Jetzt ist die ideale Zeit, um einen neuen Rasen anzulegen, damit er dicht und robust wird
Die Anlage eines Rasens aus Saat ist ein beliebter Weg – vor allem, weil sie günstiger ist als das Verlegen von Rollrasen und Sie außerdem die Mischung besser an die Bedingungen im Garten anpassen können. Saatgut lässt sich zudem leicht transportieren und lagern, bis das Wetter passt. Beim Rollrasen hingegen muss man schnell handeln, denn nach der Lieferung verliert er nach und nach an Qualität, wenn er nicht sofort verlegt wird. Der Nachteil der Aussaat ist lediglich, dass Sie auf das fertige Erscheinungsbild eine Weile warten müssen.
Die beste Zeit für die Aussaat ist der Frühherbst etwa von September bis November und anschließend das Frühjahr, ungefähr von März bis April. In diesen Zeitfenstern ist der Boden ausreichend erwärmt, in der Erde steckt meist mehr Feuchtigkeit und das Wetter ist weder zu kalt noch zu heiß. Unter guten Bedingungen zeigen sich die ersten Keimlinge oft nach sieben bis zehn Tagen.
Wenn Sie wählen können, hat die Herbstaussaat meist die Nase vorn. Die jungen Pflanzen schaffen es, vor stärkeren Frösten noch gut einzuwurzeln, und über den Winter festigt sich das Wurzelsystem weiter. Bei der Frühjahrsaussaat etabliert sich das Gras mitunter langsamer, weil ein Teil der Energie in die Blütenbildung gehen kann und zudem sommerliche Wetterextreme das Wachstum insgesamt bremsen.
Die passende Rasensaat nach der Nutzung des Gartens auswählen
Das Ergebnis wird maßgeblich davon beeinflusst, welche Mischung Sie wählen. Es geht nicht nur um die Optik, sondern auch um Strapazierfähigkeit, Wachstumsgeschwindigkeit und den Mähaufwand. Klären Sie vor dem Kauf, ob Sie den Rasen vor allem zum Spielen und für den Alltag nutzen möchten, eher einen repräsentativen Zierrasen wünschen oder eine schattige Lage berücksichtigen müssen.
Universeller Spiel- und Gebrauchsrasen
Für normale Familiengärten eignet sich eine Mischung aus robusteren Arten, die häufiges Betreten, Kinder und Haustiere gut verträgt. Solcher Rasen wächst meist schneller und braucht regelmäßiges Mähen, damit er nicht grob wird und an Dichte verliert.
Feiner Zierrasen
Wenn Sie einen weichen, dichten und optisch sehr „feinen“ Bestand möchten, greifen Sie zu Mischungen mit feinblättrigen Gräsern. Diese Rasen sind weniger trittfest, lassen sich dafür aber auf eine geringere Schnitthöhe pflegen und wirken sehr gepflegt. Das Wachstum ist oft langsamer, sodass seltener gemäht werden muss – dafür ist eine sorgfältige Pflege umso wichtiger.
Mischung für Halbschatten und Schatten
Für Bereiche mit wenig Licht, zum Beispiel unter Bäumen oder nahe Zaun und Hecke, wählen Sie besser Mischungen für leichten bis mittleren Schatten. Rechnen Sie damit, dass solche Rasen meist nicht so widerstandsfähig gegen starke Belastung sind und entsprechend schonender behandelt werden sollten.
Die Saatgutqualität entscheidet
Bei Rasensaat bestätigt sich oft: Ein niedriger Preis kann ein schlechteres Ergebnis bedeuten. Billiges Saatgut kann Unkrautsamen oder grobe landwirtschaftliche Arten enthalten, die zwar schnell wachsen, den Rasen aber grob und ungleichmäßig wirken lassen. Es lohnt sich, Saatgut von bewährten Herstellern zu wählen und die Zusammensetzung zu lesen. Ist Weidelgras (Lolium) enthalten, sollte es für Rasen bestimmt sein und nicht als Futtergras.
