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Wann ist der richtige Zeitpunkt, Tomaten ins Beet, Gewächshaus oder Folientunnel zu setzen

June 3, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Wann ist der richtige Zeitpunkt, Tomaten ins Beet, Gewächshaus oder Folientunnel zu setzen
Tomaten pflanzen / Foto: Depositphotos
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Vorgezogene Tomatenpflanzen ziehen meist um die Wende von April zu Mai ins Beet, sobald sich das Wetter stabilisiert. Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg ist Wärme, denn Tomaten reagieren empfindlich auf Kälte und Frost. Eilen Sie daher mit dem Auspflanzen nicht und warten Sie, bis sich der Boden auf etwa 13 bis 15 Grad Celsius erwärmt hat. Ist der Boden kühler, kann sich das Wachstum deutlich verlangsamen und die Pflanzen setzen dann oft weniger Blüten und Früchte an.

Für mehr Sicherheit lohnt es sich, sich am traditionellen Termin der Eisheiligen zu orientieren, also an der Zeit um den 12. bis 15. Mai. Erst danach ist das Risiko von Spätfrösten meist deutlich geringer und junge Jungpflanzen wachsen besser an.

Schutz vor Regen und Krautfäule lohnt sich

Tomaten mögen Wärme, vertragen aber dauerhaft nasse Blätter schlecht. Deshalb sind die Bedingungen im Folientunnel oft besser als im völlig offenen Beet. Die Konstruktion schützt die Pflanzen vor Wind und vor allem vor Regen, wodurch sich Erreger von Pilzkrankheiten, typischerweise die Kraut- und Braunfäule, schlechter ausbreiten. Einen ähnlichen Schutz können Sie auch mit einem einfachen Dach erreichen, oder durch den Anbau an einer Hauswand unter einem Dachüberstand, wo die Pflanzen nicht beregnet werden.

Standort vorbereiten und Pflanzabstände planen

Bevor Sie zu graben beginnen, überlegen Sie sich die Anordnung der Jungpflanzen. Tomaten brauchen ausreichend Platz, damit die Blätter schnell abtrocknen und die Pflanzen Licht und Luft bekommen. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollten Sie mit etwa 60 bis 80 Zentimetern Abstand rechnen. Bei wüchsigeren Sorten ist ein größerer Abstand auch wegen der späteren Pflege, des Ausgeizens und Anbindens sinnvoll.

Pflanzlöcher und Nährstoffgabe

Heben Sie die Pflanzlöcher etwa doppelt so groß aus wie den Wurzelballen der Jungpflanze. So schaffen Sie einen lockeren Bereich, in den die Wurzeln leichter hineinwachsen. Die ausgehobene Erde lässt sich gut mit Kompost mischen, der Grundnährstoffe liefert und die Bodenstruktur verbessert. Übertreiben Sie es aber nicht mit zu stark konzentrierter Düngung direkt an den Wurzeln, die Jungpflanzen sollen zuerst gut einwurzeln.

Keimblätter entfernen hilft gegen Fäulnis

Kontrollieren Sie noch vor dem Einpflanzen den unteren Teil der Pflanze. Die Keimblätter, also die ersten kleinen Blättchen an der Basis, entfernt man am besten. Sie sitzen sehr nah am Boden, werden beim Gießen leicht nass und sind anfällig für Fäulnis. Außerdem sterben sie mit der Zeit ohnehin ab, ihr Entfernen ist daher ein einfacher Schritt, der die Hygiene im Bestand verbessert.

Schonendes Herausnehmen aus dem Topf

Nehmen Sie die Jungpflanze vorsichtig aus dem Topf, sodass der Wurzelballen nicht auseinanderfällt. Es hilft, die Topfwand leicht zu drücken und die Pflanze am Ballen herauszuziehen, nicht am Stängel. Je weniger Sie die Wurzeln beim Umgang beschädigen, desto schneller legt die Tomate nach dem Pflanzen los.

