Eine Familie kultiviert Blumenzwiebeln seit über 120 Jahren ihre Tipps sorgen für ein blütenreiches Frühjahr
Wenn Sie im Frühjahr einen blühenden Garten genießen möchten, findet die entscheidende Arbeit bereits im Herbst statt. Genau dann ist die Zeit für das Setzen von Blumenzwiebeln, die nach dem Winter die erste kräftige Farbwave liefern. Der langjährige Gärtner Brent Heath, dessen Familie sich in Virginia seit 1900 mit Blumenzwiebeln beschäftigt, zählt zu den angesehensten Fachleuten auf diesem Gebiet. Gemeinsam mit seiner Frau Becky baute er ein bekanntes Unternehmen für Verkauf und Kultur von Blumenzwiebeln auf, und ihre Erfahrungen nutzen heute Gärtner in ganz Nordamerika.
Brent ist nicht nur Zwiebelgärtner, sondern auch Narzissenzüchter, Fotograf und Verfechter naturnahen Gärtnerns. In seiner Arbeit betont er, dass ein Garten nicht nur den Pflanzen, sondern auch Bienen, Vögeln und Schmetterlingen zugutekommen soll. Das Familienmotto „Pflanzt Blumenzwiebeln und erntet Lächeln“ bringt gut auf den Punkt, welchen Gewinn diese Pflanzen für jeden Gartenfreund haben können.
Wann man Blumenzwiebeln pflanzt und wie man vorgeht
Die beste Zeit für die Herbstpflanzung liegt kurz vor den ersten Frösten. In der Praxis ist jedoch der Zustand des Bodens wichtiger als der Kalender. Die Zwiebeln müssen gesetzt werden, bevor der Boden vollständig durchfriert, damit sie noch einwurzeln können. Sobald sich Wurzeln bilden, kommen die Zwiebeln mit Kälte besser zurecht, weil ihr Gewebe widerstandsfähiger wird.
Wenn Sie später pflanzen, ist es sinnvoll, nach dem Setzen gründlich zu wässern und anschließend zu mulchen. Mulch wärmt den Boden zwar nicht, verlangsamt aber das Durchfrieren. Geeignet sind zum Beispiel Kiefernnadeln oder fein zerkleinerte Rinde. Solches Material unterdrückt zudem Unkraut, fördert das Bodenleben und wird nach und nach zu Humus.
Ideal ist das Pflanzen, wenn der Boden etwa 10 bis 15 °C hat. Genauer als die Orientierung an der Lufttemperatur ist ein Bodenthermometer. Das Setzen selbst ist einfach: Die Spitze der Zwiebel zeigt immer nach oben, und die Pflanztiefe sollte ungefähr dem Dreifachen der Zwiebelhöhe entsprechen. Im Beet lässt man zwischen den einzelnen Zwiebeln etwa das Dreifache ihrer Breite Abstand, in Gefäßen kann man dichter pflanzen.
Der Boden ist wichtiger als schnelles Nachdüngen
Die Grundlage für den Erfolg ist ein gesunder Boden. Statt aggressiver Dünger empfiehlt sich vor allem Kompost, der die Bodenmikroorganismen ernährt. Diese machen den Pflanzen die Nährstoffe anschließend in natürlicher Form verfügbar. Genau das ist für Blumenzwiebeln am wertvollsten.
Mineralische Schnellstarter können zwar einen sofortigen Effekt bringen, der ist jedoch selten nachhaltig. Außerdem besteht die Gefahr von Wurzelschäden, was die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen kann. Wenn überhaupt etwas ergänzt werden soll, sind organische Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung die bessere Wahl. Wichtig ist auch: Dünger niemals direkt in das Pflanzloch zur Zwiebel geben. Richtig ist, die Zwiebel zuerst mit Erde zu bedecken und die Nährstoffe anschließend oberflächlich auszubringen.
So planen Sie eine lange Blütezeit
Eine der besten Eigenschaften von Blumenzwiebeln ist, dass sich die Pflanzung so zusammenstellen lässt, dass der Garten über viele Wochen hinweg nach und nach blüht. Das gelingt durch die Kombination von Arten mit unterschiedlichen Blühzeiten. Praktisch ist auch die sogenannte Etagenpflanzung in einem Pflanzloch. Unten kommen große, später blühende Zwiebeln hinein, darüber eine Schicht Erde, und in die nächsthöhere Ebene setzt man mittel frühe Arten. Ganz nach oben, nahe an die Oberfläche, gehören kleine, früh blühende Zwiebelpflanzen.
Sehr gut funktioniert auch die Kombination von Blumenzwiebeln mit Stauden. Narzissen passen zum Beispiel hervorragend zu Taglilien. Wenn die Narzissenblätter nach der Blüte einzuziehen beginnen, verdecken Taglilien sie, und zugleich entziehen sie dem Boden überschüssige Feuchtigkeit. Das kommt den Zwiebeln in der Ruhephase zugute. Ähnlich lassen sich Blumenzwiebeln auch mit anderen Stauden kombinieren, sodass die Farben im Garten vom zeitigen Frühjahr bis in den Sommer nahtlos weiterlaufen.

