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So sichern Sie im Garten genügend Wasser, damit Pflanzen und Rasen nicht leiden

August 6, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Jarmila M.
So sichern Sie im Garten genügend Wasser, damit Pflanzen und Rasen nicht leiden
Regenwassersammlung / Foto: Depositphotos
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Die Wahl der richtigen Wasserart zum Gießen wirkt sich direkt auf die Pflanzengesundheit und den Verbrauch von Trinkwasser aus der Leitung aus. Wenn Sie wissen, wann Regenwasser die beste Wahl ist, wann sich sogenanntes Grauwasser nutzen lässt und wovon man besser die Finger lässt, übersteht der Garten Trockenperioden besser – und Sie senken zugleich Kosten und den ökologischen Fußabdruck. Wichtig ist außerdem, auf Hygiene zu achten, damit gelagertes Wasser weder Menschen noch Pflanzen schadet.

Regenwasser als beste Wahl für die meisten Pflanzen

Regenwasser ist zum Gießen am besten geeignet. Es ist von Natur aus weich, enthält nur wenige Mineralstoffe und sein pH-Wert passt in der Regel für die meisten Garten- und Zimmerpflanzen. Das ist besonders dort ein Vorteil, wo aus dem Hahn hartes Wasser kommt. Dieses kann den pH-Wert im Boden nach und nach anheben und dadurch die Verfügbarkeit mancher Nährstoffe verschlechtern. Empfindlichere Arten, die ein eher saures Milieu bevorzugen, etwa Rhododendren oder Kamelien, wachsen mit Regenwasser häufig deutlich besser.

Wie man Regenwasser sammelt und lagert

Am einfachsten ist es, Wasser vom Dach von Haus, Garage, Gewächshaus oder Schuppen in eine Tonne oder einen Tank zu leiten. Ideal ist ein Dach mit ausreichend Gefälle und möglichst sauberer Oberfläche, damit das aufgefangene Wasser hochwertiger bleibt. Wer wenig Platz hat, kann schmale Behälter oder dekorative Varianten wählen, die sich besser an der Wand oder in einer Ecke unterbringen lassen.

Praktisch brauchen Sie eine Dachrinne mit Fallrohr, ggf. ein Anschluss-Set für den Fallrohrabzweig. Sinnvoll ist auch ein Filter, der Laub und Schmutz zurückhält, damit sich im Behälter nicht unnötig organisches Material ansammelt. Der Tank sollte auf einem festen, ebenen Untergrund stehen und auf einen Sockel oder Ziegel gestellt werden, damit eine Gießkanne unter den Auslaufhahn passt. Reicht ein Behälter nicht aus, lassen sich mehrere Tonnen über Verbinder oder einen Siphon koppeln – so vergrößern Sie den Vorrat ohne zusätzliche Fallrohre.

An den Hahn kann man auch einen Schlauch anschließen, doch ohne Pumpe ist der Druck oft zu schwach. Wenn Sie bequem mit dem Schlauch gießen möchten, hilft eine Tauchpumpe oder eine externe Pumpe. Wichtig ist außerdem ein gut schließender Deckel. Er begrenzt Algenwachstum, verhindert eine Verschlechterung der Wasserqualität und senkt zugleich das Risiko, dass Sporen bestimmter wasserübertragener Krankheiten in den Behälter gelangen.

Regenwassertonnen / Foto: TR23, Pestrazahrada.cz
Regenwassertonnen / Foto: TR23, Pestrazahrada.cz

Wie viel Wasser sich realistisch sammeln lässt

Schon ein kleines Dach kann überraschend viel auffangen. In der Praxis können selbst bescheidene Dachflächen im Laufe eines Jahres Tausende Liter liefern – das entspricht mehreren vollen Tonnen. Gerade in Zeiten mit häufigeren Niederschlägen lohnt es sich, ausreichend Speicherkapazität bereitzuhalten und Wasser für trockenere Wochen zu bevorraten.

