Schatten ohne Konstruktionen und Sonnenschirm den der Garten selbst schafft und der auch Wind aushält
Sommerliche Hitzewellen können den Aufenthalt im Freien schnell unangenehm machen, doch nicht jeder möchte sofort einen Pavillon bauen oder sich fragen, ob Segel und Sonnenschirm den ersten kräftigen Windstoß überstehen. Ein natürlicherer Weg ist, den Schatten wachsen zu lassen. Richtig ausgewählte Pflanzen können mit der Zeit eine angenehme Kühle schaffen, das Mikroklima verbessern und zugleich dem Garten Struktur und Privatsphäre geben. Der Schlüssel sind Geduld, eine vernünftige Artenwahl und auch der Platz, an dem Sie pflanzen.
Bäume als verlässlichste Quelle für stabilen Schatten
Den zuverlässigsten Schatten spendet ein Baum, nur muss man damit rechnen, dass er sich über die Jahre verändert und Platz braucht. Wer schneller Wirkung möchte, kann Arten mit zügigem Zuwachs wählen, zum Beispiel den Eschen-Ahorn, die Silber-Weide oder den Götterbaum. Diese Gehölze schaffen auch mehr als einen Meter Zuwachs pro Jahr, der Schatten kommt also bald, zugleich sollte man aber frühzeitig an die spätere Kronen- und Wurzelgröße denken.
Für kleinere Gärten eignen sich eher Arten mit besser kontrollierbarer Krone, etwa Zierkirsche oder Amberbaum. Sie wachsen gleichmäßiger, lassen sich durch Schnitt gut formen und wirken nicht so aggressiv. In den ersten Jahren nach der Pflanzung zählen vor allem regelmäßiges Gießen, Mulch zum Feuchthalten und eine rechtzeitige Kronenerziehung, damit der Baum dort Schatten wirft, wo Sie ihn haben wollen, und nicht dort, wo er stört.
Kletterpflanzen wenn Sie schnell Schatten brauchen
Wenn kein Platz für einen großen Baum da ist oder Sie das Ergebnis innerhalb von ein bis zwei Saisons wollen, sind Kletterpflanzen eine sehr gute Lösung. Eine Pergola, ein Spalier oder ein stabiles Drahtseil reichen, und ein grünes Dach oder eine Wand entsteht überraschend schnell. Zu den schnellsten gehört der Fünfblättrige Wilder Wein, der im Herbst zusätzlich mit einer starken Laubfärbung auffällt. Efeu ist hervorragend für Schatten und kühlere Lagen, braucht aber etwas, bis er richtig in Gang kommt, ist dann jedoch sehr langlebig.
Bei Kletterpflanzen sind eine stabile Kletterhilfe und ausreichend Wasser gerade am Anfang entscheidend. Sobald sie eingewachsen sind, schattieren sie sehr zuverlässig, ohne gelegentlichen Schnitt können sie jedoch in Dachrinnen, aufs Dach oder an Fenster wachsen. Regelmäßiges Einkürzen hält den Bewuchs dicht und sicher und verhindert zugleich, dass die Pflanze Fassade oder Konstruktion stärker belastet, als sinnvoll ist.
Sträucher als grüne Sichtschutzwand und schattiges Eck
Sträucher sind nicht nur niedrige Pflanzungen unter Fenstern. Manche werden drei bis vier Meter hoch und können angenehmen Schatten sowie Windschutz schaffen. Der Gemeine Schneeball bietet zusätzlich eine auffällige Blüte und wirkt über weite Teile des Jahres dekorativ. Ähnlich kann Flieder eine dichtere Masse bilden, wenn er genug Sonne bekommt und gelegentlich ausgelichtet wird, damit er nicht zu stark vergreist.
Wer auch außerhalb der Hauptsaison Wirkung möchte, greift zu immergrünen Arten, etwa Kirschlorbeer. Diese Pflanzen wachsen oft langsamer, bringen aber eine stabile grüne Kulisse und verlieren ihren Effekt im Winter nicht. Bei Sträuchern lohnt es sich, im Frühjahr zu düngen, während der Wachstumszeit die Wasserversorgung im Blick zu behalten und bei Trockenheit Mulch nachzulegen, denn gerade Wassermangel bremst die Verdichtung des Bestands häufig aus.
Bambus als dichter Vorhang der schnell Höhe macht
Bambus wirkt exotisch und kann eine hohe grüne Wand bilden, die ähnlich wie ein lebender Paravent schattiert. Wichtig ist, eine nicht wuchernde Variante zu wählen, zum Beispiel horstbildende Typen der Gattung Fargesia, die sich nicht aggressiv in die Umgebung ausbreiten. Trotzdem ist es sinnvoll, die Pflanzgrenzen gut zu planen und der Pflanze Raum zu geben, denn bei guten Bedingungen wächst sie sehr schnell.
Bambus schätzt regelmäßiges Gießen, Mulchen und auch, dass sich der Boden im Wurzelbereich nicht überhitzt. Ist der Standort zu trocken und stark aufgeheizt, können die Blätter eintrocknen und der Bestand wird lückig. Ein passend gewählter Platz und gute Pflege in den ersten Saisons bringen jedoch oft einen eindrucksvollen Schatten, früher als man erwartet.

Essbarer Schatten Obstbäumchen und fruchttragende Sträucher
Schatten kann auch praktisch sein. Säulenobst oder fruchttragende Sträucher wie Aronia, Felsenbirne oder Sanddorn bringen Nutzen in den Garten und schaffen zugleich einen angenehmen Sitzplatz. Eine einzelne Pflanze bildet zwar nicht sofort eine dichte Abschirmung, doch eine Pflanzung in Reihe wächst nach und nach zu einer schattigen Ecke heran, die zusätzlich Ernte liefert.
Diese Arten brauchen meist einen sonnigen Standort, damit sie gut fruchten, und regelmäßiges Gießen vor allem während der Anwachsphase und beim Fruchtansatz. Im Frühjahr tut ihnen Kompost oder eine milde Düngergabe gut, wodurch sie besser verzweigen und schneller den gewünschten Effekt erreichen.
Was Sie noch vor der Pflanzung klären sollten
Bevor Sie den Spaten in die Hand nehmen, überlegen Sie, woher im Sommer die stärkste Sonne kommt und wohin der Schatten fallen soll, zu der Zeit, in der Sie ihn am meisten nutzen. Denken Sie auch an die spätere Größe, denn aus einem kleinen Jungbaum kann in wenigen Jahren ein prägendes Element werden, das die Lichtverhältnisse im ganzen Garten beeinflusst. Wenn Sie möglichst schnell Schatten wollen, bewährt sich eine Kombination, zum Beispiel eine Kletterpflanze an der Pergola ergänzt durch Sträucher oder einen kleineren Baum.
Entscheidend ist außerdem die Pflege in den ersten Jahren. Regelmäßiges Gießen, Schutz junger Pflanzen vor Frost und ein rechtzeitiger Schnitt machen oft den Unterschied zwischen magerem Bewuchs und einer dichten grünen Decke. Wenn die Pflanzung gut anwächst, gewinnen Sie Schatten, der viele Jahre hält, Wind besser standhält als textile Lösungen und dabei natürlich und ästhetisch wirkt.
Quelle: RHS, Gardener’s World, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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