Schutz vor Wild und Nagern
Manche Blumenzwiebeln sind für Tiere wenig interessant, andere dagegen besonders begehrt. Narzissen und Zierlauche sind in der Regel sowohl gegen Rehe als auch gegen Kaninchen recht unempfindlich. Tulpen werden jedoch häufig verbissen, deshalb lohnt sich hier ein Schutz mit vergrämenden Mitteln. Das gilt auch für Krokusse, die mit ihrem Duft Wühlmäuse und Eichhörnchen anziehen können.
Bei kleineren Schädlingen wie Wühlmäusen kann eine Behandlung der Zwiebeln mit einem Präparat helfen, das ihren Geruch überdeckt. Gerade der Duft ist oft der Hauptgrund, warum die Zwiebeln im Boden überhaupt gefunden werden. Besonders wichtig ist der Schutz bei Arten, die von Tieren als Delikatesse angesehen werden.
Warum manche Blumenzwiebeln von Tieren in Ruhe gelassen werden
Der Grund für die Widerstandsfähigkeit mancher Arten liegt in ihrer chemischen Zusammensetzung. Pflanzen aus der Familie der Amaryllisgewächse, zu denen Narzissen, Schneeglöckchen oder Märzenbecher gehören, enthalten Stoffe, die für die meisten Tiere und auch für viele Insektenarten unappetitlich sind. Deshalb meiden Pflanzenfresser diese Zwiebelpflanzen in der Regel.
Narzissenblätter funktionieren wie Solarpaneele und müssen nach der Blüte genug Energie für die nächste Saison sammeln.
Tulpen dagegen haben süßeren, attraktiveren Pollen, der Bestäuber anzieht, leider aber auch Wild. Das ist der Preis für ihre Beliebtheit im Garten. Wenn Sie Tulpen in guter Kondition halten möchten, ist Schutz oft unverzichtbar.
Wo Blumenzwiebeln hingehören und wo besser nicht
Die Idee einer blühenden Rasenfläche ist verlockend, doch in einen gewöhnlichen, intensiv gepflegten Rasen sollte man Blumenzwiebeln besser nicht setzen. Klassischer Rasen wird regelmäßig bewässert und häufig mit chemischen Mitteln behandelt. Solche Bedingungen bekommen Blumenzwiebeln nicht gut.
Wenn Sie sie in einer Grasfläche kultivieren möchten, sollte diese naturnäher sein und höher gemäht werden. Der höhere Aufwuchs ermöglicht den Zwiebelblättern das Ausreifen und fördert zugleich eine tiefere Durchwurzelung des Rasens. Gute Kandidaten für solche Standorte sind Krokusse, Schneeglöckchen oder Blausterne.

Narzissen brauchen auch nach der Blüte Sonne
Narzissen blühen im ersten Jahr oft auch an einem Standort gut, der nur im Frühjahr passend wirkt. Das Problem zeigt sich aber später. Die Zwiebel nutzt zwar Energiereserven aus der Vorsaison, doch nach der Blüte müssen die Blätter wieder Kraft aus der Sonne sammeln. Wenn in dieser Zeit die Bäume über ihnen austreiben und der Platz im Schatten liegt, kann sich die Zwiebel nicht ausreichend regenerieren und blüht im nächsten Jahr schwach oder gar nicht.
Nach der Blüte sollten die Blätter deshalb mindestens acht Wochen stehen bleiben, bis sie von selbst vergilben. Erst dann können sie entfernt werden. Außerdem gilt: Die meisten Blumenzwiebeln bevorzugen eine trockene Ruhephase. In dauerhaft nassem Boden geraten sie unter Stress, und Pilzkrankheiten können sich einstellen. Helfen können benachbarte Stauden, Sommerblumen oder bodendeckende Pflanzen, die dem Boden überschüssige Feuchtigkeit entziehen.
Durchdachte Kombinationen bringen das beste Ergebnis
Die Herbstpflanzung von Blumenzwiebeln ist nicht kompliziert, dennoch lohnt es sich, ein paar Grundregeln einzuhalten. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, ein ausreichend durchlässiger, lebendiger Boden, ein sinnvoller Schutz vor Schädlingen und ein gut gewählter Standort. Kombinieren Sie dazu Arten mit unterschiedlichen Blühzeiten und passende Begleitpflanzen, dann werden Sie mit einem Garten voller Farben ab den ersten Frühlingswochen belohnt.
Den größten Erfolg bringt die Verbindung aus praktischer Pflege und guter Planung. Blumenzwiebeln sind dann nicht nur ein kurzer Frühlingsschmuck, sondern ein durchdachter Bestandteil des Gartens, der jedes Jahr mit neuer Energie zurückkehrt.
Quelle: Joe Gardener, Family Handy Man, Pestrazahrada.cz
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