Offene Bottiche und sogenannte Dipping Tanks

Eine Alternative zu geschlossenen Tonnen sind offene Bottiche, die ans Fallrohr angeschlossen sind und manchmal mit Wasserpflanzen ergänzt werden. Sie können sehr attraktiv wirken, allerdings verdirbt eine offene Wasseroberfläche leichter, und in stehendem Wasser können sich unerwünschte Mikroorganismen vermehren. Aus diesem Grund eignet sich Wasser aus offenen Behältern nicht zum Gießen von Aussaaten, Jungpflanzen und jungen empfindlichen Pflanzen.

Wo Regenwasser sinnvoll ist und wann Vorsicht geboten ist

Wasser aus der Tonne können Sie problemlos für normale, gut eingewurzelte Pflanzen im Beet und in Töpfen verwenden. Bei Aussaaten und frisch gepikieren Jungpflanzen ist dagegen ein sicherer Wasserquelle besser, weil gelagertes Wasser unter bestimmten Bedingungen bodenbürtige Krankheitserreger übertragen kann, die Umfallkrankheit (Dämpfung) verursachen. Regenwasser ist auch für Zimmerpflanzen hervorragend geeignet, einschließlich Orchideen und Karnivoren, die oft unter Mineralien aus hartem Wasser leiden.

Reinigung der Tonnen und grundlegende Pflege

Damit sich im gelagerten Wasser keine Ablagerungen, Gerüche und mögliche Krankheitskeime ansammeln, sollte der Behälter mindestens einmal im Jahr gereinigt werden. Meist reichen warmes Wasser und eine kleine Menge normales Spülmittel. Wenn das Wasser zu riechen beginnt, ist es besser, die Tonne zu leeren und zu waschen, als die Situation mit chemischen Zusätzen lösen zu wollen.

Wie man Risiken beim Einsatz von gespeichertem Wasser reduziert

Sicherheit für Menschen

Wenn Sie mit einem an den Behälter angeschlossenen Schlauch gießen, empfiehlt sich ein gröberer Strahl. Feiner Sprühnebel aus warmem, stehendem Wasser lässt sich leichter einatmen – das ist nicht ideal. Wenn der Schlauch nicht genutzt wird, ist es sinnvoll, ihn abzunehmen und ablaufen zu lassen, damit kein Wasser unnötig darin steht.

Sicherheit für Pflanzen

Grundlegend ist, Dachrinnen frei durchgängig und ohne Laubansammlungen zu halten. Weniger organische Reste bedeuten ein geringeres Risiko für die Entwicklung wasserübertragener Krankheiten. Gespeichertes Wasser sollte außerdem regelmäßig verbraucht werden, damit es nicht unnötig „kippt“. Bei offenen Behältern ist Sauberkeit noch wichtiger, weil sie Krankheitserreger enthalten können, die vor allem für junge Pflanzen problematisch sind.

Größere Regenwassersammelsysteme und Klimawandel

Mit zunehmenden Wetterextremen – trockenere Sommer, gleichzeitig mehr Niederschläge in anderen Jahreszeiten – kann es sinnvoll sein, über ein ausgefeilteres System nachzudenken. Dieses kann größere Behälter umfassen, teils auch unterirdische Zisternen, sowie eine Wasserverteilung im Garten. Solche Lösungen helfen, einen Teil der Winter- oder Frühjahrsfeuchte in die Zeit zu „retten“, in der Pflanzen am stärksten unter Trockenheit leiden.

Unterirdische Regenwassertanks / Foto: Depositphotos
Unterirdische Regenwassertanks / Foto: Depositphotos

Grauwasser und seine Nutzung im Garten

Grauwasser ist bereits einmal im Haushalt genutztes Wasser, typischerweise aus Dusche, Badewanne, aus Spülwasser der Waschmaschine oder aus der Küchenspüle. In Zeiten knapper Ressourcen kann es sehr hilfreich sein, man muss damit aber vernünftig umgehen. Ungeeignet ist Wasser mit Bleichmitteln, Desinfektionsmitteln, aggressiven Reinigern oder mit Salz aus der Spülmaschine, weil diese Stoffe Boden und Pflanzen schädigen können.