Die Flächenvorbereitung ist die Basis für einen ebenen, unkrautfreien Rasen
Wer die Vorbereitung überstürzt, kämpft später meist mit Unebenheiten, lückigen Stellen oder Unkraut. Ideal ist es, einige Wochen vor der geplanten Aussaat zu beginnen, damit sich der Boden setzen kann und Sie neu auflaufendes Unkraut wiederholt entfernen können.
Zuerst müssen Sie die Fläche von ausdauernden Unkräutern befreien, die gern aus Wurzelresten wiederkommen. Solche Pflanzen gräbt man am besten sorgfältig samt unterirdischen Teilen aus. Ist der Boden verdichtet und hart, hilft Umgraben oder eine Motorhacke bis in etwa 20 cm Tiefe. Auf leichten, schnell austrocknenden Böden ist es hingegen sinnvoll, eine größere Menge reifen Komposts oder gut verrotteten Stallmists einzuarbeiten, damit der Boden Wasser besser hält.
Nach der Bodenbearbeitung lassen Sie die Fläche einige Tage bis Wochen ruhen. Je länger, desto besser; häufig werden sogar fünf bis sechs Wochen empfohlen. So kann sich die Erde setzen, und Sie sehen zugleich, wo noch Unkraut keimt. Dieses entfernen Sie anschließend: Bei kleinen Keimlingen reicht flaches Hacken, bei ausdauernden Arten ist das erneute, gründliche Entfernen der nachtreibenden Teile per Hand sinnvoll.
Ein wichtiger Schritt ist das Festigen der Oberfläche. Gehen Sie die Fläche mehrfach in verschiedenen Richtungen mit kurzen Schritten ab, sodass der Boden gleichmäßig verdichtet wird. Danach gründlich abharken – ebenfalls aus verschiedenen Richtungen –, Steine entfernen und Kluten zerkleinern. Ziel ist eine feinkrümelige Struktur und eine möglichst ebene Oberfläche, denn Unebenheiten sieht man nach der Rasenanlage noch deutlicher.
Wenn Sie den Start des Wachstums unterstützen möchten, können Sie vor der Aussaat einen üblichen Universaldünger in einer ungefähren Menge von etwa 70 g pro Quadratmeter einarbeiten. Beachten Sie dabei immer die Herstellerangaben und den Zustand des Bodens.

Richtig aussäen, damit der Bestand gleichmäßig wird
Die Aussaat selbst ist nicht kompliziert – entscheidend ist jedoch, die Samen so gleichmäßig wie möglich zu verteilen. Wiegen Sie zuerst die Menge passend zur Fläche ab, denn die empfohlene Aussaatstärke unterscheidet sich je nach Mischung und steht in der Regel auf der Verpackung. Teilen Sie das Saatgut anschließend in zwei gleiche Portionen.
Die erste Hälfte säen Sie aus, indem Sie die Fläche in parallelen Bahnen abgehen und das Saatgut gleichmäßig ausstreuen. Die zweite Hälfte säen Sie dann kreuzweise, also beim Gehen quer zur ersten Richtung. Dadurch sinkt das Risiko von Streifen und lückigen Stellen deutlich.
Nach der Aussaat harken Sie die Oberfläche nur leicht ab, damit der Großteil des Saatguts sanft mit Erde bedeckt wird. Wenn es mehrere Tage nicht regnen soll, wässern Sie sehr vorsichtig mit feinem Sprühstrahl, damit die Samen nicht ausgeschwemmt oder verschoben werden. In den ersten Tagen ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit in der obersten Bodenschicht wichtig.
