Trick um zu erkennen, wann Knoblauch geerntet werden muss, damit er lange lagerfähig bleibt
Knoblauch gehört zu den dankbarsten Kulturen im Garten, entscheidend ist jedoch, den Erntezeitpunkt genau zu treffen. Bei Zwiebeln orientieren sich viele Gärtner daran, dass das Laub komplett umkippt und eintrocknet. Beim Knoblauch ist die Lage komplizierter, weil die Knolle im Boden verborgen bleibt und der oberirdische Teil noch recht frisch wirken kann. Wer zu früh erntet, bekommt kleinere Knollen mit dünnen Hüllschalen. Wer dagegen zu lange wartet, riskiert, dass die Knolle in einzelne Zehen zerfällt und deutlich schlechter lagerfähig ist.
Der beste Reifeanzeiger sind die Blätter
Den zuverlässigsten Hinweis liefert das Laub, genauer gesagt das Verhältnis von grünen zu vertrockneten Blättern. Eine praktische Faustregel: Der ideale Zeitpunkt ist erreicht, wenn ungefähr die Hälfte der Blätter von unten her braun wird und abstirbt, während der obere Teil noch grün bleibt. Die Blätter zeigen außerdem indirekt, wie viele Schutzschichten die Knolle haben wird, denn jedes Blatt entspricht einer papierartigen Hüllschicht um den Knoblauch. Würden Sie bis zum vollständigen Abtrocknen des Laubs warten, beginnen die Schutzschichten zu zerfallen und die Zehen trennen sich leichter.
Bei Hartneck hilft auch der Blütenstiel
Wenn Sie Hartneck-Knoblauch anbauen, erscheinen einige Wochen vor der Reife die typischen Blütenstiele. Sobald Sie diese entfernen, können Sie nach etwa einem Monat beginnen, die Knollengröße zu kontrollieren. Das ist kein fixes Datum, eher ein Orientierungssignal, dass die Erntezeit näher rückt.
Bewässerung vor der Ernte reduzieren
Im Frühjahr gießen Sie Knoblauch ganz normal, auch in der Phase, in der die unteren Blätter zu vertrocknen beginnen. Sobald aber der Bestand überwiegend das Stadium erreicht, in dem ungefähr die Hälfte des Laubs trocken und die andere Hälfte noch grün ist, lohnt es sich, die Bewässerung für kurze Zeit einzuschränken. Lassen Sie den Boden mindestens einige Tage eher abtrocknen, damit sich die Knollen leichter ziehen lassen und das Risiko von Fäulnis sinkt. In zu nasser Erde lässt sich Knoblauch schlechter ernten und die Hüllschalen können bei der Handhabung beschädigt werden.
Eine Probebegutachtung einer Pflanze entscheidet
Am besten prüfen Sie den Zustand direkt im Beet. Schieben Sie vorsichtig bei einer bis mehreren Pflanzen die Erde beiseite und schauen Sie sich die Knolle an, ohne sie mit Gewalt zu beschädigen. Reifer Knoblauch hat meist eine gut entwickelte, kompakte Knolle, Zehen, die sich fest und voll anfühlen, und Hüllschalen, die zusammenhalten. Ist die Knolle noch klein oder wirken die Hüllschalen zu zart, schieben Sie die Erde zurück und geben dem Bestand noch ein paar Tage.
So ziehen Sie Knoblauch richtig aus dem Boden, ohne ihn zu beschädigen
Knoblauch sollte nicht mit roher Gewalt am Laub aus festem Boden gezogen werden, weil das Laub abreißen oder die Hüllschalen beschädigt werden können. Besser ist es, den Boden um die Pflanze zuerst zu lockern, zum Beispiel mit dem Spaten oder einer kleinen Handschaufel. Stechen Sie das Werkzeug neben der Pflanze ein, heben Sie die Erde leicht an und ziehen Sie den Knoblauch erst dann am Hals heraus. Anschließend die Knollen nur sanft von lockerer Erde befreien.
