sein; zum Zusammenbruch des Organismus kann es innerhalb weniger Stunden kommen. Auch bei Überleben können Langzeitfolgen auftreten, etwa anhaltende psychische Beschwerden.
Tollkirsche: glänzende Beeren, die den Atem nehmen

Die Tollkirsche zählt zu den bekanntesten Giftpflanzen bei uns – nicht zuletzt, weil ihre dunklen, glänzenden Beeren verlockend wirken können. Sie enthält starke Alkaloide, darunter Atropin, die das Nervensystem beeinträchtigen und auch die Muskelarbeit stören können. Bei Kindern kann bereits eine kleine Menge kritisch sein, typischerweise wenige Beeren; bei Erwachsenen ist das Risiko mit einer höheren Anzahl verbunden.
Zu den ersten Symptomen gehören weitgestellte Pupillen, trockene Schleimhäute und Herzrasen. Bei schwerer Vergiftung kommen Halluzinationen, hohes Fieber, Krämpfe und anschließend eine Lähmung der Atmung hinzu. Besonders giftig ist die Wurzel, auch wenn sie üblicherweise nicht verzehrt wird. Ein interessantes Risiko ist die indirekte Übertragung: Wenn Schafe oder Ziegen Tollkirsche fressen, können Teile der Stoffe in die Milch gelangen und mildere Vergiftungserscheinungen auslösen.
Roter Fingerhut: wunderschön – und in der Dosis gefährlich

Der Rote Fingerhut ist eine auffällige, für viele Menschen ästhetisch reizvolle Pflanze, die in der Natur und in Gärten vorkommt. Er enthält Herzglykoside – Stoffe, die den Herzrhythmus deutlich beeinflussen. Die Tücke liegt darin, dass schon relativ kleine Mengen für den Menschen kritisch sein können; sogar nach dem Verzehr weniger Blätter wird ein Risiko genannt.
Eine Vergiftung beginnt meist mit Reizungen im Mund, Erbrechen und Durchfall. Nach und nach können Herzrhythmusstörungen, ein verlangsamter Puls, Atemnot, Schwindel und auch Halluzinationen auftreten. In schweren Fällen kann es innerhalb kurzer Zeit zum Herzstillstand kommen. Einen gewissen Schutz bietet der sehr bittere Geschmack der Blätter, der die meisten Menschen abschreckt. Gleichzeitig ist der Fingerhut ein Beispiel für eine Pflanze, aus der in exakt kontrollierten Dosen Arzneimittel für die Kardiologie gewonnen werden – der Unterschied zwischen Heilmittel und Gift ist hier eine außergewöhnlich schmale Grenze.
Wie Sie das Risiko bei Spaziergängen und im Garten senken
Die beste Vorbeugung ist eine Kombination aus Vorsicht und Wissen. Wenn Sie sich bei einer Pflanze nicht sicher sind, probieren Sie weder Früchte noch Blätter – und lassen Sie Kinder keine Beeren ohne Aufsicht sammeln. Bei Zierpflanzungen ist es sinnvoll zu überlegen, ob giftige Arten an Orte gehören, zu denen kleine Kinder und Tiere Zugang haben. Bei Verdacht auf Vergiftung ist schnelles Handeln wichtig, denn bei manchen Pflanzen entscheiden Minuten, während bei anderen die verzögerte Symptomatik besonders tückisch ist.
Die Kenntnis der giftigsten Arten kann darüber entscheiden, ob Sie von einem Ausflug nur eine Erinnerung – oder ein ernstes Gesundheitsproblem – mit nach Hause bringen.
Quelle: Toxikologisches Informationszentrum, iZahrádkář, Wikipedia, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Wann Zucchini giftig werden kann und wie Sie das Risiko zu Hause und im Garten rechtzeitig erkennen
Zucchini sind normalerweise unbedenklich, können aber unter ungünstigen Bedingungen Bitterstoffe (Cucurbitacine) anreichern. Entscheidend ist die Bitterkeit: Schmeckt eine Zucchini deutlich bitter, sollte sie konsequent entsorgt werden.
Bier als einfacher Trick für glänzende Blätter und kräftigere Zimmerpflanzen
Bier kann in kleiner, verdünnter Menge Zimmerpflanzen zu sichtbar glänzenderen Blättern verhelfen und zugleich eine milde Extraportion Nährstoffe liefern. Entscheidend sind die richtige Verdünnung und ein sparsamer Einsatz, damit keine Rückstände oder Probleme entstehen.
So lagern Sie Gemüse aus dem Garten richtig, damit es den ganzen Winter hält
Damit die Ernte bis in den Winter hinein hält, kommt es auf die richtige Kombination aus Temperatur, Luftfeuchte, Erntezeitpunkt und Sorte an. Mit passenden Bedingungen bleiben viele Kulturen Wochen bis Monate frisch und genießbar.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.