Grauwasser sollte möglichst schnell verwendet werden, idealerweise sofort. Ohne Filtration und ohne spezielles System sollte es nicht länger als 24 Stunden gelagert werden. Zum Ausbringen eignet sich eine Gießkanne, da Fett und Fasern Bewässerungssysteme verstopfen können. Außerdem ist es sinnvoll, Grauwasser mit Regen- oder Leitungswasser abzuwechseln, damit sich Salze nicht im Boden anreichern.

Am sichersten ist die Nutzung von Grauwasser bei Zierpflanzen. Wenn Sie es ausnahmsweise bei essbaren Kulturen einsetzen möchten, beschränken Sie es am besten auf Arten, die später erhitzt werden, und lassen Sie Kulturen weg, die für den Rohverzehr gedacht sind.

Enthärtetes Wasser und warum es langfristig schaden kann

Enthärtetes Wasser entsteht, indem Calcium und Magnesium entfernt und durch Natrium ersetzt werden. Kurzfristig kann man es zum Gießen nutzen, langfristig ist es jedoch nicht empfehlenswert. Natrium kann sich im Boden nach und nach anreichern, die Verfügbarkeit wichtiger Nährstoffe einschränken und in höheren Konzentrationen die Vitalität der Pflanzen beeinträchtigen. Zudem kann es die Bodenstruktur negativ beeinflussen – erkennbar an schlechterer Versickerung und einer ungünstigeren Durchlüftung des Bodenprofils.

Abgekochtes Wasser als Ersatz für weiches Wasser

Abkochen hilft, die Keimzahl zu senken. In Regionen mit hartem Wasser fällt beim Kochen ein Teil des Kalks aus, in der Regel reicht das jedoch nicht aus, um Regenwasser bei Pflanzen zu ersetzen, die wirklich weiches Gießwasser benötigen. Für normales Gießen kann abgekochtes Wasser brauchbar sein, als Hauptlösung für kalkempfindliche, säureliebende Arten ist es eher eine Notlösung.

Kondenswasser aus Luftentfeuchter oder Wäschetrockner

Durch Kondensation aufgefangenes Wasser, etwa aus einem Luftentfeuchter oder einem Wäschetrockner, ist meist weich und passt oft für viele Zierpflanzen. Es ist auch vorteilhaft für Orchideen, Karnivoren und andere mineralempfindliche Arten. Achten Sie jedoch auf die Sauberkeit des Geräts, aus dem Sie das Wasser entnehmen, damit keine unerwünschten Verunreinigungen in die Gießkanne gelangen.

Aufbereitetes und destilliertes Wasser für besondere Fälle

Destilliertes oder deionisiertes Wasser enthält nur sehr wenige gelöste Mineralstoffe. Für das großflächige Gießen ist es meist zu teuer, kann aber bei Pflanzen helfen, die sehr weiches Wasser brauchen, wenn gerade kein Regenwasser verfügbar ist. Da darin keine Nährstoffe enthalten sind, muss man damit rechnen, dass die Pflanzen ihre Nährstoffe über Dünger erhalten müssen. Manche Gärtner nutzen eigene Geräte zur Deionisation oder Umkehrosmose; für die meisten ist es jedoch unpraktisch, Kauf, Transport und Lagerung größerer Mengen solchen Wassers zu organisieren.

Wie man den Wasserverbrauch im Garten auch ohne Technik senkt

Die größten Einsparungen bringen oft einfache Maßnahmen. Es hilft, passende Arten für den jeweiligen Standort zu wählen, den Boden durch Einmischen organischer Substanz zu verbessern und jährlich zu mulchen, um die Verdunstung zu reduzieren. Außerdem lohnt es sich, Niederschläge von befestigten Flächen in Behältern zu sammeln und Leitungswasser erst dann zu nutzen, wenn andere Möglichkeiten nicht ausreichen.

Quelle: Rhs, NPS , Pestrazahrada.cz

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Jarmila M.
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