Die Gartensaison ist noch nicht vorbei so pflanzen Sie im September richtig
Der September wird im Garten oft unterschätzt, dabei kann er im Frühjahr enorm viel Arbeit sparen. Nach dem Sommer ist der Boden meist noch warm, die Temperaturen sind aber nicht mehr so extrem – dadurch wurzeln Pflanzen besser ein und Jungpflanzen geraten weniger unter Stress. Ein Beet, das sonst leer bleiben würde, lässt sich für überwinterndes Gemüse, für schnelle Herbsternte und auch für Zierarten nutzen, die etwas früher blühen als bei der Frühjahrsaussaat.
Die Herbstaussaat robuster Sommerblumen hat noch einen weiteren Vorteil: Die Pflanzen können sich bis zum Winter aufbauen, überstehen die Kälte in einer Ruhephase und treiben im Frühjahr sofort los, sobald es milder wird. Bei manchen Kulturen, etwa beim Knoblauch, unterstützt die Kälte zudem die gute Entwicklung und die spätere Ausbildung der Zehen.
Was Sie bereitlegen sollten und wie man Kulturen vor Kälte schützt
Mit zunehmenden kühlen Nächten ist ein einfacher Frostschutz sehr hilfreich. Am häufigsten reichen Gartenvlies und niedrige Abdeckungen, die die Temperatur etwas anheben und zugleich die Wirkung kalter Winde dämpfen. Praktisch sind zu dieser Jahreszeit auch Frühbeete, denn sie schützen vor anhaltendem Regen, der zu Fäulnis an Blättern und im Herz der Pflanzen führen kann.
Zur Grundausstattung gehört außerdem eine gute Handpflanzkelle – zum Setzen von Blumenzwiebeln, Steckzwiebeln und zum Pflanzen von Jungpflanzen. Denken Sie auch an die Wasserversorgung: Selbst im September kann es trocken sein, und neu gesetzte Pflanzen brauchen regelmäßiges Gießen, bis sie sicher eingewurzelt sind.
Gemüse für Aussaat und Pflanzung im September
Spinat für eine frühe Ernte im Frühjahr
Robuste Spinatsorten können direkt ins Beet oder in Gefäße gesät werden. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt: In zu warmem Boden kann die Keimung schwanken, eine zu späte Aussaat gibt den Pflanzen dagegen nicht genug Zeit, vor dem Winter kräftig zu werden. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht und unkrautfrei. Ab dem Herbst lohnt es sich, den Bestand mit Vlies oder einer niedrigen Abdeckung zu schützen. Sobald es kühler wird, verlangsamt Spinat das Wachstum, im Frühjahr startet er dann rasch durch und liefert frühe Blätter.
Blattsalate für Herbst und sogar über den Winter
In einer geschützten Gartenecke oder in Töpfen lassen sich im September Mizuna, Senfblätter oder Feldsalat aussäen. Kommen kühlere Nächte, hilft eine Abdeckung mit Vlies oder Haube – so können Sie oft noch im Herbst und nicht selten auch im Winter ernten. Nach der Winterpause legen die Pflanzen wieder los und bringen eine frühe Ernte im Frühjahr.

Ackerbohnen als Vorsprung vor dem Frühjahr
Die Herbstaussaat von Ackerbohnen spart Zeit in der Frühjahrssaison. Die Pflanzen wurzeln schnell ein, danach stoppt das Wachstum in der Kälte und setzt im Frühjahr wieder ein. Bei stärkerem Frost können die Blätter Schaden nehmen – bei angekündigten Kahlfrösten hilft es, das Beet mit Vlies abzudecken. In wärmeren Regionen ist es besser, die Aussaat eher auf Ende September zu legen, damit die Pflanzen vor dem Winter nicht zu stark in die Höhe schießen.
Erbsen für frühe Schoten
Ähnlich wie Ackerbohnen lässt sich auch winterharter, zum Überwintern geeigneter Erbsen säen. Wählen Sie frostfeste Sorten und nutzen Sie bei Nachtfrösten eine Abdeckung. Belohnt werden Sie in der nächsten Saison mit einer früheren Ernte.