Tiefer pflanzen für stärkere Wurzeln

Tomaten pflanzt man vorteilhaft etwas tiefer, als sie im Topf gewachsen sind. Befindet sich ein Teil des Stängels in der Erde, kann die Pflanze daran zusätzliche Wurzeln bilden. Das Ergebnis ist eine stabilere Pflanze, die Wasser und Nährstoffe besser aufnimmt und meist auch kurze Trockenphasen besser übersteht. Achten Sie aber darauf, dass keine Blätter auf dem Boden liegen und die Pflanze im Loch gerade eingesetzt ist.

Auffüllen, andrücken und Sorten kennzeichnen

Nachdem Sie die Jungpflanze platziert haben, füllen Sie das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erde auf und drücken den Boden rund um die Pflanze gut an, damit keine Luftlöcher an den Wurzeln bleiben. Wenn Sie mehrere Sorten anbauen, lohnt es sich, sie gleich beim Pflanzen zu markieren, denn junge Pflanzen sehen sich sehr ähnlich und später verwechselt man sie leicht.

Bei veredelten Tomaten achten Sie auf die Veredelungsstelle. Der verdickte Bereich am Stängel muss über der Bodenoberfläche bleiben, damit die Pflanze nicht aus dem Edelteil Wurzeln bildet und so den Vorteil der Unterlage verliert.

Erstes Angießen und Rhythmus in den ersten Tagen

Gießen Sie die Tomaten nach dem Pflanzen gründlich an. In den ersten drei Tagen ist es sinnvoll, täglich zu gießen, damit die Pflanzen schnell anwachsen und die Wurzeln Kontakt zur umgebenden Erde bekommen. Gießen Sie am besten direkt an den Wurzelbereich und versuchen Sie, die Blätter nicht zu benetzen. Später stellen Sie auf selteneres, dafür durchdringendes Gießen um, das eine tiefere Bewurzelung fördert.

Tomaten pflanzen / Foto: Depositphotos
Tomaten pflanzen / Foto: Depositphotos

Stütze für den Wuchs in die Höhe

Die meisten Tomaten brauchen eine Stütze, weil die Triebe schnell wachsen und ohne Führung abbrechen oder am Boden liegen. Im Folientunnel nutzt man oft eine einfache Lösung mit einer Schnur, die oben an der Konstruktion befestigt und unten am ersten Trieb der Pflanze angebunden wird. Jede Jungpflanze sollte ihre eigene Führung bekommen, damit sie laufend angebunden werden kann.

Wenn Sie keinen Folientunnel haben, eignen sich auch stabile Tomatenstäbe oder Rankgitter. Wichtig ist, dass die Konstruktion auch dann standfest bleibt, wenn die Pflanze voller Früchte hängt.

So senken Sie das Risiko von Pilzkrankheiten

Die wichtigste Vorbeugung ist, die Blätter möglichst trocken zu halten. Ob im Beet, im Folientunnel oder auf dem Balkon: Schutz vor Regen senkt die Wahrscheinlichkeit von Pilzbefall deutlich. Wenn Sie kein Gewächshaus haben, kann ein einfaches Dach oder ein kleiner Tomatenunterstand aus transparentem Material helfen, der Licht durchlässt, aber ein Durchnässen der Pflanzen verhindert.

Tomaten lassen sich auch im Kübel erfolgreich anbauen

Auch ohne Garten müssen Sie nicht auf Tomaten verzichten. Auf Terrasse oder Balkon wachsen sie im Topf oft sehr gut, wenn sie genug Licht, eine stabile Stütze und regelmäßiges Gießen bekommen. In Gefäßen ist entscheidend, ein ausreichend großes Volumen zu wählen, damit die Wurzeln Platz haben und das Substrat nicht zu schnell austrocknet. Wie im Beet gilt auch hier: besser direkt an den Wurzelbereich gießen und den oberirdischen Teil, wenn möglich, vor Regen schützen.

Quelle: Mein schöner garten, RHS, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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