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Pflaume nach der Ernte richtig schneiden damit sie gesund bleibt und besser trägt

August 20, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Pflaume nach der Ernte richtig schneiden damit sie gesund bleibt und besser trägt
Pflaume / Foto: Depositphotos
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Der Sommerschnitt der Pflaume nach der Ernte wird unter Hobbygärtnern häufig diskutiert. Die einen sehen darin eine sinnvolle Möglichkeit, die Krone zu entlasten und zu belichten, die anderen meiden ihn lieber, weil sie eine Schwächung des Baums befürchten. Die Praxis zeigt: Die Wahrheit liegt meist dazwischen. Nach der Ernte ist ein leichtes Auslichten möglich, das dem Baum in der Regel guttut, eine starke Verjüngung oder ein kräftiges Einkürzen dicker Äste lässt man besser dem Frühjahr.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt. Ein später Schnitt im Herbst, typischerweise im Oktober und später, wird bei Pflaumen grundsätzlich nicht empfohlen. Der Baum stellt sich allmählich auf die Vegetationsruhe ein, die Wunden verheilen schlechter, bleiben länger offen und Frost kann dann das Gewebe rund um die Schnittstelle schädigen. Wenn Sie dem Baum also helfen möchten: nach der Ernte ja, aber mit Gefühl und ohne große Eingriffe.

Wann ist die beste Zeit für den Sommerschnitt nach der Ernte

Bei Pflaumen unterscheidet man üblicherweise zwischen Winterschnitt/Frühjahrsschnitt und Sommerschnitt. Der Sommerschnitt wird am häufigsten direkt nach der Ernte durchgeführt, meist im Juli oder August, je nach Sorte und Saisonverlauf. In dieser Zeit hat der Baum noch genug Kraft, um kleinere Wunden rasch zu schließen, und zugleich sieht man gut, welche Äste die Krone unnötig verdichten oder in eine ungünstige Richtung wachsen.

Ziel des Sommerschnitts ist nicht, den gesamten Kronenaufbau zu verändern, sondern das zu entfernen, was sich während der Saison als problematisch gezeigt hat. Typisch sind Triebe, die aneinander reiben, sich kreuzen, sich gegenseitig beschatten, zu steil nach oben schießen oder den Kroneninnenraum unnötig füllen.

Was beim Sommerschnitt weg sollte und warum das den Früchten hilft

Nach der Ernte sollten Sie vor allem trockene, kranke und beschädigte Äste herausschneiden, weil sie ein Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten darstellen. Außerdem lohnt es sich, überzählige Triebe zu entfernen, die die Krone verdichten, sowie Äste, die sich im Sommer gekreuzt haben oder nach innen in die Krone gewachsen sind. Wird die Krone ausgelichtet, verbessert sich die Luftzirkulation und Licht gelangt tiefer ins Astwerk.

Bessere Besonnung und Durchlüftung haben einen ganz praktischen Effekt. Die Fruchtknospen für die nächste Saison werden unter besseren Bedingungen angelegt, das Holz reift besser aus und in der Krone hält sich weniger Feuchtigkeit, was den Druck durch Pilzkrankheiten senkt. Zudem muss der Baum nicht so viele überflüssige Triebe versorgen und kann Energie in die Bildung von gutem Fruchtholz und in die Regeneration nach der Ernte lenken.

So gehen Sie vor, damit der Baum nicht unnötig geschwächt wird

Die Grundlage ist gut vorbereitetes Werkzeug. Für dünnere Zweige sind scharfe Gartenscheren ideal, für stärkeres Holz eine saubere Baumsäge. Stumpfes oder verschmutztes Werkzeug verursacht ausgefranste Wunden und erhöht die Infektionsgefahr, daher lohnt es sich, die Klinge vorher zu reinigen und zu desinfizieren.

Beim Einkürzen von Trieben schneiden Sie knapp über einer Knospe, die nach außen aus der Krone zeigt. So fördern Sie eine breitere, seitliche Kronenentwicklung und begrenzen die Bildung eines dichten „Astknäuels“ im Inneren. Im Sommer lohnt es sich außerdem, sehr steil aufrechte Wassertriebe zu entfernen, die Kraft ziehen und zur Fruchtbarkeit wenig beitragen, ebenso wie Äste, die sich kreuzen und sich mit der Zeit wund scheuern würden.

Bei Neuzuwächsen an den Leitästen kann ein moderates Einkürzen um etwa ein Drittel der Länge sinnvoll sein, wenn das Wachstum zu stark ist und die Krone schnell wieder verdichten würde. Dennoch gilt: Der Sommerschnitt sollte eher kosmetisch und gesundheitlich ausgerichtet sein. Entfernen Sie auf einmal nicht mehr als ungefähr ein Viertel der Äste, denn ein zu starker Eingriff kann den Baum schwächen und noch kräftigeren Austrieb unfruchtbarer Triebe provozieren.

Jährliche Regelmäßigkeit und das Entfernen von Schösslingen

Pflaume / Foto: Depositphotos
Pflaume / Foto: Depositphotos

Pflaumen reagieren besser auf regelmäßige, maßvolle Pflege als auf gelegentliche radikale Eingriffe. Wird der Schnitt mehrere Jahre ausgelassen, verdichtet die Krone, Licht gelangt nicht mehr zum fruchttragenden Holz und der Baum kann nach und nach weniger tragen oder kleinere, schlechter ausgefärbte Früchte bilden. Ein jährliches, leichtes Auslichten im Sommer hilft deshalb, den Baum langfristig vital zu halten.

Zur Pflege sollte auch das Entfernen von Wurzelschösslingen rund um den Stamm gehören. Diese Triebe entziehen dem Baum Nährstoffe und Wasser und schwächen ihn unnötig, bringen aber keinen Nutzen für die Fruchtbarkeit der Hauptkrone.

Bedingungen für den Schnitt und die Nachpflege nach dem Eingriff

Schneiden Sie an einem trockenen Tag, idealerweise wenn es nicht über längere Zeit feucht ist. Schnittwunden trocknen dann schneller ab und das Risiko von Krankheitsbefall sinkt. Nach der Arbeit ist es sinnvoll, das Werkzeug erneut zu reinigen, besonders wenn Sie verdächtige oder kranke Partien entfernt haben.

Nach dem Sommerschnitt können Sie die Pflaume mit einem Dünger mit höherem Kalium- und Phosphoranteil unterstützen, der die Holzausreife und eine bessere Winterhärte fördert. Stickstoffbetonte Dünger sind zu dieser Zeit dagegen ungeeignet, weil sie üppiges Wachstum weicher Triebe anregen, die bis zum Winter womöglich nicht mehr ausreichend ausreifen.

Warum sich ein leichter Sommerschnitt lohnt, auch wenn die Ernte schon vorbei ist

Der Schnitt nach der Ernte ist nicht nur eine optische Korrektur. Er ist ein praktischer Schritt, der die Krone luftig hält, die Lichtverhältnisse verbessert und Bedingungen einschränkt, die Krankheiten begünstigen. Die Pflaume regeneriert dadurch besser, trägt gleichmäßiger und startet in die nächste Saison in deutlich besserer Verfassung.

Wenn Sie also möchten, dass der Baum langfristig gut gedeiht und die Ernte regelmäßig und hochwertig ausfällt, investieren Sie kurz nach der Ernte etwas Zeit. Ein moderates Auslichten, das Entfernen problematischer Äste und konsequente jährliche Pflege sind oft genau das, was eine Pflaume braucht, ohne sie unnötig dem Risiko eines späten oder zu starken Schnitts auszusetzen.

Quelle: Zemědělec, Hodinový ovocnář, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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