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Für kräftige Jungpflanzen Tomaten und Paprika unbedingt pikieren

June 3, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Für kräftige Jungpflanzen Tomaten und Paprika unbedingt pikieren
Pikieren von Paprika / Foto: Depositphotos
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Beim Anziehen von Tomaten und Paprika aus Samen dreht sich vieles um Aussaat, Wärme und Gießen. Ein Schritt hat jedoch maßgeblichen Einfluss darauf, wie Ihre Jungpflanzen in ein paar Wochen aussehen und wie viele Früchte Sie am Ende ernten. Dieser Schritt heißt Pikieren, also das rechtzeitige Vereinzeln der jungen Pflänzchen in eigene Töpfe. Es geht dabei nicht nur um bequemeres Weiterkultivieren, sondern darum, die Wurzeln zu stärken, Konkurrenz unter den Sämlingen zu begrenzen und nur die besten Exemplare auszuwählen.

Was Pikieren bedeutet und wozu es gut ist

Beim Pikieren werden die kleinen Pflänzchen aus der Aussaatschale oder einem gemeinsamen Kasten in einzelne Becher oder kleine Töpfe umgesetzt. In dieser Phase haben die Sämlinge bereits eine Grundvitalität, passen sich aber noch sehr gut an das neue Gefäß an. Das Umsetzen verschafft den Pflanzen mehr Platz und sorgt vor allem dafür, dass sich das Wurzelsystem in die richtige Richtung entwickeln kann.

Ein wichtiger Teil des Pikierens ist oft das vorsichtige Einkürzen der Hauptwurzel. Dadurch wird die Pflanze „angeregt“, mehr Seitenwurzeln und feine Wurzelhaare zu bilden. Das Ergebnis sind kompaktere, robustere Jungpflanzen, die Wasser und Nährstoffe besser nutzen. Gleichzeitig erkennen Sie bei der Arbeit schnell, welche Pflänzchen schwach, verformt oder im Wachstum zurück sind, und behalten nur die kräftigsten.

Wann der richtige Zeitpunkt kommt

Der beste Zeitpunkt ist erreicht, wenn die ersten echten Laubblätter erscheinen. Bei Tomaten und Paprika ist das meist etwa 10 bis 14 Tage nach der Aussaat, je nach Temperatur und Lichtverhältnissen. Dann stehen die Sämlinge stabil, haben gut gefärbte Blätter und einen ausreichend festen Stiel, aber die Wurzeln sind noch nicht ineinander verfilzt.

Wird das Pikieren zu lange hinausgezögert, konkurrieren die Pflänzchen in der Schale um Licht und Nährstoffe, und das Wurzelsystem verheddert sich. Beim späteren Umpflanzen reißt dann mehr ab, die Jungpflanzen regenerieren schlechter und können einen deutlichen Wachstumsschock erleiden.

Tomaten und Paprika pikieren – so geht’s in der Praxis

Bereiten Sie zuerst einzelne Becher oder kleine Töpfe vor und füllen Sie diese mit einem hochwertigen Aussaaterde- bzw. Anzuchtsubstrat. Die Erde sollte leicht und luftig sein, damit die Wurzeln nicht faulen und genügend Sauerstoff bekommen. Machen Sie in jedes Gefäß ein Pflanzloch, in das der Sämling gesetzt wird.

Nehmen Sie die Pflänzchen vorsichtig heraus, am besten mit einem Pikierstab, einem Holzstäbchen oder einem Löffel. Fassen Sie sie an den Blättern an, nicht am Stiel, denn der wird leicht gequetscht. Die Hauptwurzel wird meist um etwa ein Drittel gekürzt, wodurch sich die Wurzelbildung verzweigt. Anschließend den Sämling ins Loch setzen und mit Erde anfüllen.

Bei Tomaten ist es von Vorteil, dass sie eine tiefere Pflanzung gut vertragen. Sie können ruhig auch einen Teil des Stängels mit Erde bedecken, denn daran bildet die Pflanze zusätzliche Wurzeln und steht später stabiler. Paprika setzt man dagegen eher in der gleichen Tiefe wie zuvor, sodass die Blätter knapp über der Oberfläche bleiben. Zum Schluss das Substrat leicht andrücken und mit abgestandenem Wasser in Zimmertemperatur angießen.

Wohin mit den pikieren Jungpflanzen – und worauf achten

Nach dem Pikieren brauchen die Pflanzen sehr viel Licht. Ideal ist eine helle Fensterbank, alternativ eine Zusatzbeleuchtung, wenn die Tage kurz sind oder das Fenster nicht reicht. Die Temperatur sollte ungefähr bei 18 bis 22 °C liegen. Zu viel Wärme in Kombination mit Lichtmangel führt dazu, dass die Jungpflanzen vergeilen und dünne, brüchige Stiele bilden.

Die Luft- und Substratfeuchte sollte eher moderat gehalten werden. Staunässe ist ein häufiger Grund, warum Jungpflanzen kümmerlich bleiben: In dauerhaft nasser Erde bekommen die Wurzeln zu wenig Sauerstoff und können faulen. Nach ein paar Tagen erholen sich die Pflänzchen in der Regel, werden kräftiger und beginnen zügig zu wachsen.

Tomatenjungpflanzen / Foto: Depositphotos
Tomatenjungpflanzen / Foto: Depositphotos

Die häufigsten Fehler, die den Erfolg schmälern

Einer der größten Fehler ist zu spätes Pikieren. Überständige Jungpflanzen lassen sich schlecht herausnehmen, die Wurzeln reißen leichter ab und die Pflanzen brauchen länger, um sich zu erholen. Ein weiteres Problem ist Lichtmangel nach dem Umpflanzen. Dann schießen die Jungpflanzen schnell in die Höhe, werden schwach und setzen später schlechter Früchte an.

Ebenfalls häufig ist zu viel Gießwasser. Statt oft kleine Mengen zu geben, ist es besser, maßvoll zu gießen und erst dann, wenn sich die Oberfläche des Substrats trockener anfühlt. Wenn Sie das Krankheitsrisiko senken möchten, lüften Sie regelmäßig und heizen Sie den Raum, in dem die Jungpflanzen stehen, nicht zu stark.

Ein kräftiger Start zahlt sich bei der Ernte aus

Pikieren wirkt wie zusätzliche Arbeit, tatsächlich steigert es aber die Qualität der Jungpflanzen deutlich – und damit auch die Chance auf eine reiche Ernte. Pflanzen mit dichtem Wurzelwerk verkraften das Auspflanzen ins Beet besser, wachsen schneller an und sind oft widerstandsfähiger gegenüber Wetterumschwüngen. Wenn Sie sich für diesen Schritt Zeit nehmen und sorgfältig arbeiten, werden Sie in der Saison mit gesunden Pflanzen sowie schmackhaften Tomaten und Paprika belohnt.

Tipp: Wenn Sie wenig Platz auf der Fensterbank haben, helfen gepresste Quelltabletten aus Torf oder Anzucht-Multitopfplatten. Die Handhabung ist oft einfacher, und das Auspflanzen ins Beet gelingt mit weniger Störung der Wurzeln.

Quelle: Přírodní zahrada, Gardenly, Šikulio, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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