Nicht waschen und nicht unnötig schälen
Waschen Sie den Knoblauch nach der Ernte nicht. Wasser gelangt leicht in die Schichten der Hüllschale und begünstigt Schimmel. Ebenso ist es nicht sinnvoll, mehr Hüllschichten abzuziehen als nötig, denn gerade diese Schalen schützen die Zehen beim Nachtrocknen und während der Lagerung. Wenn die äußerste schmutzige Schicht von selbst abfällt, ist das in Ordnung, gezieltes starkes Schälen lohnt sich aber nicht.
Kurzfristige Nutzung und langfristige Lagerung
Wenn Sie einen Teil der Ernte sofort verbrauchen möchten, können Sie bei einigen Knollen die Wurzeln und das Laub kürzen, damit sie sich in der Küche besser lagern lassen. Halten Sie diesen Knoblauch trocken, eher dunkel und bei Zimmertemperatur, immer mit ausreichend Luftbewegung. Wichtig ist, Orte zu meiden, an denen sich Feuchtigkeit niederschlägt.

Nachtrocknen ist die Basis für Monate Lagerung
Für eine längere Haltbarkeit lässt man Knoblauch samt Laub nachtrocknen. Häufig wird er zu kleineren Bündeln gebunden und an einem luftigen Ort außerhalb der direkten Sonne aufgehängt. Nach einigen Wochen bis etwa einem Monat wird das Laub braun und vollständig trocken, die Hüllschalen festigen sich und die Knollen stabilisieren sich. Erst dann lagert man üblicherweise nur die Knollen ein, gegebenenfalls wird das trockene Laub gekürzt.
Was bei schlechtem Erntezeitpunkt passiert
Eine zu frühe Ernte bedeutet kleinere Knollen, nicht voll ausgebildete Zehen und dünne Hüllschalen, die leicht zerfallen. Solchen Knoblauch kann man problemlos essen, er hält sich aber meist nicht lange. Eine späte Ernte führt dagegen oft dazu, dass die Knolle zu zerfallen beginnt, sich die Zehen trennen und die Schale durchstoßen. Der Knoblauch ist dann anfälliger für Krankheiten und Schädlinge und verliert bei der Lagerung schnell an Qualität, deshalb sollten Sie ihn möglichst bald verbrauchen.
Der Zeitpunkt variiert je nach Sorte und Wetter
Einen konkreten Erntetermin kann man nicht fest im Kalender verankern. Er hängt von der Pflanzzeit, dem Verlauf des Frühjahrs und Frühsommers, dem Bodentyp und der Sorte ab. Manche frühen Typen reifen früher, andere werden erst später im Sommer geerntet. Selbst im gleichen Garten kann ein Teil der Pflanzen etwas schneller reif sein, beispielsweise sind kleinere Horste oft früher fertig als kräftigere. Deshalb lohnt es sich, das Laub zu beobachten und die Knollen regelmäßig zu kontrollieren, statt auf ein einziges Datum zu warten.
Die zuverlässigste Regel für die Knoblauchernte ist ganz einfach: Beginnen Sie zu ernten, wenn ungefähr die Hälfte der Blätter trocken und die andere Hälfte noch grün ist, und prüfen Sie das durch das Probe-Ausgraben einer Knolle.
Quelle: Garden Betty, RHS, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Erste Flecken an Tomaten können Krautfäule anzeigen und die ganze Ernte gefährden
Die Kraut- und Knollenfäule zählt zu den gefährlichsten Krankheiten an Kartoffeln und Tomaten. Wer erste Symptome richtig deutet und rasch gegensteuert, kann die Schäden deutlich begrenzen.
Obstbäume im Juli schneiden Viele schieben es unnötig auf
Mitten im Sommer lohnt sich bei manchen Obstgehölzen ein gezielter Sommerschnitt. Er sorgt für eine licht- und luftdurchlässige Krone, gesündere Bäume und oft auch für besser ausreifende Früchte.
Ziehen Sie diese Blume selbst und haben Sie die ganze Saison einen Schatz aus dem Garten
Ringelblume ist unkompliziert, blüht lange und liefert wertvolle Blüten für Öl, Salben und viele weitere Hausmittel. Mit der richtigen Ernte und Trocknung haben Sie die ganze Saison über einen praktischen Vorrat.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.