Paprika muss nicht nur eine Saison halten So ernten Sie von einer Pflanze mehrere Jahre
Kaum jemand weiß es, aber Paprikapflanzen müssen nach der letzten Ernte nicht automatisch auf dem Kompost enden. Wenn Sie sie im Herbst richtig behandeln, können sie den Winter überstehen und in der nächsten Saison wieder Blüten und Früchte ansetzen. So müssen Sie im Frühjahr keine Jungpflanzen mehr vorziehen und auch keine Samen neu aussäen. Es reicht, eine einfache Methode zu nutzen, die schon ältere Gärtner kannten und die vor allem bei gesunden, kräftig gewachsenen Pflanzen funktioniert.
Was direkt nach der Ernte der letzten Früchte zu tun ist
Sobald Sie am Ende des Sommers oder im Herbst die letzten Paprika geerntet haben, heben Sie die Pflanze vorsichtig mitsamt den Wurzeln aus der Erde. Ideal ist eine, die nicht stark von Krankheiten befallen war. Setzen Sie die Pflanze anschließend in einen Topf um, damit sie außerhalb des Beets überwintern kann. Gehen Sie dabei behutsam vor, zerreißen Sie den Wurzelballen nicht unnötig, entfernen Sie nur überschüssige Erde und prüfen Sie, ob keine Wurzeln faul sind.
Blätter reinigen und auf Schädlinge kontrollieren
Bevor die Paprika in die Winterruhe geht, lohnt sich eine gründliche Reinigung. Auf den Blättern sitzen oft Blattläuse und andere kleine Schädlinge, die sich in Innenräumen schnell vermehren würden. Reinigen Sie Blätter und Stängel vorsichtig, oder duschen Sie die Pflanze mit lauwarmem Wasser ab und lassen Sie sie gut abtrocknen. Ziel ist, eine möglichst „saubere“ Pflanze ohne ungebetene Gäste ins Winterquartier zu bringen.
Wo und wie man Paprika über den Winter aufbewahrt
Am einfachsten ist es, die Pflanzen in ein Gewächshaus zu stellen, aber es funktioniert auch ein kühlerer Raum im Haus, zum Beispiel Flur, unbeheiztes Schlafzimmer, ein Keller mit Fenster oder ein anderer Bereich mit gleichmäßig kühler Temperatur. Wichtig ist, dass es eher trocken ist und die Pflanze zumindest etwas Licht bekommt.
Temperatur, Licht und Gießen in der Ruhezeit
Als ideal gelten etwa 10 bis 14 °C und ein Platz in Fensternähe. In der Ruhephase braucht die Paprika fast keine Pflege, nur minimale Feuchtigkeit. Gießen Sie ungefähr alle zwei Wochen, jeweils nur so viel, dass das Substrat nicht völlig austrocknet. Es ist normal, dass nach und nach Blätter abfallen, ähnlich wie bei Bäumen im Herbst.
Ein Schnitt, der die Pflanze in Form hält

Wenn die Paprika einen Teil der Blätter abgeworfen hat, ist es sinnvoll, sie leicht einzukürzen. Es geht nicht um einen radikalen Eingriff, sondern um eine Korrektur, die der Pflanze beim Überwintern hilft und sie im Frühjahr wieder gut austreiben lässt. Lassen Sie zwei bis drei Haupttriebe in einer Y-Form stehen und kürzen Sie die oberen Partien so, dass etwa 4 bis 6 cm Länge verbleiben. Das fördert einen kompakteren Wuchs und senkt den Bedarf der Pflanze in der Ruhezeit.
Frühjahrsstart und zurück nach draußen
Gegen Ende April können Sie nach und nach wieder häufiger gießen und die Pflanze so auf natürliche Weise „wecken“. Bald erscheinen neue Triebe und die Paprika beginnt erneut zu wachsen. Sobald sich die Außentemperaturen bei etwa 12 bis 15 °C eingependelt haben, können Sie sie wieder in den Garten stellen. Gewöhnen Sie sie anfangs lieber langsam an die Bedingungen im Freien und geben Sie ihr auch Nährstoffe, damit sie genug Kraft für die nächste Blüte und den Fruchtansatz hat.
Hausgemachte Nährlösung für Paprika aus Bananenschalen
Wenn Sie Ihren Pflanzen auf einfache Weise Nährstoffe zuführen möchten, können Sie eine hausgemachte Gießlösung aus Bananenschalen ansetzen. Sie eignet sich als Unterstützung für Fruchtgemüse, weil sie vor allem Kalium ins Wasser abgibt, das für Blüte und Fruchtbildung sehr wichtig ist. Die Zubereitung gelingt mit ganz normalen Zutaten: Schalen, Wasser und ein Gefäß.
Wie Sie Bedenken wegen Spritzmitteln auf den Schalen ausräumen
Manch einer denkt dabei an mögliche Rückstände auf den Schalen. Waschen Sie sie deshalb vor der Verwendung gründlich mit warmem Wasser. Warmes Wasser hilft, Oberflächenreste zu entfernen, ohne die Schalen von dem zu befreien, was für den Auszug nützlich ist. Verwenden Sie ruhig auch einen Schwamm oder ein Tuch, ein kurzes Abspülen reicht nicht aus.
Zubereitung und Anwendung des Auszugs
Geben Sie die gewaschenen Schalen in ein Gefäß mit etwa 3 Litern und füllen Sie es bis zum Rand mit Wasser auf. Lassen Sie alles mindestens zwei Tage stehen. Sie erkennen es auch daran, dass das Wasser dunkler wird. Danach können Sie Paprikapflanzen regelmäßig mit diesem Auszug gießen. Das Kalium gelangt in höherer Konzentration an die Wurzeln, als es in Böden oft üblich ist, und die Pflanzen danken es nicht selten mit mehr Vitalität und einer besseren Erntequalität.
Wenn Sie die Paprika im Herbst kühl stellen, das Gießen einschränken, sie leicht zurückschneiden und im Frühjahr schrittweise wecken, kann Ihnen dieselbe Pflanze auch in der nächsten Saison ohne neue Aussaat Früchte liefern.

Wichtig ist, gesunde Pflanzen auszuwählen, sie im Winter nicht zu viel zu gießen und ihnen im Frühjahr eine schrittweise Rückkehr in Wärme und Nährstoffversorgung zu ermöglichen.
Quelle: To je nápad, Gardening Know How, GrowVeg, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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