Frische Aussaat lockt häufig Vögel an. Helfen kann eine Abdeckung mit Vlies, das Sie an den Rändern beschweren, damit der Wind es nicht anhebt. Neben dem Schutz vor dem Aufpicken hält das Vlies die Bodenoberfläche oft wärmer und feuchter, was die Keimung verbessert. Auf größeren Flächen werden teils auch Bänder eingesetzt, die im Wind Geräusche machen und Vögel abschrecken. Wenn Sie keinen Schutz nutzen können, erhöhen manche Gärtner die Aussaatmenge, um Verluste auszugleichen – besser ist jedoch Vorbeugung und ein gleichmäßiges Auflaufen.
In den folgenden Tagen kontrollieren Sie die Feuchtigkeit und wässern bei Bedarf etwa alle paar Tage – immer fein und lieber häufiger mit kleiner Menge als einmalig sehr viel.
Pflege des neuen Rasens: von den ersten Keimlingen bis zur ersten Saison
Die ersten Grashalme zeigen sich meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen. In dieser Phase ist eine kontinuierliche, aber schonende Pflege am wichtigsten. Wenn es nicht regnet, wässern Sie regelmäßig mit der Gießkanne mit Brause oder mit dem Schlauch und feinem Sprühstrahl. Ein harter Wasserstrahl könnte die Oberfläche aufreißen und das Saatgut ausschwemmen.
Wenn die Keimlinge etwa 5 bis 7,5 cm hoch sind, ist es sinnvoll, die Oberfläche noch einmal leicht zu festigen, damit die Wurzeln besser Bodenschluss bekommen und keine Hohlräume entstehen. Ideal ist eine Rasenwalze, alternativ die hintere Walze des Rasenmähers, falls vorhanden. Haben Sie nichts davon, genügt es, erhöhte Stellen vorsichtig anzutreten.
Nach zwei bis drei Tagen folgt der erste Schnitt. Kürzen Sie den Bestand nur um etwa ein Drittel der Höhe und verwenden Sie möglichst scharfe Messer, damit das junge Gras nicht ausgerissen wird. Geeignet ist ein Spindelmäher; bei den ersten Schnitten sollte man darauf achten, den Bestand nicht unnötig durch die Walze anzudrücken.
Bei Herbstaussaat ist bis zum Winter oft kein weiterer Schnitt nötig; der regelmäßige Schnitt beginnt dann erst im Frühjahr. Bei Frühjahrsaussaat wird meist etwa einmal pro Woche gemäht – je nach Wachstum – und die Schnitthöhe wird schrittweise auf das übliche Maß abgesenkt. In Hitzeperioden lässt man das Gras besser etwas höher stehen oder reduziert das Mähen vorübergehend, damit der Bestand Trockenheit besser übersteht.
Unkrautkeimlinge werden oft geschwächt und verschwinden, sobald Sie regelmäßig mähen. Niedrige, ausdauernde Unkräuter zieht man jedoch besser von Hand, ebenso wie grobe Grasbüschel, die in einen feineren Rasen nicht gehören.
Belasten Sie den neuen Rasen nach Möglichkeit etwa acht Monate lang so wenig wie möglich, damit er gut einwurzelt und dichter wird. Ein im Herbst gesäter Rasen sollte stärker erst ab etwa Juni genutzt werden; bei Frühjahrsaussaat ist es besser, ihn bis in den späten Herbst zu schonen. Wenn sich durch das Setzen des Bodens Mulden zeigen, können Sie diese im September mit einer dünnen Schicht gesiebten Komposts als sogenanntes Topdressing vorsichtig ausgleichen.
Im Frühjahr können Sie außerdem eine angemessene Gabe Rasendünger geben, damit der Bestand genügend Nährstoffe für dichtes Wachstum und die Regeneration nach dem Winter hat. Wenn Sie den richtigen Aussaattermin, hochwertiges Saatgut, sorgfältige Bodenvorbereitung und eine schonende Nachpflege kombinieren, erhalten Sie einen Rasen, der gut aussieht und zugleich belastbar ist.
Quelle: Rhs, The Grass People , Pestrazahrada.cz
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