Radieschen als schnelle Herbstsicherheit
Radieschen reifen sehr schnell, deshalb lohnt es sich, den noch warmen Boden zu nutzen und eine letzte Portion auszusäen. Säen Sie in gut vorbereiteten, sauberen Boden – und sobald die Temperaturen fallen, decken Sie die Aussaat ab. Durch regelmäßiges Ernten bekommen Sie noch vor stärkeren Frösten eine knackige Zutat für Herbstsalate.
Herbstrüben für eine späte Ernte
Herbstrüben können direkt ins Beet in lockeren, unkrautfreien Boden gesät werden. Wichtig ist ausreichend Wasser, damit die Rüben nicht verholzen. Nach dem Auflaufen vereinzeln Sie die Pflanzen, damit sie genug Platz haben. Junge Rübchen lassen sich nach etwa sechs Wochen ernten, einen Teil des Bestands können Sie für einen späteren Termin stehen lassen.
Steckzwiebeln für eine frühere Ernte im nächsten Jahr
Herbstzwiebeln aus Steckzwiebeln setzt man so, dass die Spitzen knapp über der Bodenoberfläche bleiben. Das Beet sollte nährstoffreich sein, Feuchtigkeit gut halten, aber nicht staunass werden, und vollsonnig liegen. Wählen Sie passende Abstände, damit die Zwiebeln kräftig werden können. Im Herbst beruhigt sich das Wachstum, im Frühjahr startet es wieder – so ernten Sie im Sommer früher, sobald das Laub gelb wird und eintrocknet.
Knoblauch im Herbst stecken
Knoblauch kann schon ab September gesteckt werden und überwintert meist problemlos. Häufig heißt es, er brauche eine Kältephase, damit sich die Zehen gut ausbilden und die Knollen die richtige Struktur bekommen. Stecken Sie die Zehen in nährstoffreichen Boden, in angemessener Tiefe und mit ausreichend Abstand. Das Laub kann noch im Herbst erscheinen, die Pflanze übersteht dann den Winter und legt im Frühjahr rasch zu.

Obst, das sich im September gut pflanzen lässt
Erdbeeren für eine starke Durchwurzelung
Eine Pflanzung im Herbst ermöglicht Erdbeerpflanzen, im noch warmen Boden gut einzuwurzeln. Über den Winter verlangsamt sich das Wachstum, und im Frühjahr starten die Pflanzen mit Vorsprung – das zeigt sich an der Vitalität und der späteren Ertragskraft. Pflanzen Sie in gut versorgten Boden, gießen Sie regelmäßig und achten Sie darauf, dass das Herz nicht zu tief eingegraben wird.
Pfirsich im Container für schnelleres Anwachsen
Pfirsiche blühen sehr früh, deshalb ist es sinnvoll, den Baum schon im Herbst zu pflanzen, damit er bis zur nächsten Saison stabil eingewurzelt ist. Im September werden vor allem Containerbäume in eine sonnige, warme Lage mit gut vorbereiteten Boden gesetzt. Gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich und wiederholen Sie das bei Trockenheit. Zur Blütezeit kann es nötig sein, die Blüten bei Frost mit Vlies zu schützen.
Blumen und Zwiebelpflanzen für einen Effekt im Frühling und Frühsommer
Ringelblume für leuchtende Beete
Die Ringelblume überzeugt mit kräftigen warmen Farbtönen und eignet sich fürs Beet ebenso wie als Schnittblume. Bei Herbstaussaat blüht sie häufig früher als bei Frühjahrsaussaat. Säen Sie in flache Reihen direkt an Ort und Stelle, alternativ in Töpfe in ein feuchtes, torffreies Substrat.

Jungfer im Grünen als traditionelle Landhausblume
Jungfer im Grünen ist beliebt wegen ihrer zarten Blüten und der dekorativen, trockenen Samenkapseln. Sie können in Anzuchtplatten für späteres Pflanzen oder direkt an den Standort säen. Eine Herbstaussaat bringt Blüten bereits ab dem zeitigen Frühjahr, zudem sind die Pflanzen oft standfester.
