Zwei einfache Haushaltszutaten ersetzen teure Spritzmittel für Tomaten und steigern die Ernte
Jeder, der Tomaten anbaut, wünscht sich feste, saftige und süße Früchte. Doch selbst bei regelmäßiger Bewässerung kann es passieren, dass die Pflanzen langsam wachsen, wenig blühen oder von Pilzkrankheiten und Schädlingen geplagt werden. Oft ist das kein Rätsel, sondern ein Nährstoffmangel und eine geschwächte natürliche Abwehr. Statt teurer industrieller Präparate kann man zu zwei leicht verfügbaren Helfern greifen, die erfahrene Gärtner seit Langem nutzen. Der erste ist Molke aus Milchprodukten, der zweite gewöhnlicher Ammoniak als Stickstoffquelle.
Molke als Nährstoffquelle und sanfter Schutzfilm
Molke ist nicht nur ein wässriger Rest aus der Käse- oder Sauermilchherstellung. Sie enthält nützliche Stoffe, die das Wachstum fördern und zugleich die Pflanzenkondition verbessern können. In der Praxis schätzt man vor allem ihren natürlichen Gehalt an Mineralstoffen und weiteren Bestandteilen, die zur Bildung von Blattmasse und zur allgemeinen Vitalität beitragen. Ein weiterer Vorteil ist das Milieu, das Molke auf den Blättern erzeugt. Durch die enthaltenen Säurekulturen kann sich auf der Pflanzenoberfläche ein dünner Film bilden, der die Vermehrung mancher unerwünschter Pilze und Schimmel erschwert.
Molke kann Tomaten mit Nährstoffen versorgen und zugleich ihre natürliche Widerstandskraft unterstützen, wenn sie richtig und regelmäßig eingesetzt wird.
So bereiten Sie Molke zu Hause zu
Am einfachsten ist es, ein Sauermilchprodukt ohne unnötige Zusätze zu verwenden. Geeignet ist eines, das nicht wärmebehandelt wurde und keine Stärke, keinen Zucker und keine Stabilisatoren enthält. Häufig wird Kefir genutzt. Er bleibt so lange stehen, bis sich der flüssige Anteil von der geronnenen Eiweißmasse von selbst absetzt. Dann genügt es, die Mischung durch mehrere Lagen Mull oder ein sauberes Tuch zu seihen und die Molke langsam abtropfen zu lassen, idealerweise über Nacht. Bei längerer Reife bei Zimmertemperatur ist die Flüssigkeit meist reicher an nützlichen Kulturen.
Molke-Spritzung für die Blätter
Für die Blattbehandlung ist eine Sprühflasche praktisch. Molke sollte im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt werden, damit sie für die Pflanzen nicht zu konzentriert ist. Diese Spritzung richtet sich auf Blätter und Stängel, wo sie helfen kann, die Pflanzen in besserer Verfassung zu halten. Im Sommer lässt sich die Lösung vorsichtig anpassen, indem man ein paar Tropfen Jod zugibt. Das nutzen viele Gärtner als Unterstützung der Vorbeugung gegen pilzliche Probleme, die Tomaten in Phasen warmer Tage und kühlerer Nächte häufig belasten.
Molke als Wurzelgabe
Molke kann auch als Gießlösung direkt an die Wurzeln gegeben werden. Bewährt hat sich, 2 Liter Molke in 12 Litern Wasser zu verrühren. Pro Pflanze werden anschließend etwa 1 Liter dieser Mischung ausgebracht. So gelangen die Nährstoffe in den Boden und können Wachstum und Fruchtansatz fördern, ohne dass man zu aggressiven Mitteln greifen muss.
Ammoniak als schnelle Stickstoffquelle und Helfer gegen Schädlinge
Die zweite Zutat, die Tomaten deutlich helfen kann, ist Ammoniak. Gärtner verwenden ihn vor allem als gut verfügbare Stickstoffquelle – ein Element, das für Wachstum und Blattmasse entscheidend ist. Wenn Pflanzen geschwächt sind, zeigt sich das oft an blasseren Blättern und insgesamt langsamerer Entwicklung. Richtig dosierter Ammoniak kann einen Impuls geben, doch man sollte sich strikt an vernünftige Mengen halten. Zugleich wird ihm ein Nebeneffekt zugeschrieben: die Einschränkung mancher Schädlinge, etwa Blattläuse oder Schnecken, sowie eine unterstützende Rolle bei der Vorbeugung von Fäulnis und Pilzbefall.

So bereiten Sie eine Gießlösung mit Ammoniak zu
Die Basis ist Wasser, das am besten mindestens einen Tag abgestanden ist. In einen Eimer Wasser gibt man dann Ammoniak in kleiner Menge, maximal 20 ml auf das jeweilige Volumen. Die Mischung wird sparsam verwendet. Pro Tomatenpflanze wird nicht der ganze Eimer ausgebracht, sondern nur einige Esslöffel, üblicherweise 3 bis 5 gehäufte Esslöffel. So sinkt das Risiko einer Überdüngung, und die Pflanze bekommt eine Dosis, die sie unterstützen soll, nicht belasten.
Wie Sie beide Zutaten clever über die Saison einsetzen
Molke eignet sich für die laufende Pflege – entweder als Spritzung oder als Gießgabe –, weil sie hilft, die Pflanzen in guter Kondition zu halten und ihre Widerstandskraft unterstützen kann. Ammoniak wird dagegen eher als gezielte Unterstützung eingesetzt, wenn Tomaten Stickstoff brauchen oder wenn Sie die Pflanzen in Phasen intensiven Wachstums stärken möchten. Wichtig ist, es mit den Mengen nicht zu übertreiben, die Reaktion der Pflanzen zu beobachten und die Pflege an Wetter und Beet-Zustand anzupassen. Bei vernünftiger Anwendung können diese zwei einfachen Zutaten wesentlich dazu beitragen, dass Sie mehr gesunde und schmackhafte Früchte ernten.
Quelle: MDPI, Research Gate, Best Juicy Tomatoes, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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