Es ist Zeit, die Ernte zu schützen, der Apfelwickler fliegt wieder und legt Eier
Wurmbefall an den Früchten im Sommer muss kein Selbstläufer sein. Gerade um den Saisonwechsel herum schwärmt die zweite Generation des Apfelwicklers aus, deren Raupen einen großen Teil der Ernte schädigen können. Wer wirksam eingreifen und zugleich nicht unnötig spritzen möchte, sollte sich am Entwicklungsverlauf des Schädlings orientieren und den Behandlungstermin sorgfältig wählen.
Ohne Schutz kann bereits die erste Generation deutliche Schäden verursachen, und die zweite Generation ist oft noch zerstörerischer, weil sie einen hohen Anteil der Früchte befällt. Die Fraßstellen öffnen zudem häufig weiteren Krankheiten die Tür: Erreger gelangen leicht in die Wunden, und die Früchte beginnen anschließend zu faulen.
Wie der Apfelwickler schadet und warum die zweite Welle so gefährlich ist
Der Apfelwickler zählt zu den wichtigsten Schädlingen an Apfelbäumen, kann aber auch Birnen und Quitten befallen. Die Falter erscheinen ab Ende Mai, je nach Witterungsverlauf teils bis in den Juli. Begattete Weibchen legen ihre Eier einzeln an jungen Früchten ab.
Die Larven schlüpfen nach etwa ein bis zwei Wochen. Nach einem kurzen Oberflächenfraß bohren sie sich in die Frucht und fressen unregelmäßige Gänge in Richtung Kerngehäuse. Dabei hinterlassen sie Kot, der oft nach außen gedrückt wird – ein typisches Befallszeichen. Die Raupen entwickeln sich über mehrere Wochen und verlassen anschließend die Frucht. Es ist keine Seltenheit, dass eine Larve im Laufe ihres Lebens zwei bis drei Früchte schädigt.
Warme Nächte beschleunigen die Entwicklung und können eine weitere Generation ermöglichen
Die Aktivität der Wickler nimmt mit der Erwärmung im Mai und Anfang Juni deutlich zu, besonders wenn die Nachttemperaturen um 15 °C liegen. Paarung und Eiablage finden typischerweise bei Temperaturen von etwa 16 bis 17 °C statt. In warmen Jahren und in tieferen Lagen kann es vorkommen, dass in einer Saison sogar eine dritte Generation auftritt.
Am zuverlässigsten ist es, sich nicht nur auf einen Termin zu verlassen, sondern den Befall laufend zu beobachten und je nach Lage die Maßnahme zu wiederholen.
Vorbeugung und Monitoring als Basis für den Erfolg
Der Schutz beginnt bereits im Frühjahr. Es hilft, lose Rindenstücke von den Bäumen zu entfernen, in denen sich Kokons verbergen können. Ein wichtiger Schritt ist außerdem das Monitoring mit Pheromonfallen. Diese erschweren den Männchen zum einen das Auffinden der Weibchen und geben dem Obstbauer zugleich einen Überblick über die Flugintensität. Gerade die Zahl der gefangenen Falter zeigt an, wann das Schlüpfen der Larven näher rückt und wann eine Behandlung am sinnvollsten ist.
Ein umweltfreundlicherer Spritzbelag wirkt nur, bevor sich die Raupen einbohren
Gegen die Raupen kann ein Präparat auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis eingesetzt werden. Es gilt als schonend für den Menschen und die meisten Nützlinge, wirkt jedoch gezielt gegen Schmetterlingslarven. Nach der Aufnahme wird ihr Verdauungstrakt geschädigt, und die Raupen sterben meist innerhalb von zwei bis drei Tagen ab. Entscheidend ist der rechtzeitige Einsatz – also während der Schlupfphase, solange die Larven noch an der Fruchtoberfläche sind.
Die erste Anwendung sollte zum Larvenschlupf aus den Eiern erfolgen; wichtig ist eine gründliche Benetzung. Die zweite Behandlung wird bei starkem Fraß der Raupen durchgeführt. Hält der Schädlingsdruck an, kann mit einem Abstand von etwa sieben bis zehn Tagen noch ein dritter Einsatz folgen – jeweils abhängig von der aktuellen Situation im Bestand und den Ergebnissen aus den Fallen.
Quelle: Gardening Know How, Zahrádkár, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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