Kornblume für frühe Blüte und die Vase
Kornblumen passen in naturnahe Pflanzungen und sind zugleich hervorragend zum Schneiden. Neben dem klassischen Blau gibt es farbige Sorten in Rosa, Weiß, Rot oder dunklem Violett. Eine Aussaat im September bedeutet meist eine frühe Blütenpracht im Frühjahr.
Ammi majus für einen spitzenartigen Look
Diese Art gelingt häufig besonders gut aus der Herbstaussaat, weil sie dann größere und hochwertigere Dolden bildet. Die feinen weißen Blüten erinnern an wilde Doldenblütler und machen sich hervorragend in Sträußen. Säen Sie direkt oder in Zellen zur späteren Pflanzung.
Mohn für den Frühsommer
Verschiedene Mohnarten lassen sich im Herbst aussäen, um in der nächsten Saison früher zu blühen. Am besten entwickeln sie sich bei der Aussaat auf offene Bodenstellen, wo sie nicht durch Konkurrenz verdrängt werden. Alternativ können Sie Jungpflanzen vorziehen und im Frühjahr pflanzen.
Kalifornischer Mohn für trockene, sonnige Plätze
Kalifornischer Mohn bringt kräftige gelb-orange Töne und gedeiht in Sonne auf gut vorbereitetem, unkrautfreiem Boden. Halten Sie den Boden nach der Aussaat leicht feucht, später ist die Pflanze tolerant gegenüber trockeneren Bedingungen.
Narzissen als ideale September-Zwiebeln
September ist ein hervorragender Zeitpunkt zum Pflanzen von Narzissen, weil die Zwiebeln noch vor dem Winter Wurzeln bilden können. Pflanzen Sie etwa in dreifacher Zwiebelhöhe tief, ins Beet ebenso wie in Gefäße. Für einen natürlichen Effekt können Sie die Zwiebeln auswerfen und dort setzen, wo sie landen.
Krokusse für den frühen Frühling
Auch Krokusse lohnt es sich, im September zu pflanzen, damit sie vor dem Winter gut anwachsen. Die Knollen kommen in unkrautfreien Boden in passender Tiefe, alternativ in frisches Universalsubstrat in Töpfen. In manchen Gärten ist es sinnvoll, die Pflanzung mit Drahtgeflecht gegen Aufwühlen zu schützen.
Bäume und Sträucher, die Sie im September pflanzen können
Im September können Sie die meisten robusten Bäume und Sträucher, die im Container verkauft werden, bedenkenlos pflanzen. Wer mehr Auswahl und oft auch günstigere Preise möchte, kann auf die Zeit der wurzelnackten Pflanzen warten, die meist im November beginnt. Die Herbstpflanzung von Containerpflanzen hat jedoch den Vorteil des schnellen Anwachsens und eines guten Starts im Frühjahr.
Rosen für einen besseren Start in der nächsten Saison
Containerrosen können auch im Herbst gepflanzt werden, wenn der Boden noch Wärme speichert. Bis zum Winter schaffen sie es zu wurzeln, und im Frühjahr wachsen sie dann kräftig los. Wählen Sie je nach Einsatz Strauchrosen fürs Beet, Kletterrosen an eine Stütze und starkwüchsige Klettertypen für größere Flächen. Wichtig sind ein nährstoffreicher Boden, der feucht, aber gut durchlässig ist, sowie regelmäßiges Gießen bei Trockenheit.

Zierapfel als Baum auch für den kleinen Garten
Zieräpfel gibt es in vielen Größen, und manche Sorten eignen sich auch für kleine Gärten oder für ein größeres Gefäß. Achten Sie beim Pflanzen auf dieselbe Tiefe, in der der Baum im Topf stand, bereiten Sie den Boden gut vor und gießen Sie nach dem Pflanzen kräftig. Bei Trockenheit wiederholen Sie die Wassergabe, damit die Wurzeln schnell anwachsen.
Quelle: Gardeners World, Rhs , Pestrazahrada.cz
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